Zielsprint sichert Valentin Wernz DM-Titel

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 Liefen bei den Deutschen Triathlon-Meisterschaften lange Zeit Seite an Seite: Jonas Schomburg (links) und Valentin Wernz, bis d
Liefen bei den Deutschen Triathlon-Meisterschaften lange Zeit Seite an Seite: Jonas Schomburg (links) und Valentin Wernz, bis dann im Zielsprint der Tuttlinger stärker war und sich den Titel sicherte. (Foto: DTU)
Simon Schneider

Er hat es endgültig bis ganz nach oben geschafft – Valentin Wernz. In Berlin hat sich der 24-jährige Sportler aus Tuttlingen seinen ersten Deutschen Meistertitel der Elite Männer gesichert (wir berichteten kurz). Im Rahmen der Finals Berlin 2019 und dem letzten Triathlon-Bundesliga-Rennen in dieser Saison über die Sprintdistanz sind die Deutschen Meisterschaften ausgetragen worden.

Es war ein Herzschlagfinale zwischen Valentin Wernz und Jonas Schomburg. Die Entscheidung um den Deutschen-Meister-Titel fiel damit erst wenige Sekunden vor der Ziellinie, als der Tuttlinger die Attacke auf Schomburg setzte, ihn in einem starken Sprint überholte, als erster Deutscher die Ziellinie überquerte und sich hinterher als verdienter Deutscher Meister feiern lassen durfte – sein bisher größter nationaler Erfolg bei der Männer Elite.

Das Rennen begann für Wernz, der für sein Bundesliga-Team „Kiologiq Team Saar“ startete, verheißungsvoll. Beim Schwimmen reihte er sich auf den vorderen Plätzen ein, stieg nach 750 Meter Schwimmen an Position sieben von insgesamt 80 Triathleten aus dem Wasser und wechselte im Anschluss schnell auf das Rad. „Ich war von Beginn an in der Führungsgruppe dabei. Wir haben dort gut zusammengearbeitet und ich habe ein gutes Tempo vorgelegt“, beschreibt Wernz unserer Zeitung seinen Rennverlauf auf der 20 Kilometer langen Radstrecke.

Und auch nach dem Wechsel in die Laufschuhe blieb der Tuttlinger weit vorne dabei. Die Aufholjagd auf den zwischenzeitlich führenden Deutschen Jonas Schomburg ging er zügig an, sodass er sich von seinen weiteren Konkurrenten auf den ersten von fünf Kilometern bereits absetzte. Er schloss die Lücke zu Schomburg und lief Seite an Seite mit ihm. Die beiden wurden nach rund zwei von insgesamt fünf Kilometern vom Südafrikaner Richard Murray und Joao Silva aus Portugal eingeholt, die aber nicht um die Deutsche Meisterschaft mitmischten. Murray setzte sich in der Folge ab, sodass Silva, Schomburg und Wernz eine dreiköpfige Verfolgergruppe bildeten.

Spannendes Finish

Alle Augen richteten sich in Berlin allerdings auf das Duell der beiden Deutschen, das bis zum Schluss Hochspannung garantierte. Wernz reihte sich auf der Zielgeraden taktisch klug zunächst hinter Schomburg ein. „Ich hatte schon mehrere Zielsprints in den vergangenen Rennen. Meistens ist es so, dass der hintere von beiden gewinnt, weil er den vorderen im Blick hat“, verriet uns Wernz. Und genau so geschah es. Obwohl Schomburg schon im Sprint war, setzte der Tuttlinger einen obendrauf, sprintete noch schneller, zog in hohem Tempo an seinem Konkurrenten vorbei und überquerte mit zwei Sekunden Vorsprung und einer Gesamtzeit von 54.55 Minuten als erster Deutscher die Ziellinie. Damit perfektionierte Valentin Wernz seinen ersten Deutschen-Meister-Titel im Triathlon der Elite Männer.

Der 24-Jährige ließ sich im Anschluss von mehreren tausend Zuschauern feiern. „Es war für mich ein super Ergebnis mit einem guten Rennverlauf in allen drei Disziplinen und auch meine Tagesform hat gepasst, sodass ich beim Zielsprint die besseren Beine hatte. Das dreiwöchige Höhentrainingslager hat sich voll ausgezahlt. Ich bin überglücklich und freue mich riesig über diesen DM-Titel, der mir sehr viel bedeutet“, so Wernz abschließend, der bereits vor dem Rennen mit einer Medaille „geliebäugelt“ aber mit dem Titelgewinn nicht gerechnet hatte.

In der Gesamtwertung wurde Wernz mit acht Sekunden Rückstand auf den Sieger Richard Murray Dritter. Rang zwei sicherte sich Joao Silva. Mit seinem Bundesliga-Team „Kiologiq Team Saar“ landete Wernz auf Platz drei in der diesjährigen Bundesligasaison.

Mit den Wurmlinger Brüdern Jan und Eric Diener mischten zwei weitere Triathleten aus dem Landkreis Tuttlingen bei dem letzten Bundesliga-Rennen in dieser Saison in Berlin mit, die beide für das Team „HEP Team NSU“ starteten. Nachdem der 19-jährige Eric Diener an Position 54 aus dem Wasser stieg, kämpfte er sich schließlich zu einem beachtlichen 27. Platz vor und lief mit einer Gesamtzeit von 56.17 Minuten direkt nach dem zweifachen Ironman-Sieger Patrick Lange ins Ziel – sein bisher bestes Bundesliga-Ergebnis. „Das große Gedränge an der ersten Boje beim Schwimmen hat mich viel Kraft gekostet. Dafür hat das Radfahren in der zweiten Gruppe gemeinsam mit meinem Bruder richtig Spaß gemacht“, sagte Eric Diener unserer Zeitung.

Der rund zwei Jahre jüngere Jan feierte erst vor wenigen Wochen sein Bundesliga-Debüt mit dem 35. Platz in Tübingen und reihte sich als einer der jüngsten Teilnehmer in Berlin im Mittelfeld nach 750 Meter schwimmen ein. Der 16-jährige Wurmlinger erreichte am Sonntag schließlich in 57.03 Minuten auf Platz 46 das Ziel und sammelte damit weitere wichtige Wettkampferfahrung auf der höchsten nationalen Ebene im Triathlon. Aus Sicht der Deutschen Meisterschaft über die Triathlon-Sprintdistanz bedeutete das den 22. Platz für Eric Diener und den 38. Rang für seinen Bruder.

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