Zwei Brüder kämpfen gegeneinander

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Nach den 90 Minuten im Laupheimer Olympiastadion wieder vereint: Daniel (TSG Ehingen, links) und Sascha Topolovac (Olympia Laup
Nach den 90 Minuten im Laupheimer Olympiastadion wieder vereint: Daniel (TSG Ehingen, links) und Sascha Topolovac (Olympia Laupheim). (Foto: Michael Mader)
Michael Mader

Beim Fußball-Landesligaspiel zwischen dem FV Olympia Laupheim und der TSG Ehingen ist es nach langer Zeit mal wieder zu einem Duell der beiden Topolovac-Brüder gekommen. Daniel Topolovac spielt seit dieser Saison nach langen Jahren in Laupheim wieder bei seinem Heimatverein in Ehingen, sein jüngerer Bruder Sascha ist seit Jahren Stammspieler und Kapitän beim Spitzenreiter Laupheim und hat kurz nach dem Spiel auch seine Zusage für ein weiteres Jahr bei der Olympia gegeben.

Naturgemäß war Sascha Topolovac besser gelaunt als sein Bruder, schließlich hatte Olympia Laupheim durch ein Eigentor in der Schlussphase die Partie gewonnen und die Tabellenführung gegenüber Verfolger Berg ausgebaut. „Wir haben heute natürlich auch das nötige Glück gehabt, aber das hat ja bekanntlich nur der Tüchtige.“ Darüber konnte Bruder Daniel gar nicht lachen. Seine Mannschaft hatte im Olympiastadion gut gekämpft und vor allem auch gut mitgespielt. „Wir hätten sicher einen Punkt verdient gehabt, aber in unserer Situation ist das oft so.“ Ehingen bleibt durch die Niederlage weiterhin das Schlusslicht, allerdings immer noch mit allen Chancen auf den Klassenerhalt.

Auch die Eltern fieberten am Spielfeldrand mit. Sie begleiten ihre Söhne seit vielen Jahren auf diverse Sportplätze, erst als Fahrdienst, jetzt als Fan. Mutter Beate litt mit Daniel und freute sich mit Sascha: „Da habe ich zwei Herzen in meiner Brust.“ Für Vater Anton Topolovac war die Sache dagegen klar: „Heute Abend bin ich traurig, weil die TSG mit Daniel verloren hat.“ Stolz waren sie aber beide trotzdem, schließlich war es wegen Verletzungen und anderer Umstände lange nicht zu einem solchen Spiel gekommen. Auch der Einsatz von Daniel Topolovac in Laupheim war erst kurzfristig möglich, weil seine Oberschenkelprobleme nicht so schlimm waren wie befürchtet. „Natürlich war das ein besonderes Spiel“, sagte der mittlerweile 31-Jährige. Man spiele ja nicht jeden Tag gegen seinen eigenen Bruder. „Während der 90 Minuten ist das aber kein Thema, zumal wir auch kaum Begegnungen auf dem Platz hatten“, betont der zwei Jahre jüngere Sascha Topolovac, der mit Laupheim nach nur einer Saison vermutlich wieder in die Verbandsliga zurückkehren wird. „Es sieht sehr gut aus, aber noch ist nichts in trockenen Tüchern.“ Auf der anderen Seite hofft Sascha auch, dass die TSG Ehingen in der Landesliga bleibt. „Das hätten sie sicher verdient, aber manchmal ist Fußball eben nicht ganz gerecht.“ Insgesamt macht aber jeder der beiden Brüder sein Ding. „Wir haben Saisonziele, die unterschiedlicher kaum sein können und setzen drauf, dass wir sie beide erreichen“, sagt Daniel. Und das gelte nicht nur im Fußball.

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