Zitterpartie: Glatthaar muss sich ins Zeug legen

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Udo Glatthar (rechts) stellt sich am Wahlabend den Fragen der lokalen Journalisten.
Udo Glatthar (rechts) stellt sich am Wahlabend den Fragen der lokalen Journalisten. (Foto: Ilg)
Redakteur Sigmaringen

SIGMARINGEN /BAD MERGENTHEIM (chw/bol) - Der aus Sigmaringen stammende Kandidat Udo Glatthaar hat es knapp verpasst, den Oberbürgermeister von Bad Mergentheim abzulösen. Er erhielt im ersten Wahlgang 43,7 Prozent der Stimmen. Die Stichwahl findet am 27. März statt (die SZ berichtete).

Angesichts seines kurzen Wahlkampfes wertete Glatthaar den Wahlabend als Erfolg. „Der Wille zum Wechsel in Bad Mergentheim ist da. Ich bin zufrieden. Ich habe den Anspruch, der Stadt eine neue Perspektive zu geben“, so Glatthaar über das Votum der Wähler. Der Rückstand von knapp 300 Stimmen zu Amtsinhaber Lothar Barth sei angesichts der Kürze seines Wahlkampfs eine hervorragende Position. Natürlich habe er sich mehr gewünscht. Aber Glatthaar sieht seine Möglichkeit: „Ich habe die große Chance, in den nächsten vier Wochen diese Stimmen zu gewinnen.“ Er werde weiter um Unterstützung werben. „Dort, wo die Menschen mich persönlich kennen gelernt haben, habe ich gut abgeschnitten“, betont Glatthaar. Diesen Weg werde er fortsetzen – trotz der „Vorwürfe, Anfeindungen und Verleumdungen, auch durch den Amtsinhaber.“ Knapp 44 Prozent gegen einen Amtsinhaber „sind sehr sehr viel, die restlichen sechs Prozent sind zu gewinnen“, sagt Glatthaar.

Der Sigmaringer kann auf die 684 Stimmen (6,79 Prozent) des zurückgetretenen Kandidaten Thomas Jakob spekulieren. Der Cannstatter Bezirksvorsteher hatte seinen Rückzug zu spät bekannt gegeben und wurde deshalb auf dem Wahlzettel belassen. Außerdem stehen noch die Stimmen einer weiteren Kandidatin zur Disposition. Die Taxi-Unmternehmerin Tina Schwendemann erreichte 190 Stimmen (1,89 Prozent). Sollte sich Schwendemann von der Wahl zurückziehen, könnte Glatthaar hiervon profitieren.

Nun wird spekuliert und gerechnet. Wenn, wie manche vermuten, zum zweiten Wahlgang ein neuer Kandidat antritt, ist alles wieder offen. Tritt kein weiterer Kandidat an, wäre die Zahl der Wähler, die in Bad Mergentheim einen Wechsel wollen, auf jeden Fall ausreichend, um den Amtsinhaber Barth zu stürzen.

Dass es zu einem Zweikampf zwischen Barth und Glatthaar kommen würde, hatte sich abgezeichnet.

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