Fridi Miller tritt auch in Blaubeuren zur Bürgermeisterwahl an

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Fridi Miller aus Sindelfingen steht am 15. April 2018 in Blaubeuren zur Wahl.
Fridi Miller aus Sindelfingen steht am 15. April 2018 in Blaubeuren zur Wahl. (Foto: Richter)
Schwäbische Zeitung

Blaubeurens Bürgermeister Jörg Seibold hat für die Bürgermeisterwahl am 15. April eine Gegenkandidatin bekommen: Friedhild Anni Miller aus Sindelfingen. Das teilte der Wahlausschuss der Stadt Blaubeuren am Mittwoch mit.

„Fridi“ Miller ist 48 Jahre alt und mittlerweile landesweit als Dauerkandidatin bekannt. Die Familienhelferin aus Sindelfingen tritt oder trat Berichten zufolge in rund 70 Kommunen als Bürgermeisterkandidatin an, auch um den Landratsposten im Kreis Freudenstadt hat sie sich beworben. 2011 hatte sie als Kandidatin bei „Wer wird Millionär“ 32 000 Euro gewonnen und republikweit wohlwollende Aufmerksamkeit erhalten.

In Ravensburg 5,1 Prozent

Erst am vergangenen Sonntag stand sie auf dem Wahlzettel der Oberbürgermeisterwahl in Ravensburg. Dort erhielt sie 5,1 Prozent der Stimmen. Diese Wahl will sie anfechten, hat sie der „Schwäbischen Zeitung“ am Sonntagabend mitgeteilt.

OB-Kandidatin trotz psychischer Erkrankung?
Bei Dauer-Bürgermeisterkandidatin Friedhild ist eine psychische Erkrankung diagnostiziert worden. Darf sie trotzdem weiterhin bei Bürgermeisterwahlen antreten, zum Beispiel am kommenden Sonntag in Ravensburg? Wir haben nachgefragt.

Anfang März hat da Amtsgericht Böblingen die 48-Jährige wegen einer psychischen Erkrankung für schuldunfähig erklärt. Dies berichtet die „Stuttgarter Zeitung“. Der Böblinger Amtsrichter Horst Vieweg sprach sie demnach deshalb vom Vorwurf der Beleidigung frei. Zu diesem Urteil war vor Jahren schon das Landgericht Stuttgart gekommen. Miller hatte Richter unter anderem als „korrupt“ und „Psychos“ bezeichnet, Vorwürfe, die sie teilweise auch in Ravensburg gegenüber Verwaltung und Presse geäußert hatte.

„Ihr gesamtes Weltbild ist krank“

„Ihr gesamtes Weltbild ist krank“, erklärte Vieweg laut dem Medienbericht. Der in Böblingen vor Gericht geladene psychiatrische Sachverständige bescheinigte der 48-Jährigen Wahnvorstellungen.

Miller führt nach eigener Aussage den Kampf „Fridi – Allein gegen Alle“. In einem Interview mit der „Schwäbischen Zeitung“ Anfang Februar hatte sie auf ein Scheitern der GroKo-Verhandlungen in Berlin und auf Neuwahlen gehofft. „Und ich hoffe inständig, dass Frank Walter Steinmeier von seinem Vorschlagsrecht Gebrauch macht und mich als Bundeskanzlerin von Deutschland vorschlagen wird.“

9666 Stimmberechtigte

Die Bürgermeisterwahl in Blaubeuren findet am 15. April statt. Aktuell sind laut Wahlausschuss 9666 Bürgerinnen und Bürger wahlberechtigt. Dazu zählen Deutsche und Bürger der Europäischen Union, die mindestens 16 Jahre alt sind und seit mindestens drei Monaten mit Hauptwohnsitz in der Gemeinde gemeldet sein.

Friedhild Miller ist die zweite Kandidatin für die Wahl des zukünftigen Bürgermeisters von Blaubeuren. Die Amtszeit von Jörg Seibold endet offiziell am 3. Juli 2018. Bei der Wahl 2010 gab es mit Jörg Seibold nur einen Bewerber. Weiter acht Jahre zuvor, bei der Bürgermeisterwahl 2002 traten mit Jörg Seibold, Achim Augustin, Gernot Weber und Stefan Müllner vier Bewerber an.

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