Fabian Neckermann, Lothar Borg und Constantin Hartwig (v.l.) brachten tiefen Sound in die Weilersteußlinger Kirche.
Fabian Neckermann, Lothar Borg und Constantin Hartwig (v.l.) brachten tiefen Sound in die Weilersteußlinger Kirche. (Foto: SZ- kurt efinger)
Kurt Efinger

Auf den Lutherischen Bergen hat der Ehinger Musiksommer wie schon die Jahre zuvor geendet. In der Kirche von Weilersteußlingen nahmen am Sonntag drei herausragende Tubisten mit abgrundtiefen Tönen das beeindruckte Publikum für sich ein.

Zu dem Trio mit dem scheinbar rätselhaften Namen 21Meter60 haben sich die drei – seit vielen Jahren freundschaftlich verbundenen und beim Deutschen Musikwettbewerb 2016 erfolgreichen – jungen Tubisten Fabian Neckermann, Steffen Schmid und Constantin Hartwig zusammengetan. Fällt einer von den dreien aus wie am Sonntag Steffen, findet sich in der europäischen Orchesterlandschaft scheinbar problemlos Ersatz. Als solcher war Lothar Borg seiner kurzfristig gestellten Aufgabe voll gewachsen. Alle drei haben die Schnittstelle zwischen Ausbildung und Beruf bereits hinter sich und spielen in namhaften deutschen Orchestern. Fabian Neckermann ist seit Februar 2018 als Solo-Tubist im Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin engagiert. Die drei Künstler spielen gewissermaßen in der Superliga und zeigten in der Weilersteußlinger Kirche, was man mit der Tuba kann, wenn man kann wie sie. Das ist schon beeindruckend viel.

„Wir laden Sie ein zur Reise um die Welt“, erklärte Constantin Hartwig als charmanter Moderator die Benennung des Programms als „Around the World“. Rund ging es dabei in jeder Hinsicht mit den drei Tieftönern zu, die im Sinfonieorchester hinter Kontrabässen und Hörnern ihr unscheinbares Dasein fristen. In einem Barockorchester sucht man die 1835 erfundene Tuba allerdings wie in den vorausgegangenen Epochen vergebens. Das Trio eignet sich frühere Musik einfach durch eigene Transkription an. Das tönt hervorragend, wie auch von befreundeten Komponisten für die Formation geschriebene Nummern. Einzig Mozarts kleine Nachtmusik spielen sie auf winzigen Nasenflöten – und auch das zum Erstaunen des erheiterten Publikums gekonnt. Dazwischen profiliert sich jeder einzelne solistisch. Gegen Ende erfährt man, dass drei jeweils 7,20 Meter lange F-Tuben 21meter60 ergeben. Wer sich in Blechmusik ein bisschen auskennt, kam selbst darauf. Nach dem zu Herzen gehenden „Danny Boy“ und dem finalen Gershwin-Medley, dankte das virtuose Trio mit Daniel Schnyders Schuhmacher-Marsch für rauschenden und anhaltenden Applaus. Die volkstümliche Polka „Von Freund zu Freund“ als zweite Zugabe bewies die scheinbar Überflüssigkeit aller anderen Blasinstrumente.

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