Heinz Wittmann

Die Kaderplanungen für die kommende Saison in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) haben die Schwenninger Wild Wings weitgehend abgeschlossen. Trotz des Abgangs von Topscorer Will Acton ist Manager Jürgen Rumrich zufrieden. Etwas überraschend wurde die letzte Lücke bei den Spielern mit Andreé Hult geschlossen.

Eigentlich schien der kleine, trickreiche Schwede bei den Wild Wings schon auf dem Abstellgleis gelandet zu sein. Doch nun haben die Schwenninger doch mit Stürmer Hult um ein Jahr verlängert. „Wir haben uns Zeit gelassen, weil es eben auch noch andere Kandidaten gab“, sagte Rumrich gegenüber unserer Zeitung.

Warum Hult dann doch bleiben durfte und in seine vierte Saison beim SERC geht, erklärte Rumrich in einer Pressemitteilung. „Nach dem Weggang von Will Acton, Damien Fleury und Uli Maurer war es uns wichtig, einen Spieler mit seinen spielerischen und charakterlichen Eigenschaften weiter in unseren Reihen zu wissen.“

Spielerisch und läuferisch gehört Hult sicherlich zum gehobenen DEL-Niveau. Allerdings war er aber auch immer wieder verletzt. Trotzdem halten die Schwenninger nun an dem 1,78 Meter großen und 83 Kilogramm schweren Angreifer fest. Rumrich ist „davon überzeugt, dass Andreé, wenn er von Verletzungen verschont bleibt, ein ganz wichtiger Spieler in unserer Mannschaft ist.“ Hult bestritt für die Wild Wings bisher 115 Partien, in denen er 77 Punkte verbuchte (37 Tore/40 Assists).

Dritter Torhüter wird gesucht

„Man soll nie nie sagen. Aber sollte sich in der Vorbereitung niemand verletzen, sind unsere Kaderplanungen bis auf den dritten Torwart abgeschlossen“, meinte Rumrich. Die Wild Wings waren sich eigentlich schon mit dem 23-jährigen Niko Stark einig. Der Goalie, der bisher für die Rostock Piranhas zwischen den Pfosten stand, versucht laut Rumrich nun aber sein Glück in Nordamerika.

Der Schwenninger Sportmanager räumt auf Nachfrage ein, dass die Mannschaft auf dem Papier nun schwächer als in der vergangenen Saison ist. Top-Star Acton, dessen Vertrag auf dessen Wunsch aufgelöst wurde und der zu den Nürnberg Ice Tigers wechselt – die Wild Wings erhielten dem Vernehmen nach eine Ablöse im mittleren fünfstelligen Bereich –, sowie Fleury, der aus familiären Gründen zurück in sein Heimatland Frankreich ging, sind starke Abgänge.

„Einen Acton kannst du nicht eins zu eins ersetzen. Wir müssen die Last nun eben auf mehrere Schultern verteilen. Jeder Spieler muss noch mehr Verantwortung übernehmen. Mit Philip McRae und Ville Korhonen haben wir aber auch gute neue Spieler geholt“, sagt Rumrich.

Die Schwenninger haben nun neun Ausländer, die pro Partie eingesetzt werden dürfen, unter Vertrag. Trotzdem, schließt Rumrich nicht gänzlich aus, dass auch noch ein zehnter Akteur mit Ausländerlizenz vor Saisonbeginn dazukommt. „Wir haben es nicht vor, aber was ist wenn man eine E-Mail bekommt und ein sehr guter Spieler wird einem angeboten, dann muss man schauen.“ Der Markt an guten deutschen Spielern scheint hingegen leergefegt. Allenfalls sogenannte Zweiflaggen-Spieler, wie beispielsweise Deutschkanadier, kämen noch in Frage.

Etat wird nicht erhöht

Der Gesamtetat der Wild Wings werde gegenüber der vergangenen Saison nicht erhöht, bleibe bei 5,7 Millionen Euro. „Natürlich gab es für einige Akteure Gehaltserhöhungen“, erklärt Rumrich. Allen voran dürfte es sich dabei um Torwart Dustin Strahlmeier, der eine überragende vergangene Saison spielte, handeln.

Der Sportmanager setzt vor allem darauf, dass die Mannschaft sich nicht groß verändert hat, eingespielt ist. „Bis auf den Abgang von Tim Bender ist die Defensive unverändert. Wir kennen uns und Platz zehn ist mit diesem Team möglich. Das ist aber kein Selbstläufer, dazu müssen wir immer am Limit spielen. Auch ein Uli Maurer mit seinen Führungsqualitäten fehlt uns. Alle sind gefordert, hart zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen“, meint der SERC-Manager.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen