Wut-Telefon: Kirchen schalten Info-Hotline

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Deutsche Presse-Agentur

Ihren Zorn über die umstrittene Rehabilitierung eines Holocaust-Leugners durch Papst Benedikt XVI. können Gläubige von sofort an per Telefon-Hotline loswerden.

Die katholischen Kirchengemeinden in Mannheim richteten die Hotline ein für Menschen, „die verärgert und verängstigt sind“, sagte am Mittwoch der Mannheimer Jesuitenpater Hans-Joachim Martin von der Citykirche am Markt St. Sebastian. Er bestätigte damit entsprechende Medienberichte.

Unter der Nummer 0621-40 04 12 20 können die Anrufer ihrem Ärger Luft machen über das jüngste Verhalten des Vatikan und Fragen dazu stellen. Papst Benedikt XVI. hatte die Exkommunikation von vier Bischöfen der erzkonservativen Piusbruderschaft zurückgenommen, darunter auch der britische Holocaust-Leugner Richard Williamson. „Das war das falsche Zeichen“, sagte Pater Martin. Es herrsche eine große Empörung bei den Anrufern, die sich fragten, wie der Papst „so unsensibel“ sein könne.

Viele der Anrufer wollten sogar aus der Kirche austreten. „Unser Glaube hängt nicht vom Papst ab“, das versuchten die drei Mitarbeiter der Hotline den Anrufern zu vermitteln. Das Gespräch zwischen Juden und Christen verlaufe auf der Ebene der Gläubigen und sei nicht abgebrochen. „Wir versuchen, die Menschen zu ermutigen“, betonte der Jesuitenpater. Die Hotline sei bis auf Weiteres täglich von 9 bis 18 Uhr geschaltet.

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