Allmendinger Kinderkino bleibt erhalten

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Waltraud Weber und Monica Tillmann (v.l.) geben das Kinderkino in die Hände von Lisa Späth.
Waltraud Weber und Monica Tillmann (v.l.) geben das Kinderkino in die Hände von Lisa Späth. (Foto: Prandl)

Wer sich vorstellen kann, das Kinderkino zusammen mit Lisa Späth weiterzuführen, kann sich bei der Gemeinde melden unter Telefon 07391/70 15 30.

18 Jahre lang haben Monica Tillmann und Waltraud Weber dafür gesorgt, dass Kinder in Allmendingen regelmäßig den besonderen Flair eines Kinonachmittags im Ort erleben können. Doch nun reichen sie den Stab weiter. Mit Lisa Späth aus Niederhofen haben sie glücklicherweise eine Nachfolgerin gefunden. Weitere Helfer werden noch gesucht.

Mit dem Projekt Kinderkino will das Landratsamt Alb-Donau-Kreis Kino auf dem Land möglich machen. Seit dem Jahr 2000 werden in Allmendingen regelmäßig Filme gezeigt. Hinter dem Angebot steht der Arbeitskreis Jugend/Freizeit und Soziales des Gemeindemarketings. Waltraud Weber und Monica Tillmann haben die Organisation ehrenamtlich übernommen.

„Wir haben für die Filmvorstellungen Trinken und Süßes gekauft, zum Beispiel Popcorn, und alles fertiggemacht“, erzählt Monica Tillmann. Außerdem haben die beiden Helferinnen die Werbung des Landratsamts für das Allmendinger Gemeindeblatt vorbereitet. Am Vorführtag donnerstagnachmittags waren sie immer vor Ort. „Da muss man schon zu zweit sein“, erklärt Waltraud Weber. Der Film werde oben im Saal des Bürgerhauses gezeigt und wenn Kinder unten auf die Toilette gehen, würden sie beaufsichtigt. „Wir lassen sie nicht allein.“ Je nach Alter werden die Kinder zum Kino von den Eltern nämlich abgeliefert oder kommen sogar allein. Nur bei den ganz Kleinen käme manchmal noch jemand mit und setze sich hinten dazu. Vor einigen Jahren seien 120 Kinder zu einer Vorstellung gekommen. Mittlerweile gingen die Kinder länger zur Schule und es kämen 30 bis 60 zur Filmvorstellung, die seit der vergangenen Saison kostenlos besucht werden kann. Und natürlich kam in den Jahren schon alles vor, was auch in Kindergärten, Schulen oder an Kindergeburtstagen passieren kann: Es gibt Tränen, eine Flasche fällt um, ein Kind übergibt sich. „Ich hatte schon einmal auf jedem Bein ein Kind“, erzählt Monica Tillmann.

Filmauswahl im Landratsamt

Das Kinderkino gibt es in 18 Gemeinden des Alb-Donau-Kreises. Einmal im Jahr kommen Vertreter aus den Gemeinden im Landratsamt zusammen, um sechs Filme für die nächste Saison auszuwählen. Es würden unterhaltsame, aber gewaltfreie Filme ausgesucht, die meistens auch eine Botschaft vermitteln, erklären die beiden Ehrenamtlichen. Vor dem Treffen mache das Landratsamt Filmvorschläge, die man sich dann auch ansehen könne. „Zur Wahl liegen die Filmplakate auf Tischen und jede Gemeinde darf sechs Kleber verteilen.“ So würden die Filme ausgewählt. Dabei würde auch darauf geachtet, dass Spielfilme, Zeichentrickfilme und Angebote für die Kleinen wie auch für Kinder ab acht Jahren dabei sind. In der Ankündigung darf aus Lizenzgründen nicht der Name des Films genannt werden. Die Konkurrenz-Verleihfirma achte darauf und habe einen Verstoß in Allmendingen sogar schon einmal zur Anzeige gebracht, erklärt Monica Tillmann.

„Es dürfte nun ruhig jemand Jüngeres machen, haben wir uns gedacht“, sagt Waltraud Weber zum Abschied vom Kinderkino. Mittlerweile, nach 18 Jahren, würden sie die Kinder auch gar nicht mehr kennen. „Gerade in der Zeit, in der auch das Ferienprogramm ansteht, ist das Kinderkino einfach zu viel, auch wenn es kein riesiger Aufwand ist“, sagt Monica Tillmann, die sich gemeinsam mit Waltraud Weber und weiteren ehrenamtlichen Helfern auch um das Allmendinger Ferienprogramm kümmert.

Dass neue Helfer fürs Kinderkino in Allmendingen gesucht werden, hat Lisa Späth im Gemeindeblatt gelesen. „Ich bin vor fünfeinhalb Jahren hergezogen und wollte mich ehrenamtlich einbringen in der Gemeinde“, sagt sie über ihren Entschluss, das Kinderkino weiterzuführen. Sie arbeite gerne mit Kindern zusammen, habe auch eine kleine Tochter. Früher sei sie in der Landjugend aktiv gewesen. Sie helfe im landwirtschaftlichen Betrieb zu Hause mit, doch beim Kinderkino seien die Tage absehbar, an denen man aktiv sei. „Diese Tage sind jetzt geblockt.“

„Wir freuen uns riesig, dass es weitergeht“, sagt Monica Tillmann. „Das Kinderkino in Allmendingen wäre sonst gestorben.“ Lisa Späth werde erst einmal von Elke Bärsauter von der Gemeinde unterstützt. „Es wäre toll, wenn sich noch weitere Helfer finden.“

Wer sich vorstellen kann, das Kinderkino zusammen mit Lisa Späth weiterzuführen, kann sich bei der Gemeinde melden unter Telefon 07391/70 15 30.

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