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Bregenzer Meisterkonzerte mit Dirigent Suzuki

Bregenz / Lesedauer: 2 min

Vertraut und doch immer wieder ein Erlebnis ist Johann Sebastian Bachs schwingende Musik, hier dargeboten von Spezialisten aus England und Japan.
Veröffentlicht:03.12.2023, 17:00

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Im Rahmen der Bregenzer Meisterkonzerte stimmten das Orchestra und der Choir of the Age of Enlightenment unter der Leitung des japanischen Dirigenten Masaaki Suzuki auf Weihnachten ein. Die ersten drei Kantaten des Weihnachtsoratoriums und die doppelchörige Motette „Singet dem Herrn“ bildeten das festliche Programm

Johann Sebastian Bachs „Weihnachtsoratorium“ (das der Komponist freilich nicht so bezeichnet hat) gehört traditionsgemäß in die Vorweihnachtszeit und ist nach einer gewissen Zeit der Eingewöhnung auch konzertsaaltauglich. Denn im Bregenzer Festspielhaus mit seinem großen Bühnenraum ist die Akustik für historische Instrumente und klein besetzten Chor nicht besonders entgegenkommend und man hatte zunächst den Eindruck, als würden die Sängerinnen und Sänger des 16-stimmigen Chors viel Druck geben, um den Raum zu füllen. Dann aber überzeugten die Leichtigkeit und Homogenität der beiden britischen Ensembles, die die historische Aufführungspraxis auf so natürliche Weise verinnerlicht haben, dass man es sich gar nicht mehr anders vorstellen kann.

Warme und schlanke Solostimmen

Da treten die Solisten aus den Reihen des Chors heraus, um ihre Rezitative und Arien zu gestalten, und bilden doch in den Chorälen und den koloraturenreichen, sehr rasch musizierten Chören eine wunderbare Einheit des schlanken Chorklangs.

Warm und schlank ist die Stimme der Sopranistin Jessica Cale, Countertenor Hugh Cutting führt seine Stimme in den beliebten Arien „Bereite dich, Zion“ und „Schlafe, mein Liebster“ mit viel Ausdruck und sehr organisch durch die Register, in der Arie der dritten Kantate wird sein Gesang außerdem von der Solovioline der Konzertmeisterin umschmeichelt.

Mit hervorragender Diktion und Sprachgestaltung glänzt Guy Cutting als Evangelist und Erzähler der Weihnachtsgeschichte ebenso wie in der anspruchsvollen Arie „Frohe Hirten, eilt, ach eilet“. Florian Störtz, der einzige Deutsche unter den Solisten, strahlt bei aller Jugendlichkeit auch Autorität aus und verbündet sich in der prächtigen Arie „Großer Herr und starker König“ mit dem Solotrompeter.

Masaaki Suzukis führt harmonisch zusammen

Drei Trompeten und Pauke akzentuieren den festlichen Charakter in der ersten und dritten Kantate, in der zweiten haben die Holzbläser mit den charaktervollen Oboen und Traversflöten ihren großen Auftritt, die Generalbassgruppe bildet ein bewegliches und fein akzentuierendes Fundament.

Der 69-jährige Masaaki Suzuki, der in Japan und Amsterdam studierte und in seiner Heimat das so erfolgreiche Bach Collegium Japan aufgebaut hat, führt die beiden Ensembles in stimmigen Tempi, zügig in den Eingangschören und fließend in den Chorälen. Auch die Motette „Singet dem Herrn“ mit ihren virtuosen Außensätzen und dem zurückgenommenen Mittelteil ist wunderbar selbstverständlich musiziert. Sicherlich haben viele im Publikum innerlich mitgesungen!