Ortschaftsrat Kau entwickelt Zukunftspläne

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Kau - Sorge wegen der Entwicklung von Kau hat der Ortschaftsrat bei seiner Sitzung geäußert: Dabei ging es um den Zeitpunkt, zu dem der Ortschaftsrat bei Projekten eingeschaltet wird und um die Wahrnehmung unterschiedlicher Zielsetzungen von Stadt und Ortschaft. Der Ortschaftsrat hat seine Überlegungen zur zukünftigen Entwicklung von Kau im Positionspapier „Dorfentwicklung Kau 2030“ zusammengefasst.Hubert Hahn (Freie Wähler) stellte das Ortsentwicklungskonzept vor. Im Kern geht es darin um die bauliche Entwicklung in Kau bis 2030 und die Auswirkung auf die Infrastruktur vor Ort. „Wir müssen angesichts der Bevölkerungsentwicklung wissen, was wir wollen“, sagte Hahn. Wichtig sei eine Gesamtkonzeption als Planungsgrundlage für die Zukunft.Insgesamt rechnet der Ortschaftsrat durch die Gebiete Sängerstraße, Diakonie Pfingstweid, Linde-Areal und sonstige private Flächen mit etwas mehr als 300 Wohneinheiten oder etwas mehr als 650 neuen Einwohnern in Kau. Trifft diese Prognose zu, wächst die Bevölkerung von Kau ausgehend vom Jahr 2000 von etwa 1400 Einwohnern auf etwas mehr als 2500 im Jahr 2030. Diese Erwartung wiederum führt zu Empfehlungen des Ortschaftsrats, Schule und Kindergarten zu erweitern, weitere Räume für Vereine bereitzustellen, einen Jugendraum zu schaffen, bei neuen Wohngebieten zwingend Spielplätze vorzusehen, neue Verbindungswege zu schaffen und eine Linksabbiegespur zur Seldnerhalle einzurichten.Bürgermeister Bruno Walter sprach dem Ortschaftsrat ein „Kompliment für diese Arbeit“ aus, es seien zentrale Probleme. Allerdings betonte er auch, dass es eine kommunale Gesamtstrategie geben müsse. Wobei er darauf verwies, dass viele Freiflächen in Privatbesitz seien, bei denen die Eigentümer über die Bebauung entschieden.Generell sei es allerdings so, dass es nicht nur Einfamilienhäuser geben könne. Stadtbaumeister Achim Straub verwies am Beispiel Linde-Areal darauf, dass es immer um einen Interessenausgleich ginge. Ein Bauträger wolle maximal verdichten, die Stadt müsse auf die Verträglichkeit mit der Umgebung achten.Ortschaftsrat Alexander Schulz (CDU) sagte, es habe mit dem Gremium keine Diskussion zum Linde-Areal gegeben: „Mit uns ist nie etwas abgestimmt worden.“ Bürgermeister Walter wandte ein, dass man nicht vollkommen frei sei. Es gebe einen Bedarf und zwei Möglichkeiten: entweder im Innenbereich zu verdichten oder in der Fläche zu wachsen. Ziel sei eine ausgewogene Bebauung. Gebe es nur Einfamilienhäuser, gingen diese nur zu exorbitanten Preisen weg. Das könne nicht Ziel sein.Der Bauträger müsse ein Konzept vorlegen, die Verwaltung entwickle ebenfalls eins – diese Alternativen seien dann die Grundlage für eine Diskussion. Straub betonte, dass die Planung der Stadt eigenständig und nicht lediglich eine Modifizierung des Konzepts des Bauträgers sei. Schulz betonte: „Es ist schade, dass wir da nicht eingeschaltet werden.“ Er verwies auf die Sängerstraße Süd, wo die Stadt ein anderes Interesse als die Ortschaft gehabt habe. Er sehe die Gefahr, dass Planungen schon weit vorangeschritten seien, bevor der Ortschaftsrat als gewähltes Gremium eingeschaltet werde. Bruno Walter sagte, dass er es richtig finde, dass sich der Bauträger selbst Gedanken machen müsse. Und dass es wichtig für die Gremien sei, alternative Konzepte auf dem Tisch zu haben. Straub hatte zuvor darauf verwiesen, dass die Stadt, nicht der Bauträger, Planungshoheit habe.Bezüglich der Infrastrukturwünsche sagte Walter, Kau brauche unter anderem einen zusätzlichen dreigruppigen Kindergarten. Baue man allerdings alles am vorhandenen Standort, gebe es keine Freiflächen mehr – die aber auch als Bewegungsräume wichtig seien. Die Bedarfe seien da, hier müssten Workshops Antworten liefern, wie es vernünftig weitergehen könne.Der Ortschaftsrat hat einstimmig beschlossen, im Zusammenhang mit der anstehenden Überarbeitung des Flächennutzungsplans das bestehende Ortsentwicklungskonzept zu konkretisieren. Dies soll in Workshops zusammen mit der Stadt Tettnang passieren.

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