Krimi

„Tatort“-Kritik: „Der Tod ist unser ganzes Leben“

Kultur / Lesedauer: 1 min

Die Münchner Kommissare Batic (Miroslav Nemec) und Leitmayr (Udo Wachtveitl) geraten durch den Abschluss eines früheren Falls an die Grenzen.
Veröffentlicht:28.04.2017, 17:22
Aktualisiert:23.10.2019, 06:00

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Diese „Tatort“-Folge aus München ist in zweierlei Hinsicht außergewöhnlich: Sie löst einen Fall auf, den die Kommissare Batic ( Miroslav Nemec ) und Leitmayr (Udo Wachtveitl) in der Folge „Die Wahrheit“ (Oktober 2016) ungelöst zu den Akten legen mussten. Zudem steht weder der Täter noch die Suche nach ihm im Mittelpunkt.

Holger Joos und Philip Koch (Drehbuch und Regie) tun das, was viele angesichts der zunehmenden Gewalt einfordern: Sie wenden sich dem Schicksal der Opfer zu. Und das sind in dem Fall Polizisten, die an ihre Grenzen stoßen.

Zur Erinnerung: In „Die Wahrheit“ wurde ein junger Familienvater vor den Augen seiner Frau und seines Sohnes niedergestochen. Batic geht das Schicksal der japanischen Witwe Ayumi (Luka Omoto) besonders nahe. Das ist in dieser Fortsetzung auch der Grund, weshalb er nach der Festnahme des Täters, die schon in den ersten zehn Filmminuten vonstattengeht, den Gefangenentransport begleiten will. Dabei kommt es zu einer Katastrophe, aus der beide Kommissare schwer angeschlagen hervorgehen. Leitmayr muss sich gar die Frage stellen, ob sein Freund und Kollege ihm die Wahrheit sagt.

Regie-Neuling Koch zeigt in intensiven Szenen, wie auch Polizisten vor sinnloser Gewalt kapitulieren. Ein lohnenswerter „Tatort“ auch für diejenigen, die den vorausgegangenen Fall nicht gesehen haben.

Tatort: Der Tod ist unser ganzes Leben (So., ARD, 20.15 Uhr)