Wie werde ich...? IT-System-Kaufmann

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Deutsche Presse-Agentur

Ohne IT geht in vielen Betrieben gar nichts. Wenn sie nicht läuft, liegen bei den Mitarbeitern die Nerven blank. Der IT-System-Kaufmann sorgt dafür, dass es nicht soweit kommt.

Er stellt für Kunden die passende IT-Lösung zusammen, schließt Verträge, beschafft und installiert die Systeme. „Wenn man pfiffig und bereit ist, sich auf neue Entwicklungen einzulassen, hat man in dem Beruf viel Spaß“, sagt Rainer Brötz vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn.

„Bewerber sollten sich aber im Klaren sein, dass sie betriebswirtschaftlich tätig sind“, sagt Brötz. Denn IT-System-Kaufleute sind keine Techniker, die sich zum Tüfteln zurückziehen oder Programme schreiben. Ihr Schreibtisch kann bei Herstellern, Softwareberatungen, aber auch bei Datenverarbeitungsdiensten stehen, so die Bundesarbeitsagentur in Nürnberg. IT-System-Kaufleute arbeiten ebenso oft beim Kunden wie im eigenen Büro.

Hier bearbeiten die Fachleute Anfragen von Käufern und Lieferanten, vereinbaren Termine oder verschicken Mailings. Soll und Haben der Buchführung sollten sie beherrschen. Häufig unterbricht das Klingeln des Telefons ihre Arbeit, denn für Kunden sind sie der erste Ansprechpartner. Bei Kundenbesuchen klären sie finanzielle und technische Fragen zu Hard- und Software sowie Sicherheit und Netzwerken.

Barbara Horst von der Firma DB-Systel in Frankfurt sieht IT-System-Kaufleute als „Mittler zwischen dem Techniker und dem Kaufmann“. Als Referentin organisiert sie die Ausbildung der Azubis im Unternehmen. „Bei uns treten die Azubis relativ früh mit Kunden in Kontakt“, erzählt die Fachfrau. Soziale Kompetenzen seien deshalb unverzichtbar. Gute Noten in Deutsch, Mathe, Englisch und Informatik sollten Bewerber mitbringen.

Azubis erlernen das Herstellen sowie Betreuen von Systemlösungen und erwerben Fachwissen zum Beispiel in Rechnungswesen. Sie erfahren, wie sich Arbeitsprozesse organisieren lassen. Fachenglisch ist der Bundesarbeitsagentur zufolge obligatorisch. Im dritten Lehrjahr übernehmen die Azubis fachliche Aufgaben im Einsatzgebiet. Die Prüfung vor einer Industrie- und Handelskammer rundet die dreijährige duale Ausbildung ab.

Wer einen akademischen Beruf anstrebt, kann im Anschluss Fachrichtungen wie Wirtschaftsinformatik studieren. Der Weg in die Selbstständigkeit lässt sich als Anbieter von Computerdienstleistungen oder Inhaber eines Handelsbetriebes beschreiten. Das Pendant zum IT-System-Kaufmann ist der Informatik-Kaufmann. Dieser Experte mit ebenfalls dreijähriger Ausbildung analysiert auf Seiten der Kunden, welche IT-Systeme benötigt werden und beschafft sie - mit Hilfe des IT-System-Kaufmannes.

Zum Berufsbild: www.berufenet.arbeitsagentur.de

Im Jahr 2006 begannen nach Angaben der Bundesarbeitsagentur 2188 künftige IT-System-Kaufleute ihre Ausbildung. Während ihre Zahl in den Jahren davor rückläufig war, hat sie sich ab 2007 stabilisiert. Im gleichen Jahr begannen 1478 angehende Informatik-Kaufleute ihre Lehre. Abiturienten machten in beiden Berufen mit 44 Prozent die größte Gruppe aus. Obgleich der Beruf noch eine Männerdomäne ist, holen Frauen auf. IT-System-Kaufleute bekommen im ersten Lehrjahr 722 Euro (Ost) und 735 Euro (West) und im dritten Lehrjahr 816 Euro (Ost) und 837 Euro (West). Das durchschnittliche Monatseinkommen ohne Zuschläge liegt später zwischen 2300 und 2500 Euro im Monat.

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