Vor dem gegnerischen Tor waren die Wild Wings (Marc El-Sayed, Nummer 91) in den ersten beiden Spielen gegen Nürnberg und in Wolf
Vor dem gegnerischen Tor waren die Wild Wings (Marc El-Sayed, Nummer 91) in den ersten beiden Spielen gegen Nürnberg und in Wolfsburg zu harmlos. Das soll am Wochenende gegen die rheinischen Teams aus Düsseldorf und Krefeld besser werden. (Foto: Jan Huebner/Taeger)

Drei Tore, zwei Punkte, eine Erkenntnis: Nach den ersten beiden Spielen in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ist den Schwenninger Wild Wings klar: In den beiden Spielen am Wochenende gegen die Düsseldorfer EG (Freitag, 19.30 Uhr) und bei den Krefelder Pinguinen (Sonntag, 16.30 Uhr) muss der SERC vor dem gegnerischen Kasten für mehr Aktivität sorgen.

„Wir müssen einen Mann direkt vor das gegnerische Gehäuse ziehen und dann auch mehr Schüsse auf das Tor bringen“, sagte SERC-Coach Pat Cortina. Genau diese Offensivaktion war der einzige Trainingsinhalt bei den Wild Wings in dieser Woche.

Gegen die Nürnberg Ice Tigers (3:2 nach Verlängerung) und bei den Grizzlys Wolfsburg (0:3) stand die Abwehr solide. In der Offensive haperte es aber. „Wir haben die Arbeit direkt vor dem gegnerischen Kasten in den ersten Spielen etwas vernachlässigt“, gab Stürmer Marc El-Sayed zu, der diese Aufgabe übernehmen würde. „Mir liegt diese Arbeit. Es macht mir Spaß, dem gegnerischen Torwart die Sicht zu nehmen und auf einen Abpraller zu lauern“, erklärt der 1,91-Meter-Recke. „Ich versuche generell, Schüsse abzufälschen. Denn dadurch wird es besonders gefährlich für die Torhüter“, meinte der 27-Jährige.

Dass er vor dem Torhüter auch so manchen Schläger des gegnerischen Verteidigers abbekommt, nimmt El-Sayed in Kauf. „Eishockey hat nichts mit Zärtlichkeit zu tun. Aber klar, die Verteidiger haben einen Stürmer lieber irgendwo in den Ecken, wo er nicht viel ausrichten kann, anstatt direkt vor ihrem Tor. Entsprechend versuchen sie, dich wegzubringen. Da musst du dagegenhalten.“

SERC fehlen vier Stürmer

Personell sieht es bei den Wild Wings nicht gut aus. Die beiden Ravensburger Förderlizenzspieler Daniel Schwamberger und Daniel Pfaffengut, die in Wolfsburg aushalfen, werden bei den Towerstars gebraucht. Von der Verletztenliste der Wild Wings könnte am Wochenende lediglich Verteidiger Kalle Kaijomaa zurückkehren. Hinter dem Einsatz des 34-jährigen Finnen steht aber noch ein Fragezeichen. Markus Poukkula, Rihards Bukarts, Kai Herpich und Istvan Bartalis fallen weiterhin aus.

Trotzdem sehen die Schwenninger die Situation nicht so prekär, als dass sie einen weiteren Ausländer verpflichten beziehungsweise Verteidigertalent Boaz Bassen aus dem eigenen Nachwuchs auflaufen lassen. Das Problem beim 19-jährigen Deutschkanadier ist, dass er, sobald er eine Partie in der DEL bestritten hat, nicht mehr für die U 20 in der DNL spielberechtigt ist. „Das wäre für die DNL-Mannschaft und auch für Bassen nicht gut“, sagt Cortina. Schwenningen hat derzeit nur elf Stürmer zur Verfügung. Cortina will dennoch mit vier Reihen spielen. Entweder müssen die Stürmer Doppelschichten fahren, oder ein Verteidiger rückt in den Angriff.

Mit Düsseldorf erwartet die Wild Wings ein überraschend starker Gegner. Nach dem unerwarteten 2:1-Sieg nach Verlängerung in Mannheim ließ das Team von Neu-Trainer Harold Kreis einen 5:1-Heimerfolg gegen Iserlohn folgen. „Düsseldorf spielt strukturiert. Sie sind kompakt, stehen ganz eng in der neutralen Zone. Sie sind aggressiv im Unterzahlspiel und nach vorne effektiv“, zählt der Schwenninger Übungsleiter die Vorzüge der DEG auf. Vom Papier her haben sich die Düsseldorfer deutlich verstärkt. Der norwegische Topstürmer Ken André Olimb kehrte aus Schweden zurück, Philip Gogulla wechselte vom rheinischen Rivalen Köln und Jerome Flaake vom Meister München. Goalie Mathias Niederberger hielt in den ersten beiden Spielen stark. Ihm gegenüber wird am Freitag Dustin Strahlmeier im Schwenninger Tor stehen.

Beim Auswärtsspiel in Krefeld bekommt Marco Wölfl seinen ersten DEL-Einsatz in dieser Saison. Die Pinguine sind nach den ersten beiden Spieltagen noch ohne Sieg. Einer 3:4-Heimniederlage nach Verlängerung gegen Bremerhaven folgte für die Gelb-Schwarzen eine 4:7-Pleite in Ingolstadt. In der vergangenen Saison waren die Rheinländer Letzter geworden. „Sie werden diese Saison stärker sein“, ist Cortina sicher. Die Pinguine haben ihr Team komplett umgekrempelt. Der US-Amerikaner Chad Costello von den Iserlohn Roosters und Philip Riefers von den Grizzlys Wolfsburg sollten Verstärkungen sein.

Für das Heimspiel gegen Düsseldorf waren bisher lediglich 2700 Tickets verkauft. „Das ist nach unserem tollen Auftaktsieg gegen Nürnberg etwas wenig. Wir hoffen, dass sich doch noch der ein oder andere dafür entscheidet, ins Stadion zu kommen und, dass wir 3500 bis 4000 Zuschauer haben“, sagte Wild-Wings-Pressesprecher Oliver Bauer.

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