Bei den Flugzeugstarts waren kurzerhand die Tore abzubauen

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Die Sonderausstellung zum Thema „75 Jahre Fußball auf der Blaubeurer und Laichinger Alb, im Blau-und Achtal sowie auf dem Hochs
Die Sonderausstellung zum Thema „75 Jahre Fußball auf der Blaubeurer und Laichinger Alb, im Blau-und Achtal sowie auf dem Hochsträß“ ist im Vortragssaal der Stadthalle Blaubeuren bis Montag zu sehen. Das 60-jährige Bestehen des SV Sonderbuch ist (Foto: pr)
Schwäbische Zeitung

Mit dem bis Sonntag gehenden Blautopf-Pokalturnier und einer Sonderausstellung feiert der SV Sonderbuch sein 60-jährigen Bestehen. Gerne verbindet der SV Sonderbuch sein Jubiläum mit der Festwoche zu 750-Jahr Feier der Stadt Blaubeuren und richtet sein Turnier in der Stadt Blaubeuren aus. So sollen möglichst viele Besucher während Festwoche in die Stadt kommen.

Neben seinem Fußballturnier für aktive Mannschaften aus Blaubeuren bietet der SV Sonderbuch eine bis Montag, 24. Juli, dauernde Sonderausstellung im Vortragssaal der Stadthalle zum Thema „75 Jahre Fußball auf der Blaubeurer und Laichinger Alb, im Blau-und Achtal sowie auf dem Hochsträß“. Insgesamt zwölf Vereine haben Bilder, Zeitungsausschnitte und Unikate zur Verfügung gestellt, die die Entwicklung des Fußballsports in und um Blaubeuren zeigen. Die Ausstellungseröffnung war am Mittwochabend.

Aufgrund der besonderen Initiative von Manfred Bögel, Gottfried Fitzke und Gerhard Glöckler wurde der Sportverein Sonderbuch 1957 wiedergegründet. Zwei Vereinsgründungen vom Vorgängerverein FC Sonderbuch von 1946 bis 1948 sowie 1950 bis 1955 mussten aufgrund von Spielermangel wieder aufgegeben werden. In der Nachkriegszeit fehlte es aber bisweilen nicht nur an Spielern, sondern auch an Kickschuhen oder Bällen.

Mit einer geliehenen Ballblase von einem Nachbarverein mussten die Fußballer des SV Sonderbuch anfangs spielen, ist in der Chronik des Vereins nachzulesen. Auch musste an den Sportbeauftragten im Kreis Ulm die Bitte herangetragen werden, an gebrauchte Fußballstiefel zu gelangen. Es gehe nicht an, so in dem Brief, die letzten Straßenschuhe, die man noch besitzt, dem Fußballsport zu opfern.

Diese Schwierigkeiten trotzen die Verantwortlichen und Spieler des SVS und der neu gegründete Verein fand am Flugplatz einen Sportplatz. Interessant war, dass beim Starten eines Flugzeuges, kurzerhand die Tore abgebaut werden mussten, um den Flugbetrieb nicht zu gefährden. 1970 zog der Verein dann in die neu gerichtete und auch heute noch bestehende Anlage am Greuth um. Als einer der ersten Vereine der Region konnte auch ein ausschließlich aus Eigenleistungen erbautes Sportheim errichtet werden.

Sportlich ging es in Sonderbuch aufwärts. Mit ein Grund dafür war die sehr gute Jugendarbeit durch den damaligen Jugendleiter Ladislaus Gnam, der heute Ehrenmitglied des Vereins ist. Unter Trainer Klaus Berti gelang dann 1984 die Meisterschaft der B-Klasse und ein Jahr später völlig überraschend der Aufstieg in die Bezirksliga. 1995 nach überwiegend guten Fußballjahren in der Kreisliga A musste dann der Weg wieder nach unten in die Kreisliga B angetreten werden. Im Jahr 2000 verschmolzen die Fußballer des SV Sonderbuch mit den Kickern des FV Asch zum FV Asch-Sonderbuch.

Aber auch im Breitensport ging es im Verein voran. Eine sehr gut funktionierende Breitensportgruppe sowie eine engagierte Damengymnastikgruppe wurden in den 90er-Jahren gegründet. Heute steht Wolfgang Ruopp als Übungsleiter bei der Breitensportgruppe vor. Seine Frau Gabriele leitet die Übungsabende der Damengymnastik. Vor allem Gabriele Ruopp ist ein „Juwel für den Verein“, ist sie doch die treibende Kraft für die Gesundheitsförderung bei verschiedenen Kursen im Verein, so die Vorstandschaft des SV Sonderbuch. Aus diesem Grund wurde sie auch 2011 mit dem Zertifikat Pluspunkt Gesundheit DTB ausgezeichnet. Diese Auszeichnung erhalten nur qualifizierte Übungsleiter bei den Gesundheitssportangeboten.

Auf der malerisch gelegenen Anlage im Greuth haben die Landesligadamen des FV Asch-Sonderbuch ihr Domizil gefunden. Bis zum Jahr 2014 gab es zwölf Jahre den Spatzencup für E-Jugendmannschaften, es war mit rund 70 Mannschaften eines der größten Turniere in Süddeutschland. Hier konnte oft der Nachwuchs vieler Bundesligisten begrüßt werden.

Neben dem Blautopf-Pokalturnier wird es am 21.Oktober einen großen Festabend zum Jubiläum geben. Im Dorfgemeinschaftshaus in Sonderbuch stehen Ehrungen an, es wird ein buntes Festprogramm geben.

Die Ausstellung „75 Jahre Fußball auf der Blaubeurer und Laichinger Alb, im Blau-und Achtal sowie auf dem Hochsträß“ ist im Vortragssaal der Stadthalle in den nächsten Tagen zu folgenden Zeiten zu sehen: Freitag 17 bis 21 Uhr, Samstag 14 bis 18 Uhr, Sonntag 11 bis 17 Uhr und Montag (Kinderfest) 15 bis 19 Uhr.

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