Zu wenig Steuereinnahmen: Viele Projekte müssen gestrichen werden

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752 000 Euro werden dieses Jahr ins Alte Rathaus investiert.
752 000 Euro werden dieses Jahr ins Alte Rathaus investiert. (Foto: Dominik Prandl)

2,9 Millionen Euro wird die Gemeinde Allmendingen in diesem Jahr in verschiedene Projekte investieren. Um alles finanzieren zu können, wird die Kommune um eine Kreditaufnahme und den Griff in die Rücklagen nicht umhin kommen, machte Bürgermeister Florian Teichmann in der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend klar. Grund dafür ist auch, dass die Gewerbesteuereinnahmen nicht mehr so reichlich fließen wie in den Jahren zuvor.

Die Allmendinger Kämmerei hat den Rotstift angesetzt: Gestrichen sind die Neubauten für Feuerwehrgerätehäuser in Allmendingen und auf den Lutherischen Bergen, vorerst wird es keinen barrierefreien Zugang zum Rathaus geben und – wie schon in den Jahren zuvor – wird auch dieses Jahr das Waldfreibad nicht umfassend saniert. Geblieben sind von gewünschten Investitionen in Höhe von 17,3 Millionen Euro realistische Vorhaben für 2,9 Millionen Euro, plus die Kosten für den Erwerb von Grundstücken.

Spielplatz auf den Lutherischen Bergen kommt

Trotz der Einschnitte sei es noch gelungen, einige neue Projekte zusätzlich zu den schon laufenden in den Haushaltsplan aufzunehmen. Darunter auch ein vergleichbar kleines Vorhaben, das schon viele Jahre geplant ist, aber bisher nie umgesetzt wurde: Ein Spielplatz auf den Lutherischen Bergen, der nun mit dem Engagement der örtlichen Vereine realisiert wird. 27 000 Euro will die Gemeinde im laufenden Jahr dafür in die Hand nehmen.

Zudem wird die Gemeinde die angefangenen Projekte wie den Neubau der Seniorenwohnungen und der Gemeinschaftsräume für die Seniorenarbeit vorantreiben (dieses Jahr werden 965 000 Euro investiert) und weitere Arbeiten am Alten Rathaus (752 000 Euro) stehen an.

Wir sind bei all diesen Projekten auf die Einnahmen aus der Gewerbesteuer und Zuschüsse vom Land angewiesen.

Kämmerer Robert Mohr

Ebenfalls im Haushaltsplan steht die Kanalisation und der Ausbau der Ortsdurchfahrt in Schwörzkirch (etwa 200 000 Euro inklusive eingestellten Mitteln aus den vergangenen Jahren) und der Hochwasserschutz entlang der Schmiech (320 000 Euro). Nicht zuletzt investiert die Gemeinde auch in den Ausbau der Infrastruktur für schnelles Internet und nimmt dafür rund 550 000 Euro in die Hand.

Angewiesen auf Zuschüsse

„Wir sind bei all diesen Projekten auf die Einnahmen aus der Gewerbesteuer und Zuschüsse vom Land angewiesen“, machte Kämmerer Robert Mohr klar. Zudem müsse eine Millionen Euro aus den Rücklagen entnommen werden. „Wir werden 2019 rund zwei Millionen Euro weniger Gewerbesteuer einnehmen als 2017“, sagte er. Alleine über die Einnahmen der Gemeinde kann der Verwaltungshaushalt dieses Jahr nicht finanziert werden. 490 000 Euro fehlen zur Deckung aller laufenden Kosten, gedeckt wird dieser Fehlbetrag, der durch höhere Umlagen und weniger Schlüsselzuweisungen entsteht, aus den Rücklagen.

Viele unserer Projekte laufen gleichzeitig und das zu stemmen, ist eine Herausforderung.

Kämmerer Robert Mohr

Schon 2018 hatte die Gemeinde geplant, einen Kredit aufzunehmen, 2019 werde man wohl nicht umhin kommen, das zu tun. Damit steige der Schuldenstand auf 4,1 Millionen Euro und die Rücklagen sinken auf rund 654 000 Euro. „Viele unserer Projekte laufen gleichzeitig und das zu stemmen, ist eine Herausforderung“, so der Kämmerer.

In Anbetracht der Zahlen, war Gemeinderat Leonhard Sontheimer (Freie Wähler) froh, dass die Gemeinde aus der guten Steuerlage in den vergangenen Jahren die richtigen Schlüsse zog, und Rücklagen gebildet hatte. „Uns ist es dieses Jahr trotzdem gelungen, Pflichtaufgaben und Freiwilliges in den Plan aufzunehmen“, sagte er.

Einstimmig stimmten die Räte dem Haushaltsplan zu.

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