Feuerwehr kann fünf Menschen retten, bevor es zu einer Katastrophe kommt

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 Mit Atemschutz drang die Feuerwehr in das Haus ein.
Mit Atemschutz drang die Feuerwehr in das Haus ein. (Foto: Thomas Heckmann)
Schwäbische Zeitung

Ein Fußgänger ist in der Nacht zum Donnerstag auf einen ausgelösten Rauchmelder in einem Haus an der Gerhauser Ortsdurchfahrt aufmerksam geworden und hat so wohl Schlimmeres verhindert. Feuerwehr-Einsatzleiter Thomas Striebel rettete fünf Menschen aus dem Gebäude, bevor sie ernsthaft Schaden nehmen mussten.

Es war kurz vor Mitternacht, als der Fußgänger entlang der Bundesstraße 28 das Piepen des Rauchmelders hörte und auch etwas Rauch aus dem Dach aufsteigen sah. Er alarmierte sofort über den Notruf 112 die Feuerwehr. Der diensthabende Einsatzleiter Thomas Striebel von der Blaubeurer Feuerwehr war wenige Minuten später vor Ort und erkundete die Lage. Die fünf Hausbewohner schliefen tief und fest und hatten den Rauchmelder und auch den Rauch noch gar nicht bemerkt. Striebel holte sie aus dem Haus und brachte sie in Sicherheit. Ein Notarzt und die Besatzungen von zwei Rettungswagen untersuchten die Bewohner, ob sie gesundheitlichen Schaden genommen haben. Ein 46-Jähriger kam vorsorglich in ein Krankenhaus. Das Haus ist derzeit nicht bewohnbar.

Gleichzeitig starteten die Feuerwehren aus Blaubeuren, Gerhausen und Weiler einen Löschangriff von innen und über die Drehleiter von außen. Das Dachgeschoss war verraucht und verrußt, aber offenes Feuer war zunächst nicht zu finden. Mit einer Wärmebildkamera wurde nach der Quelle gesucht, gleichzeitig wurde mit mehreren Hochdrucklüftern der Rauch aus dem Gebäude geblasen. Insgesamt waren rund 40 Feuerwehrleute eingesetzt, die auch die Polizei bei der Absperrung der Bundesstraße unterstützten.

Ein Elektriker des Energieversorgers schaltete das Haus stromlos, später musste er noch von der Drehleiter aus die Stromleitungen kappen, die über das Dach das Haus mit Strom versortgen. Die Feuerwehr musste auf der Suche nach dem Brandherd sogar Dachziegel entfernen, die Stromleitung hatte dies anfangs unmöglich gemacht. Auch im Inneren des Wohnhauses wurde in der Deckenisolierung und im Fußboden gesucht, ein Zimmermann, der gleichzeitig Feuerwehrmann ist, schaffte mit der Kettensäge Zugänge ohne unnötige Zerstörungen zu verursachen. Kurz nach zwei Uhr morgens war der Brand schließlich gelöscht.

Die Bundesstraße musste für die Löscharbeiten rund zweieinhalb Stunden voll gesperrt werden. Die Ermittler suchen nun nach der Brandursache. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf 50 000 Euro.

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