Das war der Jubiläums-Nachtumzug in Allmendingen

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Die Höllgraba Hexa aus Gamerschwang stapeln sich zu einer Pyramide in den Allmendinger Nachthimmel.
Die Höllgraba Hexa aus Gamerschwang stapeln sich zu einer Pyramide in den Allmendinger Nachthimmel. (Foto: Hog)

Die Narrenzunft „Allmendinger Zigeunergruppe“ hat am Samstag ihren 23. Narrenumzug veranstaltet. Mehr als 80 Gruppen waren zweieinhalb Stunden lang vom Gasthaus Kreuz bis zur Mehrzweckhalle unterwegs, um bei Temperaturen um null Grad mit heißen Einlagen kräftig einzuheizen. Hexenläufe, Hexenkarussell und Pyramiden kamen bei den Zuschauern bestens an, eine Formation zeigte eine Wippe. Einige Kapellen und Formationen mit Peitschenvorführungen ergänzten die Maskenträger. Auch waren ein Tandemfahrrad und einige fahrende Musikboxen in der Spur.

Das Wetter war wie geschaffen für einen Nachtumzug. Die Trockenheit lockte zur Freude von Zunftmeister Markus Braig und seinem Team tausende Zuschauer nach Allmendingen, um rund 2000 Umzugsteilnehmer zu bewundern. Nach dem Umzug wurde in der Mehrzweckhalle noch lange gefeiert. Auch aus Sicht der Zuschauer war wenig zu beklagen, es gab nur ein einziges kleines Umzugsloch, das der versierte Ansager Willi Girner, seines Zeichens Vorstand der Narrenzunft Schmiechen, mit aufmunternden Rufen „Umzugs – Loch“ im Dialog mit den Zuschauern kurzweilig füllte. Insgesamt wurde an drei Stellen entlang der Umzugsstrecke moderiert. Hier waren Rufe wie „Wetterhexa - Hexawetter“, „Zenka - Rälle“ oder „Blauberg - Weibla“ besonders oft zu hören.

Zwei der Forstberghexen Wangen sind mim Radl da.
Zwei der Forstberghexen Wangen sind mim Radl da. (Foto: Hog)

Den Anfang machte die Allmendinger Zigeunergruppe. Die weiteren Gruppen kamen aus dem Raum Ulm, von der Alb und der Neckarebene und auch aus der Gegend bis weit südlich von Allmendingen. Auch nahegelegene Zünfte wie Kirchen, Kirchbierlingen, Griesingen oder Schmiechen waren dabei. Schöne Pyramiden zeigten unter anderem die Höllgraba Hexa aus Gamerschwang, die Wasamolle aus Illerberg/Thal, die Narrenzunft „D‘Illerstoi Senden“, die Schlosshexa Laupheim, die Remshexen aus Waiblingen und in ganz großer Formation die Scheiterhau Hexa aus Genkingen.

Tandemfahrrad und ein Pool

Die Forstberghexen aus Wangen hatten ein Tandemfahrrad dabei, das jedoch nicht mehr als zwei Radler verkraftet hat. Eine Hexe der Gosbach Leimwergweibla durfte im Pool ihrer Kollegen wippen. Für die Kinder hagelte es Bonbons, aber meist nicht nach dem Gießkannenprinzip. Vielmehr übergaben viele Hästräger ihre süßen Schätze lieber persönlich, was der Verschwendung entgegenwirkte.

Diese drei Damen haben sichtlich Spaß an der Fasnet.
Diese drei Damen haben sichtlich Spaß an der Fasnet. (Foto: Hog)

Die Narrenzunft Großengstingen hatte ihre Kapelle losgeschickt. Ein Hexenkarussell boten die Ranzenburger Hexen. Mit Peitschen waren die Altbacher Neck’r Hexa und Deifl und die Deggner Leirakiebel vertreten, die entsprechenden Vorführungen zündeten.

Die Jungs der Stelza aus Westerheim hoben eine junge Dame zu sich nach oben, und entließen sie nicht ungeküsst. Eine intensive Rolle auf der Straße legten die Gischbl-Weiber aus St. Johann hin, jedenfalls zwei von ihnen. Die Herrlinger Laudr Deifl baten alle sich zu setzen und beim Start des Beats aus ihrer fahrenden Musikbox aufzuspringen und mitzutanzen.

Mit Rätschen angereist

Mit Rätschen war der Schetterhaufen Unterkammlach angereist. Die Rätschen gehen auf einen heidnischen Brauch zurück, sind also eine historische Ergänzung zur katholisch geprägten Fasnet. Ihre Pyramide gehörte zu den wirkungsvollsten. Ans Ende des Umzugs hatten sich die Fanfaren der Allmendinger Zigeuner gesetzt. Mit ihrem Piratenschiff beschlossen sie den Umzug. Die Zuschauer teilten sich nach zweieinhalb unterhaltsamen Stunde auf in diejenigen, die den Heimweg antraten, und jene, die eine Runde Fasnetsglückseligkeit in der Mehrzweckhalle der unmittelbaren Abreise vorzogen.

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