Blaubeuren rüstet sich gegen Corona

Lesedauer: 6 Min
Auch das Urmu bleibt, wie die meisten öffentlichen Einrichtungen, geschlossen.
Auch das Urmu bleibt, wie die meisten öffentlichen Einrichtungen, geschlossen. (Foto: Archiv Kuhn-Urban)
Schwäbische Zeitung

Die Stadt Blaubeuren ergreift weitreichende Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie. Rund um das Thema wird eine örtliche Telefonauskunft eingerichtet. Veranstaltungen mit mehr als 50 Teilnehmern werden untersagt. Der Publikumsverkehr im Rathaus wird deutlich eingeschränkt.

Das Ansteckungspotential des Virus soll mit vielen Maßnahmen sowohl für Bürger, Gäste, Kunden, aber auch für die Mitarbeiter der Stadtverwaltung und anderen öffentlichen Einrichtungen deutlich reduziert werden.

So sollen die Bürger bis auf weiteres von persönlichen Besuchen in der Stadtverwaltung absehen und stattdessen erst per E-Mail oder telefonisch zur entsprechenden Abteilung Kontakt aufnehmen. Sollte der persönliche Kontakt erforderlich sein, können weiterhin Termine vereinbart werden. Gleiches gilt für die Ortsverwaltungen.

Ab sofort gilt, dass die städtischen Hallen bis Ende der Osterferien geschlossen bleiben. Angemeldete Trauungen finden zwar weiterhin statt, bis Ende der Osterferien wird allerdings die maximale Teilnehmerzahl auf 50 Personen begrenzt. Bei Beerdigungen weist die Stadt darauf hin, dass auch hier ganz besonders auf Hygienemaßnahmen zu achten ist.

Die Stadt Blaubeuren erlässt mit Wirkung ab 16. März eine Allgemeinverfügung. Diese untersagt im gesamten Stadtgebiet Veranstaltungen, bei der sich mindestens 50 Personen versammeln. „Bitte halten Sie sich an diese Regelung. Sie dient unser aller Gesundheit“, appelliert Bürgermeister Jörg Seibold in der Mitteilung der Stadt an die Bürger, er sei besonders den vielen Vereinen und Institutionen dankbar, die im Sinne der Sache Konzerte, Hauptversammlungen, Veranstaltungen absagen und erklärt im gleichen Zug warum die Stadt entsprechend radikale Maßnahmen trifft. „ Wir alle registrieren, dass sich das Potential direkt mit dem Corona-Virus in Kontakt zu kommen, stetig erhöht. Dieses Thema berührt uns sowohl im privaten als auch im beruflichen Kontext“, so Seibold. Gemeinsam mit seinem Krisenstab beschäftige er sich intensiv mit der Entwicklung der Lage. Gemeinsam würden regelmäßig unter anderem Informationen des Robert-Koch-Institutes ausgewertet und die Empfehlungen und Vorgaben des Gesundheitsamtes und anderer Behörden in die Entscheidungen miteinbezogen. „Persönlich gehe ich davon aus, dass die Corona-Entwicklung ähnlich jenes Werdegangs sein wird, den wir auch in Nachbarländern sehen. Das heißt, ich erwarte einen Anstieg der Infizierten und der Gefährdungslage. Ich beziehe mich in meiner Einschätzung auf Aussagen von Wissenschaftlern“ erklärt Seibold.

Ausgehend von dieser prognostizierten Entwicklung, seien Entscheidungen und Vorkehrungen zu treffen. Wichtig ist dem Blaubeurer Bürgermeister, dass dies mit Besonnenheit und Augenmaß geschehe. Ziel der Maßnahmen sei es letztlich, einen Beitrag zum Schutz der Gesundheit aller zu leisten.

„Das Maßnahmenbündel beeinträchtigt uns alle im Alltag teils erheblich. Die Stadt Blaubeuren bittet daher um Verständnis für die Folgen, die mit den Schließungen und Einschränkungen verbunden sind“, sagt Seibold. Gleichzeitig bittet er die Bürger aber auch um Unterstützung beim Bemühen, Infektionen einzudämmen. Jeder könne dazu beitragen, indem er seine persönlichen sozialen Kontakte auf das Mindestmaß reduziere, derzeit auf den engsten Familienkreis beschränkt und den Verhaltensempfehlungen der Landesregierung folgt. Nur so bleibe die Stadt und das Land handlungsfähig.

Die Stadt Blaubeuren wird eine Notfallbetreuung für Kinder der nun geschlossenen Einrichtungen anbieten. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit den Schulleitungen und kirchlichen Trägern. Ab Dienstag, 17. März, steht eine Notfallbetreuung bereit. Nicht alle Kinder können im Rahmen der Notfallbetreuung aufgenommen werden. Das Kultusministerium Baden-Württemberg regelt die Aufnahme von Schülern nach der Berufstätigkeit ihrer Eltern und der dazugehörigen persönlichen Situation (siehe Kasten Seite 13).

Die Notfallbetreuung an den Schulen erstreckt sich auf den Zeitraum der regulären Unterrichtszeit dieser Schüler. Die Einteilung der Kinder und des beaufsichtigenden Personals obliegt der Schulleitung.“ Für die Aufnahme von Kindern der Kinderbetreuungseinrichtungen gelten diese Regeln analog. Ergänzend hierzu bietet Blaubeuren eine zusätzliche Grundschulbetreuung an. Für die Kindergartenkinder werden die Kindertagesstätten in Seißen und in Gerhausen („Märchenland“) den Notbedarf bis auf weiteres abdecken. Im Zeitraum der Kindergartenschließung verzichtet die Stadt Blaubeuren auf die Erhebung von Gebühren für die sonst angebotene Betreuung.

Meist gelesen in der Umgebung

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen