Zwei Außenseiter sorgen für Furore

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Eine Szene aus dem Bezirkspokalfinale – dadurch qualifizierten sich sowohl Sieger SV Baindt (dunkle Trikots) als auch Verlierer
Eine Szene aus dem Bezirkspokalfinale – dadurch qualifizierten sich sowohl Sieger SV Baindt (dunkle Trikots) als auch Verlierer FC Wangen II für den WFV-Pokal. (Foto: Florian Wolf)
Sportredakteur

Die erste Runde im WFV-Pokal hat in der Region einige überraschende Ergebnisse geliefert, zwei davon stachen ganz besonders heraus: Die beiden durch den Bezirkspokal qualifizierten Fußball-Mannschaften – der SV Baindt und der FC Wangen II – besiegten ihre höherklassigen Gegner und schreiben weiterhin an einem besonderen Kapitel Vereinsgeschichte.

Im WFV-Pokal stehen sich normalerweise Mannschaften ab der Landesliga gegenüber, dazu kommen aber auch diejenigen, die sich durch den Bezirkspokal qualifizieren, in dem Teams bis einschließlich Bezirksliga antreten. Dass diejenigen, die sich über diesen Wettbewerb für den WFV-Pokal qualifizieren, als Außenseiter gelten, versteht sich. Wenn es dann noch aktuell zwei Mannschaften gibt, die noch nie so weit gekommen waren und jetzt sogar die erste Runde überstanden haben, dann ist das endgültig bemerkenswert. Als Sieger des Bezirkspokals war der SV Baindt startberechtigt, ebenso der Finalverlierer FC Wangen II. Schon das Erreichen dieses Bezirkspokalendspiels war der jeweils größte Erfolg in der Vereinsgeschichte gewesen. Jetzt sorgen sie weiter für Furore.

Der FC Wangen II aus der Kreisliga A III hat nämlich den haushoch favorisierten Landesligisten FV Rot-Weiß Weiler mit 4:0 kurz und klein geschossen, der SV Baindt bezwang den Landesliga-Aufsteiger SG Kißlegg mit 2:1. „Wir wollten nicht das Opferlamm sein“, sagt FCW-Trainer Günther Gollinger über den großen Sieg. Die zweite Mannschaft habe zwar Verstärkung von mehreren Spielern aus dem Landesligateam bekommen – das Lob bekommen aber alle, die aufliefen: „Wir haben uns richtig gut präsentiert.“ Es könnte ein Wink für die kommende Saison in der Kreisliga A sein, denn die Wangener Zweite will besser als in der vergangenen Saison abschneiden. Da wurde sie Dritter. „Wir wollen ganz vorne mitspielen“, sagt Gollinger, ohne das Wort Bezirksliga in den Mund zu nehmen.

Tobias Broszeit gelingt ein Doppelschlag

Dort schon angekommen ist der SV Baindt. Der Verein komme von ganz unten, ordnet Teammanager Ulrich Geggier den aktuellen Erfolg ein. Er ist sehr zufrieden mit der Leistung gegen die SG Kißlegg, vor allem in der ersten Hälfte. Da sorgte Torjäger Tobias Broszeit, der in der vergangenen Saison für Baindts Zweite 32 Treffer erzielte, mit einem Doppelschlag für großen Jubel. Trotz des Anschlusstreffers der Kißlegger nach knapp einer Stunde sei der Baindter Sieg „hochverdient“ gewesen.

Völlig andere Vorzeichen hat das Zweitrundenspiel der Baindter, denn sie spielen am Mittwoch, 15. August, beim SV Schemmerhofen aus der Kreisliga A Riß – und sind als Bezirksligist plötzlich Favorit. Diese Rolle nimmt Geggier zwar an, er weiß aber auch: „Fußball ist ein seltsames Spiel.“

Das würde auch Günther Gollinger unterschreiben. Denn daraus nährt sich die Wangener Hoffnung, am Samstag, 11. August, wenigstens nicht völlig chancenlos zu sein. Denn nach dem Kaliber Weiler kommt jetzt das noch größere Kaliber SSV Ehingen-Süd. Der Verbandsligist spielt ganze drei Klassen höher. Doch in Wangen gilt: Wenn die Mannschaft auf den Platz geht, hat sie nicht vor zu verlieren. „Es müsste schon viel zusammenlaufen“, ist Gollinger realistisch.

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