Blaubeuren erhält 844000 Euro für den Breitbandausbau

Lesedauer: 6 Min
Freuen sich über die Landesförderung für den Breitbandausbau im Gebiet der Stadt Blaubeuren: Landrat Heiner Scheffold (links) un
Freuen sich über die Landesförderung für den Breitbandausbau im Gebiet der Stadt Blaubeuren: Landrat Heiner Scheffold (links) und der Blaubeurer Bürgermeister Jörg Seibold bei der Übergabe der Förderbescheide im Haus des Landkreises in Ulm. (Foto: Landratsamt)
Schwäbische Zeitung

Der Breitbandausbau wird auch in Blaubeuren aus Landesmitteln gefördert. Dafür übergab Landrat Heiner Scheffold (parteilos) am Donnerstag im Haus des Landkreises in Ulm die Förderbescheide in Höhe von insgesamt 844 000 Euro an den Blaubeurer Bürgermeister Jörg Seibold (parteilos). Landrat Scheffold hatte diese Förderbescheide vom Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württemberg erhalten und konnte sie laut Mitteilung nun an den Blaubeurer Bürgermeister weitergeben.

Die beiden Förderbescheide in Höhe von 843 995 Euro sind sowohl für den Neubau von Backbonetrassen bestimmt (733 294 Euro), wie auch für die Anpachtung und Mitnutzung bestehender Infrastrukturen (110 701 Euro). Dabei geht es um das Backbone für die Anbindung der Ortsteile Beiningen, Erstetten, Hessenhöfe, Pappelau, Seißen und Wennenden. Eingeschlossen ist der Ausbau der Ortsteile Hessenhöfe, Seißen und Wennenden sowie die Anbindung der Grundschule Seißen. Hinzu kommt die Anmietung bestehender Infrastrukturen (Glasfaserkabel) der terranets bw und von Leerrohren der NetCom BW.

Kreispolitische Bedeutung

Landrat Heiner Scheffold hob die kreispolitische Bedeutung der Breitbandförderung hervor: „Der Breitbandausbau ist ein zentraler Baustein der Kreisentwicklungspolitik im Alb-Donau-Kreis, in enger Kooperation mit den Städten und Gemeinden sowie dem kommunalen Verbund Komm.Pakt.Net. Jede Etappe, die unsere Städte und Gemeinden, wie nun in Blaubeuren, zurücklegen können, steigert die Standortattraktivität“, sagte Scheffold. Nach Ansicht des Landrats müsse der Ausbau mit hohem Tempo weiterbetrieben werden: „Bis 2020 soll das kreisweite Backbone-Netz in Betrieb sein.“ Er verwies laut Mitteilung auch auf die Strategie eines Mix von Neubau des Backbone, Mitverlegungsmaßnahmen und Anpachtungen von bestehenden Netzstrukturen, wie jetzt in Blaubeuren.

Heiß ersehnter Bescheid

Der Blaubeurer Bürgermeister Jörg Seibold freute sich über den sehnlichst erwarteten Förderbescheid. „Wir dürfen im ländlichen Raum nicht von einer leistungsstarken Breitbandversorgung abgehängt werden. Der Förderbescheid des Landes gibt uns nun in Kombination mit kommunalem Geld die Möglichkeit, in das glasfaserbasierte Backbone-Netz für eine bessere Internetanbindung zu investieren. Allerdings sind wir damit noch lange nicht am Ziel“, weiß Bürgermeister Jörg Seibold und wünschte sich, dass Bund und Land weiter und rasch in ein starkes Glasfasernetz im ländlichen Raum investieren. Die Stadt Blaubeuren werde nun, so Seibold, zügig in das Ausschreibungsverfahren für die Bauarbeiten gehen. Dankbar sei Jörg Seibold für die Initiative von Landrat Heiner Scheffold, der den kommunalen Verbund Kom.Pakt.net mit aus der Taufe gehoben hat. „Dank dieses Zusammenschlusses vieler Kommunen im Alb-Donau-Kreis gelang eine gemeindeübergreifende Ausbaustrategie, die nun auch für Blaubeuren Früchte zu tragen beginnt“, sagte Seibold.

Stand des Breitbandausbaus im Alb-Donau-Kreis

Im Alb-Donau-Kreis geht es um 480 Kilometer Backbone-Netz. Seit dem offiziellen Spatenstich für den Bau des Backbones im Mai 2016 wurden deutlich mehr als 90 Kilometer ausgebaut. Der Ausbau ist an vielen Orten im Kreisgebiet in vollem Gange. In 2020 soll das Backbone-Netz in vollem Betrieb sein.

Die Kosten für die Realisierung des kreisweiten Backbones wurden laut Mitteilung in Höhe von 30 Millionen Euro kalkuliert (26 Millionen Baukosten, vier Millionen Euro Pacht). Die Fördersumme allein für das Backbone betrage 18 Millionen Euro.

Im Zeitraum von August 2015 bis heute wurden laut Mitteilung im Alb-Donau-Kreis für das Backbone und den weiteren Ausbau insgesamt 126 kommunale Breitband-Bauprojekte mit einem Auftragsvolumen von 50,5 Millionen Euro aufgesetzt – allein im ersten Quartal 2018 handelt es sich um ein Volumen von 12 Millionen Euro. Dabei geht es nicht nur um das Backbone. Es werden auch die anliegenden Bereiche bereits erschlossen, Zuführungen zu den entfernter liegenden Gebäuden ausgebaut und ebenso Neubaugebiete und Gewerbegiete erschlossen.

108 Vorhaben bisher bezuschusst

Der Breitbandausbau muss nicht von den Städten und Gemeinden alleine finanziert werden. Das Land beteiligt sich daran mit einer Förderung. Insgesamt wurden bereits für 108 Vorhaben 19,5 Millionen Euro Fördermittel vom Land bewilligt – allein im ersten Quartal 2018 sind es 5,7 Millionen Euro. Weitere 16,9 Millionen Euro sind beantragt.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen