Innerhalb von nur wenigen Minuten bildete sich im Bereich der Degenfelder Orstmitte eine solche Seenlandschaft.
Innerhalb von nur wenigen Minuten bildete sich im Bereich der Degenfelder Orstmitte eine solche Seenlandschaft. (Foto: hs)
Schwäbische Zeitung
Heino Schütte

Schwere Schäden hat am Mittwochabend im Stadtteil Degenfeld eine Flutwelle angerichtet, die nach einem Wolkenbruch urplötzlich quer durch das Dorf gerauscht war. Ortsdurchfahrt und Furtlepass waren zeitweise auch durch Geröll blockiert.

Nur ältere Degenfelder können sich an vergleichbare heftige Überflutungen erinnern. Hernach war seinerzeit der Hochwasserschutz mit einer Ablaufrinne für die Entlastung des Bachlaufs der oberen Lauter verstärkt worden. Doch diese Maßnahme zeigte am Mittwoch kaum Wirkung.

Den ganzen Tag hatte es schon geregnet, doch dann ergossen sich nach Angaben von Degenfelder Landwirten, die im Garten Regenmesser stehen haben, bei einem Wolkenbruch innerhalb von nur einer Stunde rund 40 Liter Wasser pro Quadratmeter auf die Berghänge und steilen Wiesen ringsherum.

Das war zu viel für das Bachbett der sonst idyllischen Lauter, die zu einem teils zehn Meter breiten und reißenden Strom anschwoll. Die schmutzigbraune Brühe ergoss sich schließlich quer durch die Ortsdurchfahrt, riss zum Teil den Belag an Fahrbahn und Gehwegen auf. Zäune wurden niedergewalzt und Gärten verwüstet. Das Schlimmste aber: An etwa 25 Häusern liefen Keller und Garagen voll. Die Schäden beispielsweise auch an Heizungsanlagen konnten bisher noch gar nicht abgeschätzt werden.

Das Hochwasserunglück löste einen Großeinsatz von Feuerwehr und Bauhof aus. Auch Schotter, Geröll und Erdreich hatten sich auf den Straßen ausgebreitet, so am Furtlepass. Die Polizei riegelte die Ortsdurchfahrt ab. Mit Pumpen und Wassersaugern eilten die Degenfelder und Gmünder Feuerwehrleute von Einsatzstelle zu Einsatzstelle, während sich die Bauhofmitarbeiter mit mehreren Kehrmaschinen bemühten, die Fahrbahnen wieder frei zu machen. Auch viele Landwirte halfen mit ihren Schleppern und Schaufeln. Vor Eintreffen der Feuerwehr hatten sich Degenfelder mit Hochwassererfahrung schon bemüht, mittels Dielen und Planen die Flutwelle von ihren Anwesen fernzuhalten, was aber nur teilweise gelang. Jüngere Degenfelder Bürger bekamen es gehörig mit der Angst zu tun. Nach dem ersten Schrecken begannen die Aufräumungsarbeiten, ebenso die Diskussion darüber, wie der Hochwasserschutz im Stadtteil weiter verbessert werden könnte. Angekündigt wurde bereits eine Beratung darüber in der nächsten Sitzung des Ortschaftsrats. Zumindest waren alle trotz der erheblichen Sachschäden heilfroh, dass es trotz der ungewöhnlich heftigen, in der Ortsdurchfahrt bis zu einer Meter hohen und plötzlichen Flutwelle keine Opfer zu beklagen gab.

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