Wie der Notruf digital funktioniert

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Martin Weber erläuterte den Mitgliedern des hiesigen Seniorenverbands öffentlicher Dienst das digital gestützte Notrufsystem.
Martin Weber erläuterte den Mitgliedern des hiesigen Seniorenverbands öffentlicher Dienst das digital gestützte Notrufsystem. (Foto: Seniorenverband)
Schwäbische Zeitung

Wie das Notrufsystem im digitalen Zeitalter funktioniert, haben jüngst die Mitglieder des Seniorenverbands öffentlicher Dienst in der Region Wangen erfahren. Der Leiter der integrierten Leitstelle Oberschwaben, Martin Weber, erklärte im Museumscafé die Fakten. Fazit des Verbands, laut Mitteilung: War früher der dWeg zur Alarmierung von Feuerwehr oder Notarzt ein recht umständlicher, so geht dieser Vorgang in der heutigen digitalen Welt in unglaublicher Geschwindigkeit und Perfektion vor sich.

Seit 2011 gibt es die integrierte Leitstelle Oberschwaben für die Landkreise Ravensburg und Sigmaringen mit dem Sitz in der Ulmer Straße in Ravensburg. Mit dieser ist seit den jüngsten Tagen auch die Leitstelle Bodensee technisch verbunden. Die digitale Alarmierung ist seit 2015 eingeführt. In vorgenanntem Gebiet mit über 600 000 Einwohnern mit einigen hundert freiwilligen Feuerwehren, mit Werksfeuerwehren, THW, DLRG und anderen Hilfseinrichtungen liefen im Jahre 2017 mittels 104 Sendestationen rund 230 000 Alarmierungen über den europäischen Notruf 112 ein, heißt es in dem Schreiben des Verbands. Das seien pro Tag zwischen 350 und 400 Notrufe.

Diese werden demnach in der Leitstelle von Notrufexperten, die neben der deutschen auch die englische Sprache beherrschen müssen, angenommen. Sie stellten den Anrufern standardisierte Fragen, um sicher den Einsatzort, die Art des Notfalls und weitere wichtige Dinge für die Erstversorgung festzustellen. Ein Disponent löse dann die Alarmierung der erforderlichen Fahrzeuge, zum Beispiel Feuerwehr, DRK, Notarzt, aus – und dies dank der digitalen Technik alles innerhalb von Sekunden. Dabei sei die Zusammenarbeit mit Nachbarleitstellen, etwa der Leitstelle Allgäu in Kempten, mit Polizei, Behörden eine Selbstverständlichkeit.

Senioren sind erstaunt über die Funktionen des Notrufs

Der Amtzeller Martin Weber berichtete, dass die mit ingesamt 40 Leuten besetzte Leitstelle Oberschwaben von den beiden Landkreisen und den Krankenkassen zu je 50 Prozent finanziert werde. Die Einrichtung der Leitstellenlandschaft sei Länderaufgabe. Die Funktion des Notrufes 112, mit computergestützter Software geleitet und gesteuert, rief bei den zuhörenden Senioren Staunen hervor, heißt es in der Mitteilung.

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