2500 Tonnen-Bohrer frisst sich ins Gestein

Lesedauer: 4 Min

Gigantische Dimensionen: Die 110 Meter lange und etwa 2500 Tonnen schwere Tunnelvortriebsmaschine soll den längsten Tunnel der
Gigantische Dimensionen: Die 110 Meter lange und etwa 2500 Tonnen schwere Tunnelvortriebsmaschine soll den längsten Tunnel der (Foto: Arnim Kilgus)
Schwäbische Zeitung

Etwa 8000 Menschen haben am Samstag zugesehen, wie eine 110 Meter lange und etwa 2500 Tonnen schwere Maschine sich durch das Gestein der Alb gefressen hat. Sie besuchten den Tag der offenen Baustelle für den Boßlertunnel bei Aichelberg (Kreis Göppingen). Mit seinen 8806 Metern soll er der längste Tunnel der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm sein.

Der Startschuss für die Tunnelvortriebsmaschine fiel mit deren Taufe, teilt die Bahn in einem Pressebericht mit. Von Aichelberg aus wird der Boßlertunnel in Richtung Filstal/Gruibingen gegraben. „Mit jedem Tunnelmeter sehen wir, wie präzise die Arbeiten vorankommen“, sagte Projektsprecher Wolfgang Dietrich. „Wir sehen, wie Mensch und Maschine Hand in Hand arbeiten und ein technisches Meisterwerk vollbringen. Und deshalb hoffe ich, dass mit jedem Tunnelmeter, den sie hier weiter vorankommen, auch das Vertrauen in diese Menschen wächst.“

Parallel zum symbolischen Baustart, der musikalisch von der Laichinger Stadtkapelle begleitet wurde, fand am Tunnelportal für die Bürger auch ein Tag der offenen Baustelle statt. Interessierte hatten Gelegenheit, die Portalbaustelle, die Tunnlevortriebsmaschine sowie Baustellengeräte zu besichtigen und mit Ingenieuren aus dem Projekt ins Gespräch zu kommen. Alle zehn Minuten fand eine Führung auf der Tunnelvortrriebsmaschine statt.

„Ganz besonders freut mich das große Interesse der Bürger an dieser Ingenieurskunst“, fügte Wolfgang Dietrich hinzu. In den vergangenen vier Jahren hätten alle Beteiligten alle Anstrengungen unternommen, um die Menschen auf eine Reise mit zunehmen , die über schwieriges Terrain geführt habe und an deren Ende die Begeisterung für eine Sache stehe. „Wenn ich jetzt heute sehe, dass die Neugier auf das, was kommt, von Tag zu Tag wächst, ist das sicherlich eines der schönsten Geschenke für unsere Arbeit.“

Von Bahnseite aus nimmt die Tunnelvortriebsmaschine ihren Betrieb voraussichtlich im Januar auf, die Arbeiter auf der Baustelle gehen aber davon aus, dass es in den nächsten Wochen soweit ist. Bis dahin würden noch abschließende vorbereitende Arbeiten durchgeführt, teilt die Bahn mit. Außerdem würde die Maschine in den bereits erstellten, kurzen Tunnelabschnitt hinein geschoben.

Neben dem Portal Aichelberg wird der Boßlertunnel auch vom sogenannten Zwischenangriff Umpfental gebaut. Dort ist der 948 Meter lange Zugangsstollen inzwischen fertig gestellt und die Mineure befänden sich mit der Bauweise im konventionellen Spritzbetonvortrieb schon 600 Meter in beiden Richtungen nach Ulm und Stuttgart im Berg.

Der Boßlertunnel gehört zum sogenannten Planfeststellungsabschnitt 2.2, dem 15 Kilometer langen Albaufstieg. Dieser umfasst neben dem Boßlertunnel auch die 485 Meter lange Filstalbrücke sowie den 4,847 Kilometer langen Steinbühltunnel. Die ICE-Neubaustrecke Wendlingen-Ulm ist 59,9 Kilometer lang.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen