Gemeinderat stimmt Flächenplanungen für Gewerbegebiete zu

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Zwei mögliche Flächen für Solarfelder sind in den Allmendinger Plänen zu finden.
Zwei mögliche Flächen für Solarfelder sind in den Allmendinger Plänen zu finden. (Foto: ARchiv)

Um weitere Gewerbeflächen in der Gemeinde zu schaffen, hat der Allmendinger Gemeinderat bereits vor zwei Jahren beschlossen, den Flächennutzungsplan der Gemeinde fortzuschreiben. Nun sind die ersten Stellungnahmen zu den ausgewiesenen Gebieten eingegangen. Von geplanten 29,7 Hektar blieben noch 18,7 Hektar übrig, die potenziell irgendwann für Gewerbetreibende zur Verfügung stehen. Diskussionen gab es um mögliche Flächen für Solarenergie auf den Lutherischen Bergen.

Nachfragen von Firmen hat Bürgermeister Florian Teichmann aktuell einige auf dem Schreibtisch liegen: Konkret seien zehn Hektar Flächen nachgefragt, die die Gemeinde derzeit nicht bieten kann, weil die Gewerbeflächen der Gemeinde erschöpft sind. Um das zu ändern, laufen schon seit einigen Jahren die Planungen für eine Fortschreibung des Flächennutzungsplans.

Zehn mögliche Flächen für neue Gebiete hatte die Verwaltung vorgeschlagen. Das Gebiet an der Witzensteige wird wegen des zu geringen Abstandes zur angrenzenden Wohnbebauung zurückgestellt. Hier hatte das Landratsamt erhebliche Bedenken geäußert. Reduziert wird die geplante Fläche am Tanzplatz/Ebenöde bei Schwörzkirch. Von ehemals zwölf Hektar geplanter Fläche bleiben hier 5,5 Hektar übrig, weil das Landratsamt den Blick auf das Tal freigehalten wissen will. Bürgermeister Teichmann wies darauf hin, dass dieses Gebiet trotz der verminderten Fläche beibehalten werden sollte, weil hier perspektivisch ein Feuerwehrgerätehaus Platz finden könnte.

Leonhard Sontheimer (Freie Wähler) forderte, dass sich die Gemeinde auf Flächen konzentrieren solle, die in der Nachbarschaft zu bestehenden Gewerbegebieten liegen und bei denen die Infrastruktur bereits vorhanden sei, wie entlang der B492.

Eine kurze Debatte entbrannte um die möglichen Flächen für Solaranlagen bei Weilersteußlingen und Ennahofen. Sarah Roggenkamp (CDU) fragte nach, ob diese Flächen Pflicht seien, was Architekt Michael Schröder vom Büro Wick und Partner verneinte. „Solaranlagen brauchen einen Bebauungsplan, das wäre jetzt die erste Stufe, um sich darüber Gedanken zu machen“, erklärte er. Würden die Räte diese Flächen aus der Planung streichen, käme es zu Problemen, sobald ein Investor konkrete Flächen bei der Gemeinde anfragen würde. „Wir können dann aber auch schlecht Nein sagen, wenn wirklich ein Investor kommt“, wandte Sontheimer ein.

Sarah Roggenkamp sprach sich gegen die Flächen aus, weil diese dann der Landwirtschaft fehlen würden. „Ich finde das nicht schön und wir klatschen damit die Natur zu. Wir sollten zu aller erst Industriedächer nutzen“, warf sie ein. Doch bevor die Flächen überhaupt für die Gewinnung von Solarenergie genutzt werden könnten, werde noch viel Zeit vergehen, machte der Bürgermeister klar. Zudem würden die Landwirte selbst die Entscheidung treffen, ob sie die Flächen an Investoren verpachten oder nicht. „Aber in Zeiten der Energiewende muss jeder seinen Beitrag leisten.“

Eine Gegenstimme

Mit einer Gegenstimme von Sarah Roggenkamp stimmten die Räte den Flächenausweisungen schließlich zu. Nun wird ein Planentwurf erstellt, der nach einer weiteren Vorstellung im Gemeinderat öffentlich ausgelegt wird.

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