Die Möglichkeit von Baugebieten und erste Entwicklungsmöglichkeiten für Bauplätze wurden in Sonderbuch vorgestellt und diskutie
Die Möglichkeit von Baugebieten und erste Entwicklungsmöglichkeiten für Bauplätze wurden in Sonderbuch vorgestellt und diskutiert (v.l.): Architekt und Städteplaner Clemens Künster , Gemeinderat Johannes Bayer und Bürgermeister Matthias Henne. (Foto: Heinz Thumm)
Schwäbische Zeitung
Heinz Thumm

Nach zwei vorausgegangenen Informationsabenden in Upflamör und Hochberg folgte ein reger Gedankenaustausch zu Schaffung kleinerer Baugebiete im Zwiefalter Teilort Sonderbuch. Zur Deckung des lokalen Eigenbedarfs sollten die Perspektiven für Nachverdichtung, Arrondierung, Nutzungsänderung, Baugebiete und Förderung erörtert werden.

Bei den vorausgegangenen Informationsveranstaltungen hatten sich schon interessante Aspekte ergeben: Mehr als 20 Teilnehmer in Upflamör werden Überlegungen zur weiteren Entwicklung anstellen. Eine besonders starke Beteiligung erfolgte in Hochberg; Von den 48 Einwohnern in Hochberg informierten sich 30 Bürger über die Möglichkeiten für ein Baugebiet. Der örtliche Gemeinderat Johannes Bayer freute sich im ehemaligen Schulhaus in Sonderbuch über 44 Besucher in der Bürgerversammlung und hoffte auf viele neue Ideen. Bürgermeister Matthias Henne suchte nach Perspektiven für Sonderbuch und wünschte sich eine gemeinsame Weiterentwicklung.

Clemens Künster, Regierungsbaumeister mit Architekturbüro und Architektur- und Landschaftsplanung, stellte jeweils die prägenden Faktoren der Ortschaften vor. Schon die vorhandene Bevölkerungsstruktur zeigte Besonderheiten auf; so ist die Bevölkerung in dem landwirtschaftlich geprägten Ort in den vergangenen 20 Jahren um 30 Einwohner zurückgegangen. 50 Prozent der Einwohner sind im Altersbereich 45 bis 65 Jahre und mehr. Das Flächenpotenzial ist eingeschränkt durch Flächennutzungsplanung, Dorfgebiet, Sonderbereich Steinbruch, Wasserschutzgebiete, Biotope, Wald- und landwirtschaftliche Flächen, regionale Grünzüge und Streuobstwiesen. Vereine und Feuerwehr bilden einen guten Zusammenhalt.

In einem digitalen Rundgang wurde das landwirtschaftliche Dorf untersucht. Der Ortskern weist verschiedene Leerstände auf, Durchfahrtsstraße und Brauch- und Abwasserleitungen erfordern eine Sanierung. Ortskern und Wohngebiete warten auf eine Weiterentwicklung.

Leerstände nutzen

Sieben vorhandene Leerstände und zehn Baulücken können eine Neubauplanung ergeben und die weitere Entwicklung beeinflussen. Eine erste Skizze zeigte hoffnungsvolle Ansätze. In der Diskussion wurde erkannt, dass die Schwierigkeiten im Detail liegen. Eine Nachverdichtung ist wichtig, doch soll auch ein kleines Baugebiet enthalten sein. Grundsatz: „Es soll Handlungsspielraum geschaffen werden!“ Die Frage nach Gewerbeflächen wurde aus mehreren Aspekten beleuchtet und muss langfristig bedacht und behandelt werden.

Bürgermeister Matthias Henne kündigte an, dass die Gemeinde plant, zwei Flächen zu erwerben und die Voraussetzungen zur Erschließung geschaffen werden sollen. Er bat darum die Möglichkeiten der Förderung für Veränderungen und Umnutzungen bei Leerständen und besonderen Objekte zu prüfen und zu nutzen. Die Ortsdurchfahrt bleibt Topthema, muss aber in der Finanzierung mit weiteren kostenträchtigen Projekten eingepasst werden.

Hauptamtsleiterin Susanne Baumgartner sagte, jährlich könnten Anträge für das Entwicklungsprogramm ländlicher Raum (ELR) gestellt werden. Hierbei könnten für Umnutzungen von Gebäuden pro Wohneinheit bis zu 50000 Euro Förderung gewährt werden. Für die Antragstellung sind entsprechende Fristen einzuhalten. Am 6. November soll im Gemeinderat die Vorstellung der Ziele erfolgen und ein Auftrag erteilt werden. Am 4. Dezember werden in einer Bürgerinformation Details bekannt gemacht. Ab diesem Zeitpunkt läuft dann eine Einwohnerbefragung. Am 13. Februar 2020 werden Ergebnisse vorgestellt und in einer Bürgerwerkstatt das weitere Vorgehen diskutiert. In Folge können dann entsprechende Förderanträge für verschiedene Projekte gestellt werden.

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