Wo geht die Reise wohl hin?

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Pastoralassistent Michael Maier

Wie wird sich das Leben der Menschen in Deutschland und auf der ganzen Welt dieses Jahr verändern? Was erwartet mich alles Neues? Solche Fragen werden wahrscheinlich zu jedem Jahreswechsel gestellt. In diesem Jahr vielleicht noch mehr als sonst, weil ein neues Jahrzehnt beginnt.

Wo geht die Reise wohl hin? Diese Frage stellten sich auch die Sterndeuter aus dem Osten. Wen sie suchten war ihnen mehr oder weniger klar, den neugeborenen König der Juden, auch wenn sie sich einen solchen König vermutlich anders vorstellten. Wo der König zu finden war, wussten sie nicht. Natürlich ist es naheliegend nach einem neuen König in einem Königspalast zu suchen. Deswegen begaben sich die Sterndeuter zu König Herodes nach Jerusalem. Dort wurden sie nicht fündig. Herodes schickte sie, nachdem er die religiösen Autoritäten befragt hatte, nach Betlehem. Der Stern navigierte die Könige zu dem Ort, wo Jesus geboren wurde.

Ich verstehe die Sterndeuter als Menschen, die auf der Suche nach Gott sind. Ihr Weg zur Krippe ist nicht gerade, sondern verläuft über einen Umweg. Sie suchen den König, sie suchen Gott im Gewohnten, dort, wo sie ihn erwarten. Dort finden sie ihn aber nicht. Gott begegnet ihnen im Unerwarteten, im Unscheinbaren, im Alltäglichen, in einer ärmlichen Futterkrippe. Die Sterndeuter verirren sich in ihrer Suche nach Gott. Sie landen bei Herodes, der den menschgewordenen Gott aus der Welt schaffen möchte. Der Stern führt sie zum Stall. Diesen Stern astronomisch erklären zu wollen, ist zwecklos. Es gibt keine Sterne, die sich bewegen und dann an einem konkreten Ort stehen bleiben. Der Stern weist auf Gott hin. Gott sorgt dafür, dass die Sterndeuter ihn in der Krippe finden. Er lässt die Sterndeuter das Ziel ihrer Reise erreichen.

Nicht nur die Sterndeuter vor 2.000 Jahren waren Gottsucher, sondern auch wir heute. Ich wünsche Ihnen, dass Sie in diesem Jahr Gott wie die Sterndeuter in den unscheinbaren und alltäglichen Dingen finden können und sich dabei von ihm überraschen lassen.

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