Viel Trubel im Weilersteußlinger „Schubba“

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Das Weilersteußlinger Jugendhaus, der „Schubba“, hielt Tag der offenen Tür.
Das Weilersteußlinger Jugendhaus, der „Schubba“, hielt Tag der offenen Tür. (Foto: SZ- Elisabeth Sommer)
Elisabeth Sommer
Freie Mitarbeiterin

Richtig gut besucht, so hat sich das Jugendhaus in Weilersteußlilngen am Sonntag gezeigt. Da fand der erste Tag der offenen Tür seit vielen Jahren statt und die Bewohner der Lutherischen Berge strömten gleich vormittags zum Weißwurstfrühstück. An normalen Öffnungstagen ist es eher beschaulich in dem großen Raum im Erdgeschoss des ehemaligen Schulgebäudes, das schon mehr als ein Jahrhundert auf dem Buckel hat, was ihm von außen auch anzusehen ist.

„Es war damals noch in Gulden bezahlt worden“, weiß Ortsvorsteher Hans Jakob Schaude aus einem historischen Schriftstück und dieses war schließlich 1871 mit Gründung des Deutschen Reichs abgelöst worden. Dass die Jugend jetzt einmal die Öffentlichkeit offiziell einlud, mit der es auch keine Probleme wegen Lärm oder Derartigem gibt, gefällt dem Ortsvorsteher sehr gut. Alle Altersgruppen sind hier willkommen und Ältere schauen bei Events schon gerne einmal rein, wenn Fußball-WM ist oder auch ein Bürgermeisterkandidat sich vorstellt, so wie das im Wahlkampf mit dem jetzigen Amtsinhaber Florian Teichmann im Jugendhaus mit Platz für rund 70 Personen der Fall war. Der Bürgermeister war auch zum Tag der offenen Tür eingeladen, wurde am Vormittag aber noch nicht gesichtet. Neben Ortsvorsteher Schaude nahmen auch sein Amt- und Namenskollege aus Ennahofen Jochen Schaude und Grötzingens Alt-Ortsvorsteher Hans Schrade teil, schließlich gehören Schrades Söhne Alexander und Nikolai zu dem 24-köpfigen Organisationsteam des Jugendhauses.

Sie organisieren sich selbst, haben aber in Grötzingens Ortsvorsteher, wegen einer Namensgleichheit, Günther Mang (Schreiner) genannt, einen Jugendhausbeauftragten an ihrer Seite. Gewinne verwaltet Günther Mang auf dem Juha-Konto. Aus der Barkasse werden die Getränke gekauft und Besorgungen gemacht. 2004 organisierte sich das neue Jugendhausteam. Die Einrichtung war 1975 gegründet worden und in der Region durch Bandauftritte bekannt. Sie erlebte mehrere Generationswechsel, auch zeitweise Schließungen. Saniert hat das jetzige Team die Sanitärräume, finanziert von der Gemeinde. Zuletzt wurden schalldichte Fenster durch die Gemeinde eingebaut. Geheizt wird mit Holz, gestiftet von der Gemeinde. Für Licht und Technik haben sie auch eigenes Kapital eingesetzt. Sie hoffen, dass Bürgermeister Teichmann ein offenes WLAN einrichtet, was vom dazu nötigen Glasfaserkabel abhängt.

Seit vier Wochen gehören auch drei Mädchen im Jugendalter zum Organisationsteam. Sie überlegen, wie sie den Treffpunkt für ihresgleichen attraktiver machen können. Vielleicht mal einen Mädelsabend veranstalten, lautet eine Idee. Platz im Wochenplan wäre vorhanden. Das Jugendhaus, das die Jugendlichen nur „Schubba“ nennen, hat am Donnerstag-, Freitag- und Samstagabend für mehrere Stunden geöffnet. Dann wird sich dort versammelt, ausgetauscht, gespielt oder für Fahrten zu Veranstaltungen getroffen. Am Sonntag ist nach Gelegenheit offen. 20 bis 30 Personen seien das in der Regel und manchmal eben auch ältere Semester bis 70 Jahren zum Plausch. Party ist zweimal im Jahr. Eine „Big Village Beats Party“ findet im Frühjahr und Herbst statt. Silvester und die Jahresfeier am Vorabend zu Dreikönig finden intern statt, wie schon im Herbst ein mehrtägiger „Teambuilding“-Ausflug ins Allgäu mit Wanderung und Viehscheidbesuch. Die Bedienung im Jugendhaus und auch die Reinigung läuft zwanglos, also ohne festen Plan ab, was dem Fußboden aber auch anzusehen war.

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