„Anpöbeln ist normal“: Blaubeurer DRK hilft bei Silvesterparty in Berlin

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 Bei der großen Silvesterparty in Berlin war auch das DRK Blaubeuren vor Ort.
Bei der großen Silvesterparty in Berlin war auch das DRK Blaubeuren vor Ort. (Foto: Skolimowska)

Drogen, Stichverletzungen, Bewusstlosigkeit, pyrotechnische Verletzungen oder auch K.o.-Tropfen: Fünf Bereitschaftsmitglieder des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) vom Ortsverein Blaubeuren hatten in der Neujahrsnacht einiges zu tun. Sie halfen bei der großen Silvesterparty in Berlin.

Tote hat es Gott sei Dank aber nicht gegeben.

Steffi Ludwar, Bereitschaftsleiterin DRK-Kreisverband Ulm

Der Kreisverband Ulm organisierte die Unterstützung. Mit dabei auch Kreisbereitschaftsleiterin Steffi Ludwar. Aus dem Kreisgebiet machten sich insgesamt 20 Helfer am 30. Dezember nach Berlin auf. Ein Tag Sightseeing, dann begann in der Silvesternacht der Einsatz. Der Dienst ging bis 3.30 Uhr. 400 Sanitätshelfer vom DRK sowie Feuerwehr und das Technische Hilfswerk (THW) waren vor Ort. „Wir hatten ordentlich zu tun – für unsere Verhältnisse“, sagt Ludwar im Gespräch mit dieser Zeitung. 400 Hilfeleistungen seien eine große Herausforderung gewesen. „Und da war noch kein ,Pflaster-Kleben’ dabei“, merkt die 50-Jährige an. Sie engagiert sich im DRK seit zehn Jahren; seit vier Jahren ist sie Kreisbereitschaftsleiterin. Der DRK-Ortsverein Blaubeuren zähle derzeit 15 Aktive.

Spannende Erfahrungen

„Es war aber für uns auch sehr spannend und eine tolle Erfahrung“, erzählt Ludwar und fügt an: „Wir hatten die ganze Bandbreite an Hilfeleistungen. Tote hat es Gott sei Dank aber nicht gegeben.“ Aufregung gab es auch noch einmal nach Dienstschluss: „Wir kamen in Berlin zu einem Unfall mit einem Schwer- und zwei Verletzten hinzu und mussten nochmals richtig Erste Hilfe leisten.“

Letztlich ist diese Hilfsaktion „positiver Stress“ gewesen. Gefeiert wurde auch. „Aber eben nicht direkt um 24 Uhr. Ich hatte da selbst gerade einen Patienten und das hat immer Priorität“, zeigt Ludwar auf. Wichtig: „Angepöbelt wird man immer, wenn man mit dem Rucksack durch Menschenmassen geht, aber wir wurden nicht angegriffen.“ Gesund ging es mit dem Mannschaftstransportwagen zurück – am 1. Januar um 22 Uhr trafen die Mitglieder wieder in Blaubeuren ein.

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