Bei Wendrsonn geht der Folk ab.
Bei Wendrsonn geht der Folk ab. (Foto: Halbig)
Dorothea Halbig

Seit 21 Jahren organisiert der Rabenhof jährlich Events zum 5. Mai, dem europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Zum ersten Mal ist am Freitag die Schwaben-Folk-Rockband Wendrsonn, auf Hochdeutsch Wintersonne, zu Gast gewesen. Mit feinster schwäbischer Mundart und fesselnden Instrumentals verzauberte die Band das volle Gemeinschaftszentrum des Rabenhofs.

Die Band wurde 2005 von Markus Stricker und Michael Schad gegründet. Kurz nach dem ersten Konzert stieg Sängerin Biggi Binder mit ein. Neben dem Erhalt des Schwäbischen Dialektes setzen sich Wendrsonn auch für den Kinder- und Jugendhospizdienst ein. Seit 2006 hat die Band die Schirmherrschaft über den Hospizdienst Pusteblume der Hospizstiftung Rems-Murr-Kreis. Nach einem spannenden Intro und einem folkigen Einstieg nahm die Band das Publikum mit „Honey“ mit auf eine musikalische Reise ans Meer, die von einem fabelhaften Solo am Banjo durch Michael Schad beendet wurde. Der melancholische Song „Winnetou“ erzählt die Geschichte eines Freundes und „wie schnell es gehen kann, dass man aus einer Sackgasse nicht mehr rauskommt“.

Die Band fühlt sich zu alten Sagen, historischen Ereignissen und Überlieferungen aus dem Schwäbischen hingezogen, die sie musikalisch und sehr gefühlvoll an die Zuschauer weitergeben.

„Eisblume“ ist ein gefühlvolles Instrumental von Schad, dessen virtuoses Gitarrenspiel hier von Stricker am E-Piano begleitet wird. Auch mit dem „Buckligen Mâle“ nehmen Wendrsonn die Zuschauer mit auf eine musikalische Zeitreise. Vor allem Schad an der Irish Bouzouki tut hier seinen Teil dazu. Auch die tolle Percussion zwischen Drummer Heiko Peter und Bassist Ove Bosch zog das Publikum in ihren Bann. Die kabarettistische Bühnenshow der Band ging mit der kraftvollen Erscheinung der Musiker einher. Es mangelt nicht an Individualität bei Wendrsonn.

Diese macht es ihnen auch möglich, viele tolle Genres und Musikinstrumente zu vereinen. Man fühlt sich in eine bizarre, vergangene Welt versetzt. Eine Flötenspielende und trommelnde holde Maid aus dem Mittelalter, ein „Bombenleger“ aus dem Remstal und ein Neuzeit-Cowboy teilen sich hier die Bühne. Teufelsgeiger Klaus Marquard zeigte, dass die Geige keineswegs ein rein klassisches Instrument ist. Mit bizarren Effekten und runtergerocktem Instrument holte er sich einiges an Applaus ab. Auch die anderen Instrumente sind ein Eyecatcher für sich. Akkordeon, Mandoline und Bouzouki teilten sich hier das Scheinwerferlicht mit Gitarre, Piano und Schlagzeug.

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