Schwäbische Zeitung

Markdorf - Unverblümt, fröhlich und auffällig marschieren sie ein. Voran geht der achtjährige Erik mit seinem Panini-Album in den Händen, gefolgt von Schwester Ingrid (6) mit ihrer kleinen Gitarre...

plus

Mit Schwäbische Plus weiterlesen

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher exklusiv für unsere Plus-Abonnenten zur Verfügung. So erhalten Sie unbegrenzten Zugriff zu allen Inhalten:

Markdorf - Unverblümt, fröhlich und auffällig marschieren sie ein. Voran geht der achtjährige Erik mit seinem Panini-Album in den Händen, gefolgt von Schwester Ingrid (6) mit ihrer kleinen Gitarre und Mama Monica (40). „Hier passt es mit den Kindern einfach besser. Hier gibt es nämlich leckeres Eis“, sagt Monica Bravo Granström beim Treffen im „Café di Coppola“. Die seit 2002 in Markdorf lebende Schwedin möchte über ein ganz besonderes Projekt sprechen. Eine Online-Zeitschrift für Schweden im Ausland, die von Schweden in der ganzen Welt gefüllt wird. „Mit der heutigen Technik kann man auch im kleinen Markdorf eine große Zeitschrift produzieren“, ist sich Granström sicher.„Mit Schwedisch als Lebensart.“ Unter diesem Slogan gibt die Dozentin für Mehrsprachigkeit an der PH Weingarten die Zeitschrift „magasinet SMUL“ zusammen mit ihren schwedischen Landsfrauen Lena Normén-Younger und Emma Ageberg heraus. Auf einem Kongress in Bologna im Oktober vergangenen Jahres lernten sich die Drei kennen. Schnell war die Idee geboren, Kultur, Sprache und Tradition aus der Heimat auch für Auswanderer zu erhalten. Die Verbindung nach Schweden solle nicht abreißen, nur weil man im Ausland lebt.Und so wurden am 1. Mai die ersten 86 Seiten des Magazins veröffentlicht. Zweimal im Jahr soll es erscheinen und kostenlos im Internet zugänglich sein. Ohnehin setzen die drei Schwedinnen voll auf elektronische Medien. Nach dem Kongress haben sie sich nicht mehr getroffen und nicht telefoniert. Die Kommunikation lief ausschließlich über E-Mails und Skype.Die in Vancouver lebende Lena kümmert sich als Herausgeberin um das große Ganze, Emma widmet sich der graphischen Aufarbeitung und Monica legt den Fokus als Chefredakteurin am stärksten auf den Inhalt. „Ich würde uns als drei Musketiere beschreiben. Wir ergänzen uns gut und sind ein tolles Team“, sagt sie. Daher schreiben auch alle drei Frauen eigene Geschichten. Weitere Beiträge kommen von schwedischen Auswanderern aus der ganzen Welt, wie aus San Francisco oder Melbourne. Die Themen der Zeitschrift sind dabei in sechs Kategorien unterteilt: Mehrsprachigkeit, Kultur, schwedische Schulen im Ausland, Technik, ein allgemeiner Blick auf Schweden und Kinder. „Ich hätte gerne eine Brigitte mit weniger Werbung, mehr Kultur und aktuellen, lebensnahen Themen, die viel bunter gemischt ist“, formuliert Granström die Anforderungen an die ideale Zeitschrift. Weit davon entfernt ist sie mit „magasinet SMUL“ nicht.Kultur, Sprache und Tradition ganz nah an den Menschen, an der Familie dran. Darum geht es Mutter Monica bei ihrem Projekt. Das lebt sie mit ihrem spanischen Mann und den dreisprachig aufwachsenden Kindern Erik und Ingrid. Wie authentisch, stellt dann auch die sechsjährige Tochter unter Beweis. Da das Eis aufgegessen ist und die wichtigsten Fragen geklärt sind, gibt sie mit ihrer Gitarre ein traditionelles schwedisches Lied zum Besten. Unverblümt, fröhlich und auffällig.

Die Kommentarfunktion zu dieser Galerie wurde deaktiviert.
Die Kommentare sind nur für Abonnenten sichtbar.