Wild Wings wollen bei Adlern Bock umstoßen

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Wo ist der Puck? Was macht der Schläger? Vor dem gegnerischen Tor fehlte den Schwenninger Wild Wings (Stefano Giliati, rechts) b
Wo ist der Puck? Was macht der Schläger? Vor dem gegnerischen Tor fehlte den Schwenninger Wild Wings (Stefano Giliati, rechts) bisher der Überblick und auch das Glück. Im Derby bei den Adlern Mannheim will das Schlusslicht aus Schwenningen den Befreiungsschlag schaffen. (Foto: Dieter Reinhardt)
Heinz Wittmann

Acht Niederlagen in Serie und nun müssen die Schwenninger Wild Wings in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) am Freitag (19.30 Uhr) ausgerechnet bei den Adlern Mannheim antreten. Aus Sicht von SERC-Trainer Pat Cortina sind Termin und Gegner passend. „In Mannheim mit einer guten Leistung den Wendepunkt schaffen, es wäre ein guter Zeitpunkt“, meint er und hofft, dass es seinen Jungs im Derby gelingt, den Bock umstoßen.

Allerdings liegen zwischen dem hohen Favoriten Mannheim und Außenseiter Schwenningen, der Sonntag gegen die Fischtown Pinguine aus Bremerhaven (17 Uhr, live auf Sport1) antreten muss, nach neun Saisonspielen schon 15 Punkte Unterschied. Die Nordbadener haben mit 34 erzielten Treffern den besten, die Württemberger mit sieben Toren den schlechtesten Angriff der Liga. Allein Chad Kolarik (fünf Saisontore) und David Wolf (vier) waren bisher erfolgreicher als die gesamte Schwenninger Mannschaft.

„Natürlich wird es schwer in Mannheim. In meinen Augen haben wir nur eine Ergebniskrise, keine Leistungskrise. Die Mannschaft sollte sich mit guten Leistungen in Mannheim und zu Hause gegen Bremerhaven mit Punkten und Siegen belohnen“, sagt Cortina. Trotz des schwachen Saisonstarts sind die Mannheimer gewarnt. „Schwenningen ist nach wie vor gefährlich. Sie sind diszipliniert und gut organisiert. Und der SERC hat das beste Unterzahlspiel der Liga. Wir brauchen in jedem Fall viel Geduld“, sagt Mannheims Trainer Pavel Gross.

Cortina spürt trotz schwachem Saisonstart Vertrauen

Bevor die Wild Wings am Montag der Einladung von Sponsor Fürstenberg auf den Cannstatter Wasen folgten, war noch ein Training angesetzt. Davor hatte es eine Aussprache in der Mannschaft gegeben, bei der auch die Trainer dabei waren. „Die Stimmung in der Mannschaft war nicht gut. Viele waren oder sind frustriert. Du arbeitest hart und es kommt nichts dabei raus. Jeder Spieler, der bei dieser Aussprache etwas gesagt hat, hat die richtigen Worte gefunden“, berichtete Stürmer Julian Kornelli. Durch die Aussprache hätten sich die Spieler auch wieder gegenseitig motiviert. „Jeder von uns hat eine solche Situation schon einmal durchgemacht. Ich habe vergangenes Jahr in Tölz auch die ersten sieben Spiele verloren und wir haben noch die Kurve gekriegt“, meinte der 21-jährige Kornelli weiter. Wichtig sei nun, „dass wir alle an einem Strang ziehen. Die Basis unseres Systems ist, dass wir hinten stabil stehen. Und: wir brauchen Tore.“

Der von Trainer Cortina und Manager Jürgen Rumrich angekündigte Topspieler wird an diesem Wochenende noch nicht für die Wild Wings auflaufen. „Jürgen arbeitet daran. Auch ich habe meine Kontakte in die Schweiz und nach Nordamerika spielen lassen. Wir sind aber noch nicht fündig geworden“, meinte der SERC-Coach. Vor einer Woche hatte Cortina freilich den Zeitpunkt noch als ideal bezeichnet, um Spieler unter Vertrag nehmen zu können. In der NHL hat die Saison gerade begonnen und dort sind viele Spieler, die sich Hoffnungen auf Einsätze in der besten Liga der Welt gemacht haben, nicht untergekommen.

Die Facebookseite Eliteprospects weist derzeit 40 Spieler, die in der vergangenen Saison noch in der NHL spielten, jetzt als freie Spieler – sogenannte „Free Agents“ – aus. Die darunter angesiedelte AHL hat sogar noch 49 „Free Agents“. „Es ist ja nicht gesagt, dass die alle nach Schwenningen kommen wollen und auch nicht, ob die überhaupt weiter Eishockey spielen wollen“, wiegelt Cortina ab. Laut Rumrich müsse der Neuzugang für den Sturm, die Wild Wings suchen nach einem Rechtsschützen, zu 100 Prozent ins Konzept passen.

Trainer Cortina verspürt übrigens seitens der Gesellschafter Michael Werner und Thomas Burger keinen Druck, ob des katastrophalen Saisonstarts. „Die glauben an mich. Wir reden offen miteinander. Ich hoffe, dass die gute Zusammenarbeit noch für lange Zeit so weitergeht“, meint Cortina, der seine Sturmreihen umgestellt hat. Diese sehen wie folgt aus: Höfflin – Hult – Bukarts; Giliati – Bartalis – Korhonen; Kurth – Danner – Rech; Kornelli – El Sayed – Wörle. Dustin Strahlmeier hütet heute in Mannheim das Tor. Wer am Sonntag zwischen den Pfosten steht, ließ Cortina noch offen.

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