ZU-Studenten verdienen beim Reifenverkauf

Lesedauer: 4 Min
Severin Arbes und Christian Weining leiten als Geschäftsführer das Unternehmen Laketyre. Sie vermitteln Reifensätze im großen St
Severin Arbes und Christian Weining leiten als Geschäftsführer das Unternehmen Laketyre. Sie vermitteln Reifensätze im großen Stil. (Foto: ras)

Friedrichshafen - Eigentlich wollten Christian Weining und Severin Arbes neben ihrem Studium an der Zeppelin-Universität ein bisschen Geld dazu verdienen. Heute vermitteln sie Reifen und Felgen an Käufer und stehen beim Warenumsatz, der über ihre Internetseite läuft, „kurz vor dem siebenstelligen Bereich“, wie Severin Arbes betont. Sie haben mit „Laketyre“ ihr eigenes Unternehmen gegründet und arbeiten zur Zeit im ZU-eigenen Gründerzentrum Pioneer Port am Seemooser Horn.

Die Idee, im großen Stil Reifen und Felgen von Autohändlern und -häusern an Reifenhändler zu vermitteln, entstand im Sommer 2016. Seit Januar 2015 hatten die beiden ZU-Studenten Reifensätze bei Autohäusern gekauft, diese eingelagert und über Verkaufsplattformen wie Ebay wieder verkauft. Schon damals haben sie damit gutes Geld verdient. Bald schon kamen sie als Kleinunternehmen an die Umsatzsteuergrenzen, Lager- und Transportkapazitäten waren schnell erreicht und das nötige Personal nicht vorhanden. Sie hatten im Laufe der 18 Monate, in denen sie Reifensätze verkauften, auch mitbekommen, dass man die besten Preise erzielt, wenn die abgenommene Menge besonders groß ist. Die Idee, als Vermittlungsstelle aufzutreten, lag da nahe.

Die Reifen selbst gelten zwar als gebraucht, stammen aber aus den Beständen von Autohäusern und sind oft noch beinahe neuwertig. Wenn ein Fahrzeug mit Werksrädern geliefert wird, der Kunde aber andere Reifen haben möchte, bleiben die Werksreifen liegen. Auch bei der Rückgabe eines Leasing-Fahrzeugs bleibt das Autohaus oft auf einem Satz Winterreifen sitzen. Die Mengen, die dabei anfallen, sind beachtlich. Die großen Autohäuser schaffen es in der Regel nicht, sich selbst um aufwendige Verkaufsaktionen zu kümmern und nehmen daher das Angebot von Laketyre gerne an.

Mittlerweile haben die Häfler Jungunternehmer ein großes Händlernetzwerk aufgebaut und „bieten den besten Preis, der am Markt verfügbar ist für die Autohäuser“, sagt Christian Weining. Bei den Angeboten handelt es sich um Reifenpakete, in denen 20 bis 1000 Sätze enthalten sind. Die Käufer holen die Reifen selbst beim Autohaus ab, somit braucht Laketyre keine Lager mehr. Bei der Dateneingabe werden die Autohändler unterstützt.

Kundenservice

Sie brauchen keine Fotos von den Reifen zu machen und haben mit der Verwaltung ihrer Angebote kaum noch Arbeit. Die Autohäuser, deren Reifensätze Laketyre vermittelt, sind in allen Bundesländern vertreten.

Das Geschäft läuft ausschließlich über eine gut programmierte Internetseite, deren Nutzer in jedem Einzelfall geprüft werden. Die Anbieter der Reifen, das können auch größere Fuhrparks sein, können ihre Angebote kostenlos einstellen. Die Käufer bezahlen bei Abschluss neben dem Kaufpreis eine Provision an Laketyre, die zwischen fünf und 7,5 Prozent des Kaufpreises liegt. In unmittelbarer Zukunft soll noch ein Bewertungssystem in der Seite etabliert werden, dass den Service noch einmal verbessert.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen