Einblick in die Arbeit einer Landimkerei

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 Oli Wall schabte das Wachs von den Honigwaben.
Oli Wall schabte das Wachs von den Honigwaben. (Foto: SZ- kurt efinger)
Kurt Efinger

Eine höchst interessante Führung haben am Sonntag ein Dutzend Leute, darunter drei kleine Buben, in der Landimkerei Zagst am Ende des Ostpreußenwegs erlebt. Konstantin Zagst brachte ihnen das Leben der Bienen und die Verwertung ihrer Produkte nahe.

Die Veranstaltung in der Imkerei war eines von 15 Angeboten im Sommerferienprogramm der acht Volkshochschulen der Region Donau-Iller und zeigte den Weg des Honigs von der Wabe in das Glas und die Gewinnung und Verarbeitung von Wachs. 90 Minuten lang war eine abwechslungs- und aktionsreiche Informationenfolge geboten.

Zu Beginn erklärte der Imker den Aufbau eines mehrstöckigen Bienenkastens und die damit verbundene Arbeit. Das lästige Einfangen von Bienenschwärmen vermeidet er durch das Herausbrechen von Weiselzellen aus den Waben. Dadurch wird das Entstehen einer neuen Königin und der massenweise Auszug von Bienen hinter der Altkönigin verhindert. 30 Bienenvölker hat Konrad Zagst zur Zeit und kommt mit ihnen gut zurecht.

Die Landimkerei Zagst ist eine Familiengeschichte. Vor 100 Jahren kaufte der Allmendinger Karl Zagst bei einem örtlichen Imker zehn Bienenschwärme um fünf Mark das Stück und brachte sie in seinem ein Jahr zuvor gebauten Bienenhaus unter. 1964 starb Karl Zagst mit 76 Jahren. Sein Sohn Paul führte die Imkerei weiter, bis sie Enkel Konstantin 1986 übernahm. Seit 33 Jahren ist er erfolgreich als Imker tätig.

Seltener als früher wird der beim Einfangen von Bieneschwärmen den ganzen Körper bedeckende Schutzanzug gebraucht, aber er ist vorhanden und gab dem neunjährigen Elias am Sonntag Gelegenheit, sich darin als Model zu präsentieren. Das fanden außer den Erwachsenen auch der sechsjährige Raphael und der fünfjährige Daniel lustig. Die zum Anzug gehörende Rauchpfeife verleitete umherschwirrende Bienen einst zur Flucht. Konrad Zagst besitzt eine Schwarmfangkiste. Einen Schwarm von Mannshöhe fing er damit vor neun Jahren ein.

Das Gewinnen von Honig erlebten die Besucher in einem der von der Imkerei belegten Kellerräume des am östlichen Ortsrand gelegenen Wohnhauses. Hier schabte Praktikant Oli Wall aus Pfraunstetten die Wachsabdeckung von den Honigwaben. Diese steckte Boris Simurina in die Schleuder. Daraus floss der Honig in einen Eimer. Konrad Zagst zeigte, wie er mit einem Deckelwachstrenner neue Mittelwände für die Bienenkästen schafft, und fertigte mit Hilfe eines Wachskochers und Dochtschnüren duftende Wachskerzen verschiedener Dicke und Länge sowie Teelichter an.

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