Blaubeuren eröffnet eine temporäre Fußgängerzone

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Schilder enthüllt: Die Karlstraße wird an Samstagen, Sonn- und Feiertagen teilweise zu einer Fußgängerzone.
Schilder enthüllt: Die Karlstraße wird an Samstagen, Sonn- und Feiertagen teilweise zu einer Fußgängerzone. (Foto: Scholz)

Die Karlstraße wird an Samstagen, Sonn- und Feiertagen ab Becka Beck zu einer temporären Fußgängerzone. Bewohner haben freie Fahrt; ebenso der Lieferverkehr.

Die Schilder sind angebracht und signalisieren einen weiteren Schritt der Stadt Blaubeuren hin zu mehr Attraktivität und Aufenthaltsqualität im Zentrum: In der Karlstraße gibt es ab sofort an Samstagen, Sonn- und Feiertagen eine Fußgängerzone. Beginn ist beim Becka Beck. Dort wurde die Sperrung am Samstag feierlich eröffnet. Jürgen Stoll, zuständig für die Wirtschaftsförderung, Finanzen und Liegenschaften der Stadt Blaubeuren, begrüßte Ratsmitglieder und Interessierte, lüftete dann die Schilder, die zuvor noch mit den Blaubeurer Farben bedeckt waren.

„Dem voran gegangen ist ein Prozess, der noch lange nicht abgeschlossen ist, der aber als ein weiterer Schritt von bereits vielen gegangen und noch für viele folgende steht“, so Stoll. Das große Ziel sei, die Attraktivität der Innenstadt Blaubeurens aufzuwerten und die Aufenthaltsqualität im Zentrum zu verbessern. Dazu war die Stadt mit einem vom Bürgermeister Jörg Seibold (parteilos) verfassten Impulspapier im Jahr 2015 in ein Verfahren eingestiegen, das sich eben jenem Umstrukturierungsprozess stellt. Eine Projektgruppe fand sich zusammen – bestehend aus Akteuren aus Handel, Gewerbe, Dienstleistung, Gebäudeeigentümern und den Bürgern. Ein Gesamtkonzept sollte erstellt werden. Darunter war auch die Verkehrsführung und –lenkung zu finden.

Schon häufig sei über die Thematik vielfältig diskutiert worden. „Gerade auch die Sperrung der Karlstraße war schon oft Thema“, zeigte Stoll bei der Eröffnung auf. Mehrbelastung für die Webergasse, Erreichbarkeit der Händler, die Bedürfnisse der Anwohner und Gastronomen oder auch der Öffentliche Personennahverkehr: Es gelte, viele Faktoren zu berücksichtigen.

Fragestellungen wurden im Rahmen einer konzeptionellen Arbeit durch das studentische Projekt mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Stuttgart aufgeworfen. Lösungsansätze wurden laut Stoll bewertet, prämiert und flossen letztlich in das Gesamtkonzept mit ein. „Aus dem studentischen Projekt konnten wir zwischenzeitlich eine Kooperation mit der Dualen Hochschule bilden. Daher bietet die Stadt ab Oktober einen Studienplatz für ein Duales Studium im Fachbereich BWL Handel an“, erklärte Stoll.

Bausteine ergeben Ganzes

Viele kleine Bausteine würden sich nach und nach zu einem Ganzen fügen. Dazu zähle auch, dass Blaubeuren im vergangenen Jahr für den Bereich Stadtmarketing eine neue Stelle geschaffen hat, die mit Tilon Fahrner besetzt ist. So soll es weitere Impulse für die Innenstadt geben. Themen seien unter anderem die Installierung eines Pop-up-Stores und die Intensivierung des Nutzungsmanagement. Jüngst hatte sich die Stadt Blaubeuren beim Ideenwettbewerb „Lokaler Online-Marktplatz“ des Landes Baden-Württembergs beworben. Ein weiterer Schritt, um Entwicklung voranzutreiben.

„Doch führt der Weg zu einem Ziel?“, fragte Jürgen Stoll mit Blick auf die Fußgängerzone in der Karlstraße in die Runde. Das könne noch keiner wissen. Die Gemeinderatsmitglieder hatten am 17. April dieses Jahres grünes Licht für die Einrichtung gegeben. „Wir wollen mit dem Schritt eine Entlastung der Karlstraße am Wochenende und an Feiertagen erreichen. Uns ist bewusst, dass damit Einiges ausgelöst wird, das jetzt noch nicht zu 100 Prozent absehbar ist“, so Stoll und fügte an: „Wir wollen in den nächsten Wochen daraus lernen und Zusammenhänge erkennen.“

Fest stehe derzeit, dass momentan die angedachte Sperrung der Webergasse nicht umgesetzt wird. Das hänge vor allem mit der Baustelle am Roßmarkt zusammen. Auf diesen Schritt solle also zunächst verzichtet werden. Fest stehe aber auch: Blaubeuren sei auf einem guten Wege. Die unterschiedlichsten Aktionen im städtischen Zentrum würden jetzt schon die Aufenthaltsqualität erhöhen und Gäste dazu animieren, sich länger in der Innenstadt aufzuhalten.

Appell zum Handeln

Stoll appellierte aber auch an seine Zuhörer. „Lassen Sie uns gemeinsam beobachten, wie sich die Einführung der temporären Fußgängerzone in der Karlstraße auswirkt“, sagte er und betonte dabei auch, dass konstruktive Kritik sowie eigenes Tun immer erwünscht sind. Nur gemeinsam könnten weitere Bausteine für die Innenstadt – und so auch für die Gesamtstadt mit den Ortsteilen - gesetzt werden. In den kommenden Wochen werde sich zeigen, ob der Schritt zu einem erfolgreichen Weg beiträgt. „Wir werden uns je nach Bedarf im Arbeitskreis intern der Verwaltung zusammensetzen und Ergebnisse und Erkenntnisse eruieren“, so Jürgen Stoll im Gespräch mit dieser Zeitung.

Die Karlstraße wird an Samstagen, Sonn- und Feiertagen ab Becka Beck zu einer temporären Fußgängerzone. Bewohner haben freie Fahrt; ebenso der Lieferverkehr.

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