Wie werde ich...? Zahntechniker

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Deutsche Presse-Agentur

Schöne Zähne möchte jeder gerne haben - schließlich ist ein strahlendes Lächeln die beste Visitenkarte. Für Zahntechniker wie Julia Jedrysiak gibt es daher im Prinzip immer viel zu tun.

Da viele nicht von Natur aus mit dem perfekten Gebiss ausgestattet sind, muss die 21-Jährige regelmäßig mit Brücken, Kronen, Implantaten und Inlays nachhelfen. Neben handwerklichem Geschick benötigt sie dafür auch ein theoretisches Verständnis ihrer Arbeit. Angehende Zahntechniker müssen daher auch viel über Naturwissenschaften und Medizin lernen.

Die Anforderungen an Zahntechniker sind entsprechend hoch. So benötigten Azubis eine gute Feinmotorik und ein ausgeprägtes ästhetisches Empfinden, sagt Jürgen Schwichtenberg, Präsident des Verbandes Deutscher Zahntechniker-Innungen (VDZI) in Frankfurt. Im Job seien außerdem Teamfähigkeit, Engagement und eine hohe Belastbarkeit wichtig. Zusätzlich müssten Lehrlinge sich für Anatomie, Physik und Chemie interessieren - daran hapere es bei vielen Bewerbern aber.

Solche Vorgaben an das eigene Profil scheinen mittlerweile viele von einer Ausbildung zum Zahntechniker abzuschrecken. „Vor etwa zehn Jahren standen die Zahntechniker in der Tabelle der beliebtesten Handwerker-Berufe noch auf den Plätzen eins und zwei, heute sind sie auf den vorletzten Platz gerutscht“, sagt Schwichtenberg.

Auch die Bezahlung und häufige Überstunden sind nach Angaben des VDZI Gründe dafür, dass sich immer weniger Schulabgänger für diesen Beruf interessieren. Zwar investieren Patienten durchaus einiges in ein gut aussehendes Gebiss, indem sie ihre Zähne bleichen und lasern lassen, Schienen tragen und spezielle Pasten anwenden. Nicht ganz so weit öffnen sie ihr Portemonnaie aber, wenn es um vergleichsweise teureren Zahnersatz geht, der von Zahntechnikern hergestellt wird. Vielen Patienten sind die Beträge zu hoch, die sie nach dem Willen des Gesetzgebers seit einigen Jahren zuzahlen müssen.

Dabei schlagen sich die gestiegenen Kosten nicht etwa in einem höheren Arbeitslohn der Zahntechniker nieder. Vielmehr decken die Labore damit großteils die in den vergangenen Jahren deutlich gestiegenen Materialkosten ab. Für den Zahntechniker bleibt da nicht viel übrig. „Reich werden kann man als Zahntechniker nicht mehr, diese Zeiten sind längst vorbei“, sagt Gerhard Bauer, Sprecher des Deutschen Zahntechnikerverbandes (DZV) im bayerischen Kitzingen. Durchschnittlich rund 2300 Euro brutto verdient ein ausgelernter Zahntechniker nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden. Weibliche Zahntechniker verdienen dabei zum Teil deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen.

Auch Julia Jedrysiak kennt es aus ihrer Arbeit in einem Dentallabor, dass sie manchmal erst später als ausgemacht Feierabend machen darf: „Es kommt schon vor, dass man abends mal kurzfristig noch etwas fertig machen muss.“ Auch müsse sie täglich starke Gerüche von diversen Chemikalien ertragen. Doch die abwechslungsreiche Arbeit entschädige dafür: „Jedes menschliche Gebiss unterscheidet sich vom nächsten“, sagt sie. Einen weiteren Vorteil ihres Berufs sieht sie darin, dass er auch künftig nie aussterben wird. „Es gibt so viele Menschen, die ihre Zähne verlieren, alte Menschen etwa oder Sportler bei einem Unfall - für Zahntechniker wird es also auch in Zukunft immer Arbeit geben.“

Deutscher Zahntechniker-Verband: www.dzv-info.de

Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen: www.vdzi.de

Rund 6800 Lehrlinge ließen sich 2007 in bundesweit 3300 Betrieben zum Zahntechniker ausbilden. Damit ist ihre Zahl im Vergleich zum Vorjahr um rund 10 Prozent und gegenüber 2005 um fast 23 Prozent gesunken. Frauen sind dabei unter den Lehrlingen in der Mehrheit. Die Lehre wird hauptsächlich als duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule angeboten und dauert dreieinhalb Jahre. Seit 2001 bietet die Fachhochschule in Osnabrück auch den Studiengang Dentaltechnologie an.

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