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„Tatort“-Kritik: „Narben“

Köln / Lesedauer: 1 min

Die Kölner Kommissare Ballauf und Schenk (Klaus J.Behrendt und Dietmar Bär) ermitteln
Veröffentlicht:27.04.2016, 19:32
Aktualisiert:23.10.2019, 16:00

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Beim Mord an einem kongolesischen Arzt ist wenig, wie es zunächst scheint. Fünf Frauen spielen bei der Aufklärung die Hauptrollen.

Wieder ein „ Tatort “ über Flüchtlinge ? Ja, schon, aber einer, der dem Anspruch dieser Serie, ein heikles Thema gesellschaftspolitisch relevant – und nicht nur korrekt – zu verfilmen, gerecht wird. Und das in vielerlei Hinsicht. Das Mordopfer ist ein Arzt aus dem Kongo, einer der Kriegsflüchtlinge, die scheinbar angekommen sind nach fünf Jahren Leben und Arbeiten in Deutschland. Auf dem Weg von der Klinik heim zu seiner Frau wird er im Park erstochen. Die Kölner Kommissare Ballauf und Schenk (Klaus J.Behrendt und Dietmar Bär) gehen zunächst von einer Beziehungstat aus, stellen dann aber auch einen Zusammenhang zum Todesfall einer kongolesischen Frau im Flüchtlingsheim fest.

„Als Frau kann man an vielen falschen Orten geboren werden. Ostkongo steht ganz oben auf der Liste.“ Diese scheinbar lapidare Feststellung wird wahrscheinlich vor allem die weiblichen Zuschauer dieses „Tatorts“ noch über Tage verfolgen. Es sind fünf Frauen, um die sich dieser Kriminalfall dreht. Von diesen wird vor allem Julia Jäger als Ärztin, die mit traumatisierten Frauen arbeitet, in Erinnerung bleiben. Die Abgründe, die sich hinter ihrer unnahbaren Miene und ihren sparsamen Gefühlsäußerungen auftun, sind große Schauspielkunst. Regisseur Torsten C. Fischer orchestriert diesen Krimi schnörkellos und ohne unnötige Nebenschauplätze. Ein Film, der nachhallt.

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