Er war mit Ralf Rangnick im Ulmer Trainerteam

 Seit wenigen Jahren ist Harry Brobeil (Mitte) zurück bei seinem Heimatverein TSV Allmendingen, der in der Kreisliga spielt.
Seit wenigen Jahren ist Harry Brobeil (Mitte) zurück bei seinem Heimatverein TSV Allmendingen, der in der Kreisliga spielt. (Foto: Scherwinski)
Hans Aierstok

Harry Brobeil hat seit Jahren als Fußballtrainer einen guten Ruf. Bei seiner Tätigkeit beim SSV Ulm 1846 war er damals zur Ulmer Bundesliga-Zeit als Trainer der Zweiten Mannschaft im Trainer-Team zusammen mit Ralf Rangnick: „Das war eine lehrreiche Zeit und für mich ein großer Schritt zur nächsten Ebene“, sagt Harry Brobeil im Gespräch mit SZ-Mitarbeiter Hans Aierstok

Alles begann in Allmendingen

Im Jahr 1963 geboren, begann Harald, kurz Harry, Brobeil als D-Jugendlicher beim TSV Allmendingen schon früh mit dem Fußballspielen. Mit 17 Jahren wurde er in seinem letzten A-Jugend-Jahr für die Aktiven freigemacht. Sein erstes Spiel in der ersten Mannschaft des TSV Allmendingen war ein Heimspiel gegen den SV Mochenwangen und wurde 3:2 gewonnen. Zusammen mit Otmar Pfinder betreute er die TSV-Reserve. Im Jahr 1985 erwarb Brobeil die Trainer B-Lizenz und war dann zwei Jahre Trainer des damaligen Bezirksligisten SSV Emerkingen. Er holte Torwart Hans-Peter Baisl aus Ehingen nach Emerkingen.

Intensives Training

Vor der Saison 1989/90 ging Harry Brobeil als Trainer zum TSV Allmendingen zurück und sicherte dort durch intensives Training mit der Mannschaft den Verbleib in der Bezirksliga. Er legte daraufhin ein Jahr Pause ein und übernahm anschließend die A-Junioren der TSG Ehingen. Zweimal feierte er mit den Ehinger Nachwuchs-Fußballern die Meisterschaft in der Bezirksstaffel, doch seine Mannschaft verpasste jedes Mal in der Aufstiegsrunde den Sprung auf Verbandsebene. Viele der spielstarken A-Junioren nahm er in der Saison 1993/94 in die erste Mannschaft der TSG Ehingen mit, die er eine weitere Saison trainierte.

Jetzt zog es Harry Brobeil für drei Jahre zum damaligen Bezirksligisten FC Schmiechtal, ehe er vor der Saison 1997/98 zum SSV Ulm 1846 ging. Vor dem Wechsel zu den Ulmern hatte Harry Brobeil in Hennef die Trainer A-Lizenz erworben. In Ulm erwartete ihn eine große Aufgabe: Die U19 der Spatzen spielte in der höchsten Spielklasse gegen den Nachwuchs der Bundesligisten und Harry Brobeil bezeichnet diese Spiele als „tolle Erlebnisse“. Daraufhin übernahm er die zweite Mannschaft des SSV Ulm 1846 mit hochbegabten Spielern. Trainer der ersten Mannschaft war von 1997 bis 1999 Ralf Rangnick, der die Spatzen in die Bundesliga führte.

Die „Zweite“ wird plötzlich die „Erste“

Brobeil stieg mit seinem Team im Jahr 2000 von der Landesliga in die Verbandsliga auf. Nachdem die erste Mannschaft der Spatzen 2000 aus der Bundesliga und ein Jahr später noch aus der Zweiten Liga abgestiegen war, für die Regionalliga keine Lizenz bekam und wegen der Insolvenz des Vereins in der Oberliga automatisch als Absteiger feststand und nur noch auf dem Papier existierte, war die von Brobeil trainierte „Zweite“ als Verbandsligist plötzlich die erste Mannschaft des SSV Ulm 1846 – mit der die Fans zu den Auswärtsspielen fuhren. Dieses Ulmer Team sorgte beim jeweiligen Gastgeber in der Verbandsliga für Rekorde mit bis zu 3000 Zuschauern. „Jeder wollte schließlich gegen Ulm gewinnen“, erinnert sich Harry Brobeil. Höhepunkte waren nach der Verbandsliga-Punkterunde die Relegationsspiele gegen den SV Linx (Südbaden). Nach dem 1:0 in Linx gewann der SSV Ulm 1846 auch das Rückspiel im Ulmer Stadion vor 5000 Zuschauern 3:0 – der Durchmarsch von der Landesliga zur Oberliga war ein Riesenerfolg für Mannschaft und Trainer Brobeil.

 Als die zweite Mannschaft der Spatzen fast über Nacht zur „Ersten“ wurde: Das Bild zeigt Trainer Harry Brobeil (Mitte) in der S
Als die zweite Mannschaft der Spatzen fast über Nacht zur „Ersten“ wurde: Das Bild zeigt Trainer Harry Brobeil (Mitte) in der Saison 2001/02. (Foto: Archiv: VS)

Noch in der Zeit als Verbandsligist sorgten die Ulmer für einen echten Knaller: Der Verbandsligist war im August 2001 im DFB-Pokal in der ersten Runde Gastgeber des Bundesligisten 1. FC Nürnberg und gewann sensationell 2:1. Es war in der Bundesrepublik das erste Mal, dass ein Team aus einer fünften Liga im DFB-Pokal einen Bundesligisten besiegte. Gästetrainer Klaus Augenthaler sei beeindruckt, aber wenig begeistert gewesen, sagt Brobeil.

Von Ulm nach Laupheim

Mit 13 Spielern aus der bisherigen A-Jugend und einigen Routiniers wie zum Beispiel Dragan Trkulja und Holger Betz spielten die Ulmer in der Oberliga eine starke Vorrunde und wurden am Ende sogar Vizemeister. Allerdings hatte Harry Brobeil wegen interner Querelen während der Runde aufgehört, auch weil die Mannschaft nach seiner Auffassung zu wenig Potenzial hatte. Zu diesem Zeitpunkt waren die Ulmer Dritter.

Von 2003 bis 2006 war Harry Brobeil sodann Trainer des FV Olympia Laupheim. In diese Zeit fiel auch der Laupheimer Wiederaufstieg von der Landesliga in die Verbandsliga. Der Trainer hatte damals Wasilios Sachpazidis und Fabian Hummel nach Laupheim geholt.

Beruf zwingt zur Pause

Im Jahr 2006 legte der Allmendinger aus beruflichen Gründen eine längere Pause ein. In der Saison 2009/10 half Brobeil ein halbes Jahr als Trainer beim damaligen Oberligisten VfL Kirchheim aus; Rolf Baumann war sein Co-Trainer. Dann kamen zwei erfolgreichen Jahre bei der TSG Ehingen. Zuvor hatte Fabian Hummel als Spielertrainer den Bezirksligisten in die Landesliga gebracht. Der Aufsteiger wurde gleich im ersten Jahr Dritter. Im zweiten Landesliga-Jahr schaffte Trainer Harry Brobeil mit der TSG einen Rekord: Am Ende der Verbandsrunde belegte die TSG Ehingen mit 70 Punkten und einer Tordifferenz von 96:33 mit 13 Punkten Vorsprung den ersten Platz und stieg in die Verbandsliga auf. Das letzte Rundenspiel gewannen die Ehinger damals 8:1 gegen den SV Oberzell. Nach dem Aufstieg musste Brobeil erneut aus beruflichen Gründen pausieren. Dies bedauert er heute noch sehr. Er gab die Mannschaft an Michael Bochtler weiter, der inzwischen seit vielen Jahren den Verbandsligisten SSV Ehingen-Süd mit Erfolg trainiert.

„Diese Aufgabe ist direkt vor meiner Haustür, und sie kann ich neben meiner beruflichen Tätigkeit noch bewältigen.“ Harry Brobeil

Seit der Saison 2018/19 ist Harry Brobeil wieder bei seinem Heimatverein TSV Allmendingen, mit dem ihm nach zweimaligem Anlauf der Aufstieg zur Kreisliga A gelang. Er wird von Co-Trainer Michel Lippmann und Sohn Marc Brobeil unterstützt. „Diese Aufgabe ist direkt vor meiner Haustür, und sie kann ich neben meiner beruflichen Tätigkeit noch bewältigen“, sagt Harry Brobeil. Seit dieser Zeit hat der TSV zwar mehrere Leistungsträger verloren, aber in Florian Stiehle ein echtes Stürmer-As verpflichtet. Harry Brobeil ist in Allmendingen wohnhaft und arbeitet als Vertriebsleiter bei einem großen Ulmer Unternehmen.

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