Rockgewitter

Die Zeichen stehen auf Rockgewitter

Kultur / Lesedauer: 3 min

Festival Rockavaria zieht Zehntausende Fans an
Veröffentlicht:30.05.2016, 17:58
Aktualisiert:23.10.2019, 15:00

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Zweite Auflage von Rockavaria ist im Olympiapark München über die Bühne gegangen.

Dass sich ein Festival nicht zwangsläufig über die Unannehmlichkeit des Campings definiert, hat die zweite Auflage von Rockavaria bewiesen. Zu Auftritten von Iron Maiden , Iggy Pop, Nightwish, Slayer, Sabaton, Mando Diao und Gotthard feierten Zehntausende Rock- und Metalfans im Olympiapark München.

„I’m Only Happy When It Rains“, „Ich bin nur glücklich, wenn es regnet“, sang Shirley Manson von Garbage am Samstagnachmittag bei strahlendem Sonnenschein. In Ermangelung einer Sonnenbrille immer wieder die Hand schützend vor die Augen haltend, trug sie den Song von der Schönheit des Regens und ihrer Vorliebe für schlechte Neuigkeiten vor. Garbage haben ohnehin ein Talent dafür, Welt- und sonstigen Schmerz zu vertonen: die unerwiderte Liebe genauso wie das Fremdschämen. Und mit jedem gehauchten Wort sympathisierte das Publikum mit Shirley Mansons Qualen und Schwermut.

Mando Diao versprühten da mehr Leichtigkeit. Die Schweden, die seit knapp einem Jahr ohne den zweiten Sänger Gustaf Norén auskommen, gaben ein vor allem in der zweiten Hälfte sehr tanzbares Set ab. Sänger Björn Dixgard und Konsorten fuhren eine ordentliche Charme-Offensive. Mit Titeln wie „Dance With Somebody“ und „Gloria“ zelebrierten sie die gute Laune, so wie es zuvor auf der anderen Hälfte der Doppelbühne bereits die Schweizer Hardrocker von Gotthard getan hatten. Mit viel Spielfreude und zeitlosen statt angestaubten Nummern punkteten Sänger Nic Maeder und seine Truppe.

Anders als beim Auftakt, bei dem zusätzlich die Olympiahalle bespielt wurde, waren diesmal beide großen Bühnen parallel im Stadion angeordnet. Auch das Konzept der dritten Bühne am Olympiasee wurde überarbeitet: Statt begrenztem Zugang bot der Hang jetzt Platz für jeden, der etwa die Crossover-Pioniere von Dog Eat Dog oder die Retrorocker von Kadavar, die den undankbaren Slot zeitgleich zu Iron Maiden erwischt hatten, sehen mochte.

Fans auf Fantasiereise

Iron Maiden besetzten am dritten Festivaltag die Headliner-Position. Am Freitag hatte die Symphonic-Metal-Band Nightwish die Fans auf eine Fantasiereise mitgenommen. Am Samstag hatte Iggy Pop die Masse an seiner „Lust for Life“ teilhaben lassen. Dem Anschein und den Besucherströmen nach mobilisierten Iron Maiden mit Abstand am meisten Fans. Als die wohl wichtigsten Vertreter der New Wave of British Heavy Metal die Bühne enterten, ist für viele sehnsüchtig ausharrenden Anhänger der Höhepunkt erreicht. Gewohnt energiegeladen turnte Bruce Dickinson umher, stimmt Klassiker wie „The Trooper“ oder „Powerslave“ an.

Den ganzen Sonntag über ist ohnehin eine brachialere und düsterere Marschrichtung angesagt gewesen, wenn Bands wie Anthrax und Slayer auf ihre Instrumente einknüppelten und Ghost okkulten Themen frönten. Eine Unwetterwarnung ließ viele Fans vom Innenraum auf die überdachten Ränge ausweichen.

Der angekündigte Hagel blieb zwar aus, aber der Starkregen setzte zum Auftritt von Sabaton wie auf Knopfdruck ein. Mit martialischer Optik und eingängigen Power-Metal-Hymnen rissen die Schweden die Meute mit. Und das bei einem Wetter, das Shirley Manson glücklich gemacht hätte.

Weitere Fotos gibt es online unter www.schwaebische.de/

rockavaria2016. Infos zum Festival finden sich online unter www.rockavaria.de