Werder wartet weiter auf ersten Rückrunden-Sieg

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Deutsche Presse-Agentur

Werder Bremen hat den ersten Sieg in der Rückrunde der Fußball-Bundesliga verschenkt. Der Vizemeister kam nach den Niederlagen gegen Bielefeld und Schalke 04 in der Heimpartie gegen Schlusslicht Mönchengladbach trotz bester Torchancen nur zu einem 1:1 (0:0).

Die Borussia, die seit nunmehr 23 Jahren nicht mehr in Bremen gewonnen hat, holte den Punkt vor allem dank Torwart Logan Bailly, der vor 41 332 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion mit Abstand bester Gladbacher war, und dank des überraschenden Treffers von Michael Bradley in der 78. Minute. Kurz zuvor hatte Claudio Pizarro (77. Minute) Werder in Führung gebracht.

Die Bremer müssen ihre Hoffnungen auf eine Aufholjagd wohl endgültig begraben. Vier Tage vor dem UEFA-Cup-Heimspiel gegen den AC Mailand zeigten sie zwar eine spielerisch starke Vorstellung, scheiterten aber an den eigenen Nerven oder am reaktionsschnellen Bailly. „Das war Fußball auf ein Tor“, kommentierte Trainer Thomas Schaaf. Umso ärgerlicher fand Manager Klaus Allofs den Gegentreffer kurz nach der Führung: „Das darf nicht passieren.“

Bei den von Beginn an stürmischen Gastgebern stand besonders Claudio Pizarro im Blickpunkt, der nach drei Spielen Sperre wegen einer Tätlichkeit im Spiel gegen Karlsruhe neben Hugo Almeida spielte. Der peruanische Angreifer wirkte sehr agil und beweglich, vergab aber mehrere Möglichkeiten. Eine bessere Chancenverwertung, die sich die Werder-Fans von der Rückkehr des ausgeliehenen Stürmers versprochen hatten, blieb zunächst aus, ehe Pizarro per Kopf zumindest ein Treffer gelang.

Auffälligster und bester Akteur bei den offensiv und mutig spielenden Werderanern war Mesut Özil. Er führte drei Tage nach seinem Debüt in der Nationalmannschaft gekonnt Regie und wurde vom erst 18-jährigen Tony Jantschke zwar bis zu dessen Auswechselung über das ganze Spielfeld begleitet, aber kaum behindert. Özil, der für den letztmals gesperrten Diego hinter den Spitzen spielte, sorgte für die gefährlichsten Aktionen. Er sprühte vor Spielfreude und vergab seine beste Einschussmöglichkeit nach einem Dribbling aus spitzem Winkel (26.).

Das Bremer Mittelfeld, in dem neben Diego auch der langzeitverletzte Aaron Hunt sowie Daniel Jensen (Bluterguss im Oberschenkel) und Jurica Vranjes (Leistenprobleme) fehlten, war gegen die dicht stehenden Mönchengladbacher deutlich überlegen. Frank Baumann, der seine 250. Bundesligapartie absolvierte, zeigte bei einigen Pässen alte Klasse. Auffällig war, dass die Bremer es mit verstärktem Flügelspiel versuchten und damit einige gefährliche Aktionen kreierten.

Die Borussia, die auf Innenverteidiger Roel Brouwers (Magen-Darm-Grippe) verzichten musste und mit einer Dreierkette um Abwehrchef Tomas Galasek spielte, war fast durchgängig in die Defensive gedrängt. Einen geordneten Spielaufbau gab es nicht. Eine Einzelaktion von Christian Dorda (23.) war lange Zeit die einzige gefährliche Aktion, ehe Bradley den überraschenden Ausgleich erzielte, indem er einen Freistoß des eingewechselten Marko Marin verwertete.

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