Jäger Alexander Rothenbacher lädt ein zum „Oimol a Wildsau sei“

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Am Rande des Waldes erläuterte Alexander Rothenbacher den Lebensraum der Wildschweine.
Am Rande des Waldes erläuterte Alexander Rothenbacher den Lebensraum der Wildschweine. (Foto: SZ- kurt efinger)
Kurt Efinger

Alexander Rothenbacher aus Öpfingen ist Gastwirt, Jäger sowie lizensierter Waldpädagoge und von Wetter aller Art lässt er sich nicht so schnell abschrecken. „Findet statt“ lautete am Samstag kurz und bündig Rothenbachers Antwort auf eine telefonische Anfrage, ob die Veranstaltung „Oimol a Wildsau sei“ aus dem gemeinsamen Waldpädagogik-Programm des Alb-Donau-Kreises und der Stadt Ulm stattfinde.

Stellenweise ging Nieselregen auf die kalten Fluren nieder, als Alexander Rothenbacher allein neben seinem Auto auf dem Parkplatz des Allmendinger Waldfreibads stand und auf Kundschaft wartete. 14 Leute waren angemeldet. Zehn davon hatten sich die oben genannte Frage offensichtlich selbst negativ beantwortet, zogen die warme Stube der ach so gesunden Wanderung in Gottes freier Natur vor.

Nicht so der kleine Johannes aus Altheim. Pünktlich war er mit seinem Papa Ralph am vereinbarten Ort und ließ sich das hölzern Namensschild an den Anorak heften. Dazu bekam er von Rothenbacher nach der freundlichen Begrüßung „Fährten und Spuren“, eine Bestimmungshilfe für Naturfreunde, ausgehändigt. Kaum geschehen, entstiegen Melanie und ihre Mama Sabina aus Briel ihrem Kraftwagen und zeigten sich ebenfalls entschlossen, der Wetterunbill zu trotzen. Jetzt war Alexander Rothenbacher froh, wenigstens mit einer kleinen und nur aus vier Personen bestehenden Gruppe sein ansonsten erfolgreiches Lehrprogramm starten zu können. Die Enttäuschung, dass die anderen ohne Entschuldigung nicht gekommen waren, ließ er sich keineswegs anmerken, übergab den beiden Kindern je eine Sammeltüte aus Papier und begann langsam den sanften Aufstieg in Richtung Wald.

Auf halbem Weg blieb der Jäger neben dem abgeernteten Acker stehen und fragte, was da wohl gewachsen sein könnte. Mais lautete eine naheliegende Vermutung der Begehungsteilnehmer. Sie lagen falsch, war es der scharfen Beobachtung des Waidmanns gemäß doch Raps, dem hier die Sauen, so die Bezeichnung weiblicher Wildschweine auf Jägerlatein, vor der Ernte einen äußerst angenehmen, weil nahrhaften Aufenthalt verdanken. Die Ölfrucht bildete für die borstigen Tieren zudem ein sicheres Versteck vor Leuten, die ihnen mit Flinten auf den Pelz zu rücken gedachten. Kaum im Wald, wurde die Fußspur einer Sau ausgemacht. „Oimol a Wildsau sei“, wäre vielleicht gar nicht so übel, muss ja nicht unbedingt in der Bratpfanne eines Gasthofs enden.

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