Blaubeuren bekommt fünf E-Autos

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 So sieht das Elektro-Auto aus.
So sieht das Elektro-Auto aus. (Foto: Scholz)

Was die Berghüler gerade zur Umsetzung brachten, haben die Blaubeurer nun auch für sich entdeckt: das E-Car-Sharing-Modell „swu2go“ der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU). In Blaubeuren wurden für das Vorhaben noch die Technischen Werke Blaubeuren (TWB) gewonnen. In der Sitzung des Gemeinderates am Dienstagabend gab es neben Lob auch ein einstimmiges Votum.

Das Vorhaben: Blaubeuren möchte eine Kooperation mit TWB und SWU eingehen, um insgesamt fünf Elektro-Fahrzeuge zum Ausleihen und die dafür erforderlichen Ladesäulen im Rahmen des E-Car-Sharing-Modells anzubieten. Neben dem bereits vorhandenen Standort „Auf dem Graben“ sollen vier weitere Orte für die Ladesäulen eingerichtet werden – in Asch, Gerhausen, Pappelau und Seißen. 48 000 Euro werden benötigt, um das Vorhaben zu finanzieren.

So funktioniert es: Eine Ladesäule hat zwei Anschlüsse. Einer davon wird für das Elektroauto zum Ausleihen verwendet. Der andere Anschluss kann durch weitere interessierte Fahrzeugführer genutzt werden, das kostet dann. Das E-Auto hat seinen Parkplatz an der entsprechenden Säule, wird von dort abgeholt und auch wieder zurückgebracht. Mit Hilfe eines Buchungssystems – online oder auch telefonisch – kann die Nutzung des Fahrzeugs reserviert werden. Jeder Nutzer hat auf seinem Führerschein dann einen so genannten LapID-Siegel. Das Fahrzeug öffnet sich, der Schlüssel wird entnommen und die Fahrt kann beginnen. 150 Kilometer Reichweite werden garantiert. 300 Kilometer seien möglich. Mit eingerechnet sei eine Pufferzeit für eine eventuell spätere Rückgabe durch einen Stau und die benötigte Ladezeit des Fahrzeugs – übrigens werden Renault Zoe geliefert. Registrierung, Buchung, Zugangssystem zum Auto, Rückgabe, Reinigung, Abrechnung: Die SWU übernehme jegliche Aufgaben, Teile davon auch die TWB.

 Das ist die entsprechende Ladesäule.
Das ist die entsprechende Ladesäule. (Foto: Scholz)

Ziele: Der Öffentliche Personennahverkehr ist in Blaubeuren – gerade auch mit Blick auf die Innenentwicklung – ein wichtiges Thema. Das Car-Sharing solle als zusätzliches Angebot fungieren und mehr Mobilität schaffen. So könnten auch die Teilorte Blaubeurens angebunden werden – bei einem geringen Aufwand für die Kommune – als „Lückenschluss“ zum ÖPNV. Weiterer Faktor sei die Umweltfreundlichkeit. Durch die Elektroautos würden weniger Schadstoffe in die Umwelt gebracht. Außerdem entstehe weniger Lärm.

Ich möchte sehr für das Projekt werben. Bürgermeister Jörg Seibold

Das sagt der Gemeinderat: „Ich möchte sehr für das Projekt werben“, sagte der Blaubeurer Bürgermeister Jörg Seibold (parteilos). Genaue Standorte müssten noch diskutiert werden. Rainer Federle (Freie Wähler) dazu: „Wir haben das Thema kontrovers diskutiert, sind dem aber grundsätzlich aufgeschlossen.“ Er hoffe, damit vor allem auch jüngere Nutzer zu erreichen. Letztlich sollen aber alle Generationen angesprochen werden. Die Sozialdemokratin Christel Seppelfeld sieht das Vorhaben als weitere positive Entwicklung an: „Wir sind sehr vom Vorschlag angetan. Mit Blick auf die Standorte sollten die Ortsvorsteher mitbestimmen. Sie kennen den Ort am besten.“ Ratsherr Friedrich Bohnacker (Bündnis 90/Die Grünen) stellte die ökologischen Vorteile heraus. Ein solches Vorhaben sehe er als zukunftsweisend an. Zustimmung auch von den Christdemokraten: „Unsere Fraktion begrüßt das Vorhaben“, sagte Hubert Bold. Einstimmig sprach sich das Gremium dafür aus, das Vorhaben auf den Weg zu bringen. Das erste Auto wird am Donnerstag, 6. Dezember, übergeben.

Ladestationen für Elektroautos in der Region

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