Wire: Gut gealterte Punkrock-Intellektuelle

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Wire
Immer noch aufregend: Wire. (Foto: Giuliana Covella / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Werner Herpell

Wire sind eine der wichtigsten Bands des britischen Punkrock, wahrscheinlich die intellektuellste und zugleich wohl die weithin unbekannteste. Jetzt lassen sie mit ihrem Album „10:20“ (Pinkflag/Cargo) zehn produktive Jahre in einer Art Best-of- und Raritäten-Sammlung Revue passieren.

„Wenn Wire live spielen, gibt es drei verschiedene Klassen von Stücken, die aufgeführt werden: neue Lieder, alte Lieder und 'neue alte' Lieder“, teilt das Bandlabel dazu mit. Bei letzteren gehe es oft darum, „etwas zu nehmen, das auf einer früheren Veröffentlichung existierte, und es zu überarbeiten und daraus sehr oft ein Bühnen-Highlight zu entwickeln. „Es gibt aber auch Stücke, die keine größere Veröffentlichung erlebt haben, weil sie aus irgendeinem Grund nie auf ein Album passten.“

Acht „neue alte“ Tracks und Überbleibsel entwickelten Wire - seit zehn Jahren in der Quartett-Besetzung Matthew Simms, Robert „Gotobed“ Grey, Colin Newman und Graham Lewis aktiv - bei zwei Sessions weiter. Eine davon bezog sich auf „Red Barked Tree“ (2010 aufgenommen, 2011 veröffentlicht), die andere auf das neueste Werk „Mind Hive“ (2020). Entsprechend ist die Platte in die zwei Hälften „10“ und „20“ mit je vier Songs unterteilt.

Wer von diesen starken Alben der jüngsten Wire-Vergangenheit zurück geht, wird am Ende unweigerlich bei den frühen Punk- und Postpunk-Meisterwerken „Pink Flag“ (1977), „Chairs Missing“ (1978) und „154“ (1979) landen. Damit stehen Wire in vielen „ewigen Bestenlisten“ der Rockmusik.

Seitdem sind sie bei aller Experimentierfreude zwar ruhiger geworden, die Punk-Grundierung hört man aber einem Stück wie „Underwater Experiences“ vom neuen Werk jetzt durchaus noch an. Spannende Platte, tolle Band.

© dpa-infocom, dpa:200721-99-868362/3

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