Wer früher stirbt, ist länger tot

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Deutsche Presse-Agentur

Wie werde ich unsterblich? Diese Frage macht dem kleinen Sebastian gewaltig zu schaffen. Denn tot sein will er auf keinen Fall, wo doch das Fegefeuer auf ihn wartet. Fest glaubt der Junge, er müsse dafür sühnen, dass seine Mutter bei seiner Geburt gestorben ist.

Ungewöhnliche Gedanken für einen 11-Jährigen aus dem oberbayerischen Germeringen, der eigentlich ein rechter Lausbub ist und einen Unsinn nach dem anderen ausheckt. In seinem Kinodebüt „Wer früher stirbt, ist länger tot“ (20.15 Uhr im Bayerischen Fernsehen) hat Marcus H. Rosenmüller dieses Thema mit viel Fingerspitzengefühl, skurrilem Humor und derb- trockenem Wortwitz verarbeitet. Der Film rührt ebenso zu Tränen wie er zum Lachen reizt - eine erfrischende Komödie mit Tiefgang, die ein bisschen an die „Lausbubengeschichten“ von Ludwig Thoma erinnert.

Großen Anteil am Gelingen des Films hat Markus Krojer aus dem niederbayerischen Mainburg, der in seiner ersten Kinorolle mit Naivität und kindlicher Unverfrorenheit nach dem ewigen Leben sucht. Mit seinem Vater und dem großen Bruder wächst Sebastian im tiefsten Oberbayern auf, geprägt von bäuerlichem Leben, Traditionen und dem katholischen Glauben. Für den fantasiebegabten Jungen werden die Mythen und religiösen Bilder bald zur Realität. Jede Nacht sieht er über seinem Bett das Jüngste Gericht tagen, das ihn zum Fegefeuer verdammen will - fast bedrohlich ähnelt es den Männern, die in der Wirtschaft seines Vaters am Stammtisch sitzen und den frühreifen Buben mit gut gemeinten Ratschlägen verwirren.

Sebastian meint, er könne seine Schuld nur tilgen, wenn er eine neue Frau für seinen Vater (Fritz Karl - „Jennerwein“) findet. Befeuert von den Tipps der Stammtisch-Männer („Eine mit Gschick, Grips und einem gscheitn Arsch!“) will er seinen Vater erst mit der esoterisch angehauchten Nachbarin (Saskia Vester - „Grenzverkehr“), später mit der hübschen Lehrerin Veronika (Jule Ronstedt - „Der Bulle von Tölz“) verkuppeln. Und dann ist da noch Veronikas Mann Alfred (Jürgen Tonkel - „Sommersturm“), der Sebastian an die Musik und das Gitarrespielen heranführt, bei den Heiratsplänen aber im Wege steht und verschwinden muss.

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