Gut gelaunt: Allmendingens Bürgermeister Florian Teichmann (l.) und Vereinsvorsitzender Klaus Geprägs.
Gut gelaunt: Allmendingens Bürgermeister Florian Teichmann (l.) und Vereinsvorsitzender Klaus Geprägs. (Foto: SZ- Hog)

Der Bergemer Heimatverein Grötzingen hat am Samstag im Musikerheim Weilersteußlingen, auch als der Farrenstall bekannt, seine Hauptversammlung abgehalten. Geprägt war das Vereinsjahr 2019 von Baumaßnahmen, die in Bildern nachvollzogen werden konnten.

Die vierte Jahresversammlung des relativ neuen Vereins zur Erforschung der Geschichte der Lutherischen Berge wurde vom Vorsitzenden Klaus Geprägs mit der Bemerkung eröffnet: „Das abgelaufene Vereinsjahr war geprägt von viel Arbeit.“ Besonders herausgeragt hat der Gedenktag „100 Jahre Mühlbach“ am 25. Mai mit einer Ausstellung im Grötzinger Museum. Die am Biosphären-Infozentrum Dächingen und Gasthaus Löwen in Grötzingen gestarteten Wanderungen zum Mühlbachstein waren vom Regen geprägt, ebenso die dortige Waldandacht mit Pfarrer Börkircher und der Jagdhornbläsergruppe Forst sowie die gemeinsame Wanderung zum Grötzinger Museum „Gfriere“. Dort war eine Dokumentation der Ereignisse zu sehen, ferner Werkzeug und Gerät, mit dem vor 100 Jahren die Arbeiten im Wald verrichtet wurden.

Friedrich Mühlbach war Forstwirt und lebte mit seiner Familie und seinem Kollegen Christian Olpp unter einem Dach. Eines Sonntagmorgens waren die im Forsthaus Weilersteußlingen lebenden Kollegen zur Sichtung in den Wald aufgebrochen. Es fielen Schüsse, der 43-jährige Mühlbacher wurde später tot aufgefunden. Olpp, der aufgrund einer Forstreform versetzt werden sollte, sprach von einem Überfall durch Wilderer, konnte jedoch aufgrund der Ermittlungen des Mordes überführt werden. Im Ehinger Gefängnis hat sich Olpp später erhängt. Der Enkel des Ermordeten, der 75-jährige Professor Hans-Peter Mühlbach, war aus Hamburg angereist, um an der Gedenkfeier teilzunehmen.

Das arbeitsreiche Jahr für den 64 Mitglieder starken Verein war durch Dacharbeiten am Lager zustandegekommen. 40 Helfer haben in 620 ehrenamtlichen Stunden Hand angelegt. Dabei wurde auch das obere Tor erweitert und die Rampe wurde generalüberholt. Geprägs bezeichnete die Arbeiten als gelungen und dankte den in allen Gewerken aktiven Helfern ausdrücklich mit den Worten „viele Hände, schnelles Ende“.

Beim Nachhaltigkeitswettbewerb der Donau-Iller Bank hat der Verein 1500 Euro erhalten. Schriftführer Bernd Geprägs ging auf den detaillierten Jahresablauf ein. Hierzu gehörte auch die Teilnahme am Allmendinger FiZ mit dem Ausschank von Most aus der Bergemer Moste. Anlässlich des Christbaumverkaufs hat der Verein die Kaufinteressenten und Verkäufer mit Glühmost, Glühwein und Punsch versorgt. 2019 beim Verein eingegangene Zeitdokumente, die bis 1792 zurückreichen, sollen in der nahen Zukunft ausgewertet werden. Otto Rechtsteiner übersetzt dazu regelmäßig die altdeutsche Handschrift.

Kassiererin Susanne Schaude kam aufgrund der Renovierungsarbeiten auf einen Jahresverlust von 3500 Euro, der durch Guthaben gedeckt war. Bürgermeister Florian Teichmann nahm die Entlastung vor. Zur Übernahme des Lagers durch die Gemeinde sagte er: „Gefühlt ist der Bergemer Heimatverein Eigentümer, daher wird es einen langfristigen Pachtvertrag zu günstigen Konditionen geben.“ Auch spendete er dem Verein die alte Feuerwehrleiter der Gemeinde Allmendingen und versprach alsbaldigen Wasseranschluss und die Einrichtung von WCs im Museum.

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