Dritte Amtszeit startet für den Blaubeurer Bürgermeister

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Amtseinsetzung von Jörg Seibold als Bürgermeister von Blaubeuren.
Amtseinsetzung von Jörg Seibold als Bürgermeister von Blaubeuren. (Foto: Scholz)

Weitere Bilder von der Amtseinsetzung gibt es im Internet unter www.schwäbische.de/amtseinsetzung-blaubeuren-2018

Viel Wertschätzung, Lob und Schulterklopfen; danach ein „Prost“ auf die neue Amtszeit: Jörg Seibold ist am Donnerstagabend feierlich in sein Bürgermeisteramt eingesetzt worden. Im Klosterhof leistete er seinen Eid. Die Stadtkapelle begleitete ihn musikalisch, gab durch die Melodie von Indiana Jones Mut und Zuversicht, eine gebührende Portion Action durch James-Bond-Stücke und nachdenkliche Momente beim Stück „Celtic Crest“.

Viele Augenpaare richteten sich in diesem Moment auf Jörg Seibold. Erich Straub, der erste stellvertretende Bürgermeister, erinnerte sich gemeinsam mit der zweiten stellvertretenden Bürgermeisterin Christel Seppelfeld an jene Feierlichkeit vor 16 Jahren zurück. Im ersten Wahlgang hatte sich Seibold gegen vier Kandidaten durchgesetzt. Gleich zu Beginn habe Seibold klar gemacht: Bürger sollen Mitgestalter sein. „Von dem, was er sich damals vorgenommen hat, ist er nicht abgerückt“, lobte Straub und fügte an: „Jörg Seibold will immer alle mitnehmen, auch bei strittigen Themen.“ Die Stadtteile würden ihm genauso am Herzen liegen wie die Kernstadt. Das hätten die Blaubeurer verstanden und Seibold auch für die dritte Amtszeit gewählt.

Engagement braucht Räume

Das Wahlergebnis mit fast 93 Prozent stellte Landrat Heiner Scheffold in seinem Grußwort als „fulminant“ heraus. Dennoch zeigte er auch in Relation auf: „Bei der Wahlbeteiligung könnten die Blaubeurer mehr Elan an den Tag legen.“ Blau machen an der Blau? Das sei wohl eher weniger „das Ding“ von Jörg Seibold. Scheffold lobte Seibolds Umgang mit den Mitarbeitern im Rathaus, den Bürgern und seinen Amtskollegen. Der Bürgermeister stehe für bürgerliches Engagement. Dieses brauche Räume – baulich und gedanklich.

Seibold habe in der Vergangenheit schon seine Handschrift hinterlassen. Mit deutlichem Rückenwind solle er auch weiterhin die Entwicklungsprozesse der Kommune gestalten. Haushaltssanierung, das Hallenbad, die Belebung der Ortsmitte in Asch, Gewerbegebietserschließung in Beiningen, Integration von Flüchtlingen, UNESCO-Weltkulturerbe oder auch schnelles Internet: Es gebe eine Menge für die Stadt am Blautopf und so auch für den Bürgermeister zu tun. Der Blautopf war es auch, der das Geschenk des Landrats an Jörg Seibold zierte: der neue Schirm des Alb-Donau-Kreises. „Wir lassen Sie nicht im Regen stehen“, meinte Heiner Scheffold.

Tennisplatz und Rathaus

Symbolträchtig und zugleich auf die Persönlichkeit Seibolds eingehend begann Dekan Frithjof Schwesig seine Rede. Geschickt zog er die Parallelen zwischen dem Tennisspielen, dem Hobby des Bürgermeisters, und den Amtsgeschäften. Selbstzweifel seien tabu. Es gehe um unterschiedliche Strategien und letztlich den Sieg – im Tennis sowie im Rathaus. Je nach Belag gebe es immer wieder Herausforderungen. Ein schnelles Tennisspiel auf Rasen komme wohl eiligen Entscheidungen in Gemeinderatssitzungen gleich. Bei Sand sei dann noch ein langer Atem gefragt. Der Dekan brachte noch einen weiteren Aspekt ein. Tennis lasse sich nämlich ebenfalls mit einem Partner spielen. Die Kirche könne ein solcher sein. „Gemeinsam ist man stärker als alleine“, so Schwesig. Seibold spiele nun seinen dritten Satz. „Und ich spüre, dass Sie ein leidenschaftlicher Bürgermeister sind“, meinte der Dekan.

Die Glückwünsche und Anerkennung der Amtskollegen aus dem Kreis überbrachte Bernd Mangold, das Berghüler Gemeindeoberhaupt. Seibold genieße großen Respekt, habe Stehvermögen in stürmischen Zeiten bewiesen. Kommunalpolitik müsse offen und transparent sein. Da sei es genau richtig, dass Jörg Seibold die Fahne für das ehrenamtliche Engagement so hoch halte. Den „bleibenden Eindruck“ bestätigte auch der Beininger Ortsvorsteher Klaus Gerster.

Ganz in Weiß waren die Tische und Bänke im Klosterhof gestaltet und boten ein passendes Ambiete für die Amtseinsetzung des Blaubeurer Bürgermeisters. Der zeigte sich in seiner Ansprache gerührt, sprach immer wieder ein Dankeschön aus, dass er diese Amtseinsetzung gemeinsam mit den Rathausmitarbeitern, dem Gemeinderat, den Ortsvorstehern und auch den Blaubeurern selbst feiern durfte. „Es sollte jeder mitfeiern können“, meinte Seibold und blickte von der Bühne aus auf die vielen Gäste, die es sich zwischen den großen Bäumen auf dem Rasen gemütlich gemacht hatten. Da störte auch der kurze Regenschauer nicht, der fast dafür gesorgt hätte, dass die erste Rede Seibolds nach der Amtseinsetzung ins Wasser fiel.

Der Blaubeurer Bürgermeister bedankte sich für das viele ihm entgegengebrachte Lob. „Ich bin eitel genug, um mich darüber zu freuen“, sagt er, applaudierte dann aber auch für alle, bei denen er sich bedanken wollte. Die Gemeinschaft bei der Amtseinsetzung bilde ab, was ihm so wichtig sei: das Wir. „Das Ehrenamt durchdringt und trägt unsere Gesellschaft“, sagte Seibold und stellte auch das große Vertrauen und die gemeinsame Wertschätzung zwischen Funktionsträger und Gemeinderat heraus.

Ein Kloß im Hals

Jörg Seibold schluckte, als er dann seine Familie in den Blick nahm. „Ich bin mit Leib und Seele Bürgermeister, aber alles hat seinen Preis und den zahlt häufig meine Familie“, meinte er. Manchmal verwandele er sich regelrecht vom Anzugträger zum Ehemann und Vater, der sich auf der Couch zwischen den Kissen verkrümele. Für die Unterstützung seiner Familie warf er Frau und Kind von der Bühne einen symbolischen Schmatzer zu.

Weitere Bilder von der Amtseinsetzung gibt es im Internet unter www.schwäbische.de/amtseinsetzung-blaubeuren-2018

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