„Wir sind gut durch das schwierige Jahr 2020 gekommen“ – Vorstände der VR Bank Ravensburg-Weingarten eG ziehen Bilanz

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Vorstände der VR Bank

VR-Bank Ravensburg-Weingarten eG

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Das Jahr 2020 wird niemand so schnell vergessen: Endlose Diskussionen über Corona-Regelungen, Lockdowns und Lockerungen haben das öffentliche Leben seit März 2020 in Atem gehalten. Dieses Corona-Jahr hatte mit speziellen Herausforderungen natürlich auch Auswirkungen auf die Bankenwelt. Die beiden Vorstände der VR Bank Ravensburg-Weingarten eG, Arnold Miller (Vorstandssprecher) und Jürgen Nachtnebel, blicken zurück auf ein bewegtes Jahr.

Herr Miller, sind Sie froh, wenn am 31. Dezember ein Schlussstrich unter das Bankenjahr 2020 gezogen wird? „Leider wird uns die Coronasituation ja auch über den Jahreswechsel hinaus begleiten. Dennoch bin ich optimistisch, dass das Jahr 2021 eine Besserung für die gesamte Gesellschaft bringen wird. Insofern: Ja, ich freue mich, wenn wir einen Haken hinter 2020 machen können. Wenn wir uns das Jahr 2020 aus der Bank-Betriebssicht anschauen, fällt mein Fazit etwas anders aus. Wir sind ziemlich gut durch die Coronasituation gekommen. Unser Krisenteam hat sehr schnell und umfassend reagiert, um einen vollumfänglichen Geschäftsbetrieb sicherzustellen. Das Team der Firmenkundenberater hat sich als kompetenter und zuverlässiger Partner der regionalen Unternehmen präsentiert und ich bin unglaublich stolz auf die gesamte Belegschaft, die sehr diszipliniert war im Umgang mit der Ausnahmesituation. Betriebswirtschaftlich werden wir das Jahr mit einem soliden Ergebnis abschließen können. Als Verantwortlicher für eine Mannschaft von rund 160 Mitarbeitenden habe ich viel gelernt!“

Herr Nachtnebel, gerade wurde das bankinterne Krisenteam angesprochen und gelobt, wie können wir uns die Arbeit des Teams vorstellen und was hat es bewirkt? „Jede Bank muss für Krisenszenarien gewappnet sein, damit der reibungslose Geschäftsablauf jederzeit gewährleistet ist. Wir Banken sind schließlich systemrelevant. Wir hatten folglich sehr schnell ein entsprechendes Team gebildet, welches Maßnahmen diskutiert und auch selbständig umgesetzt hat. Das Team hat dafür gesorgt, dass Abteilungen räumlich getrennt wurden, um auch im Erkrankungsfall einzelner Mitarbeiter weiter handlungsfähig zu bleiben. Die Büroauslastung wurde schnell reduziert indem zahlreiche Mitarbeiter aus dem Home-Office arbeiteten. Wir haben im Frühjahr auch vorübergehend Geschäftsstellen geschlossen mit dem klaren Ziel dennoch vollumfänglich für die Kunden da zu sein: Innerhalb kürzester Zeit hatten alle Beraterinnen und Berater einen Zugang zu Telefon- und Videoberatungsmöglichkeiten. Das Krisenteam hat ganze Arbeit geleistet und letztendlich dazu beigetragen, dass wir als Unternehmen bis jetzt so gut durch die Krise gekommen sind.“

Herr Miller, Sie haben vorhin angesprochen, dass das Firmenkundenteam besonders gefordert wurde. Was können wir darunter verstehen? „Der Lockdown im Frühjahr hat die Wirtschaft in Deutschland und auch in unserem Geschäftsgebiet in und um das Schussental kalt erwischt. Geschäfte mussten schließen und insbesondere Restaurants hatten mit Umsatzeinbußen zu kämpfen. Die Bundesregierung hat sehr schnell ein umfangreiches Rettungspaket geschnürt und als Bank war es unsere Aufgabe unsere Firmenkunden zu beraten und passende Finanzlösungen zu finden. Die Nachfrage war hier sehr schnell sehr hoch und das Team hat hart gearbeitet, um allen Firmenkunden schnell helfen zu können. Besonders erfreulich war, dass mit unserem ehemaligen Vorstandskollegen Bernd Obrist sowie dem früheren Firmenkundenberater Elmar Göhring zwei Kollegen extra aus dem Ruhestand zurückgekehrt sind, um dem Team zu helfen. Das war eine tolle Aktion! Zahlreiches Kundenfeedback hat uns dann die Rückmeldung gegeben, dass wir uns als wichtiger Partner in schwierigen Zeiten bewiesen haben.“

Herr Nachtnebel, während das Firmenkundenteam unter Strom stand, hatten die Geschäftsstellen vorübergehend geschlossen. Ging es für die Geschäftsstellenteams oder auch andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kurzarbeit? „Für uns war von Anfang an klar, dass wir niemand in Kurzarbeit schicken werden. Hintergrund dieser Entscheidung war vor allem, dass wir der Meinung waren und immer noch sind, dass es nicht gerechtfertigt wäre, als Bank staatliche Hilfsleistungen in Anspruch zu nehmen. Da gibt es genügend Unternehmen und Menschen in Deutschland, die Unterstützung dringender nötig hatten als unsere Bank. Darüber hinaus war uns wichtig, weiterhin vollumfänglich für unsere Kunden da zu sein. Auf den Filialen waren dauerhaft Mitarbeiter vor Ort, so dass Kunden in dringenden Fällen auch immer persönlich jemanden erreichen konnten. Die Schalter blieben allerdings in dieser Zeit geschlossen. Wie schon erwähnt, haben alle Beraterinnen und Berater die Möglichkeit erhalten, Telefon- und Videoberatungen durchzuführen. Dies wurde von den Kunden auch sehr gut wahrgenommen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Kundenservice haben teilweise in anderen Abteilungen ausgeholfen. Darüber hinaus haben diese unzählige unserer Kunden angerufen, um nachzufragen, ob Sie mit der Situation klarkommen oder ob wir ihnen in irgendeiner Form helfen können. Wir haben es geschafft einen nahezu vollumfänglichen Service für unsere Kundschaft zu erhalten. Wir sind sehr zufrieden, dass uns das so gut gelungen ist. Die sehr positiven Kundenressonanzen bestätigen unsere Vorgehensweise.“

Herr Miller, kommen wir abschließend noch zur betriebswirtschaftlichen Analyse des besonderen Jahres. Was können Sie dazu sagen? „Wir können auch in diesem Punkt zufrieden sein. Natürlich wird 2020 kein Rekordjahr für uns, aber wir stehen gut da. Wir konnten im laufenden Jahr wiederum einen tollen Zuwachs im Kreditgeschäft mit aktuell über 12 % verzeichnen. Aber auch im Bereich der Anlageprodukte haben wir ein ordentliches Jahr gehabt, trotz der starken Schwankungen an der Börse. Durch die sehr qualifizierte Beratung haben unsere Kunden in Extremphasen, insbesondere im Wertpapiergeschäft beziehungsweise in der Vermögensverwaltung, nicht die Nerven verloren, was die aktuelle Entwicklung insbesondere am Aktienmarkt als richtig bestätigt. Insbesondere das Team rund um unseren Bereichsleiter Gerhard Loser leistet hier erstklassige Arbeit.

Wir sind eine gut aufgestellte Bank und sind dementsprechend solide durch das Jahr 2020 gekommen, freuen uns aber – wie jeder andere auch – auf eine Rückkehr in die Normalität.“

Vielen Dank für das Gespräch. 

VR-Bank Ravensburg-Weingarten eG

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