Welchen Service Bankkunden heute noch vorfinden

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Deutsche Presse-Agentur

Die Zeiten ändern sich, und nichts ist mehr wie früher. So kommt es einem häufig vor, ob beim Metzger oder in der Bank. Während früher für Kontoauszüge und Überweisungen der Weg in die Bank führte, reicht heute das Internet.

Doch nicht jeder mag seine Geldgeschäfte online erledigen. Für die Banken lohnt sich vieles, was früher angeboten wurde, heute zwar nicht mehr. Trotzdem lebt manche alte Dienstleistung wieder auf.

Münzen in der Bank zählen lassen und einzahlen: Wer sein Sparschwein ausleeren und direkt bei der Bank auf das Konto einzahlen will, hat es heute schwer. „Zum Beispiel ein Kioskbesitzer macht das am Automaten. Der ist allerdings nur für Firmenkunden“, sagt Thomas Schlüter vom Bundesverband deutscher Banken in Berlin. Privatleute dagegen müssen selbst das Kleingeld auf dem Zählbrett einsortieren und ins Papier einrollen, damit die Bankmitarbeiter die Summe schnell erfassen können. „Dann geht es auch unentgeltlich“, sagt Schlüter.

Nur in wenigen Häusern stehen heute noch Zählautomaten für Privatkunden. Wer den Service will, muss unter Umständen eine Gebühr zahlen. „Es hat längst nicht mehr jede Filiale heute eine Kasse“, erklärt Michaela Roth vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband in Berlin den Hintergrund. „Wer als Privatkunde kommt, wird aber nicht abgewiesen werden“, sagt Schlüter. Das gelte gerade für Kinder am Weltspartag. Er verweist aber auch in diesem Zusammenhang auf das Zählbrett.

Privatkunden, die nicht alles selbst zählen und rollen wollen, bleibe der Weg zur Bundesbank, sagt Strube. Sie betreibt in Deutschland etwas mehr als 50 Filialen, davon 10 in den neuen Bundesländern. „Ihr gesetzlicher Auftrag ist die Verwaltung des Bargeldes. Privatbanken dagegen wollen Gewinne erwirtschaften und müssen nur das anbieten, was zum Grundbestand der Bargeldversorgung gehört“, sagt der Jurist Hartmut Strube von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf.

Sortenkauf und -Rückgabe: Nicht jede Filiale hat heute alle ausländischen Währungen vorrätig. Daran haben sich Urlauber und Geschäftsleute schon gewöhnt. Vor allem weniger gängige Sorten, zum Teil aber auch Dollars, Pfund und Yen müssen vorher bestellt werden. In größeren Filialen ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass die Scheine vorrätig sind.

Nicht immer ist es allerdings kostenlos, sich mit ausländischem Geld zu versorgen: Für Kunden ist der An- und Verkauf bei der Kreissparkasse Böblingen zum Beispiel kostenlos. Wer kein Kunde bei der Kasse ist, müsse fünf Euro zahlen, sagt Sprecher Daniel Wengenroth. Andere Institute verlangen eine Gebühr, wenn der Kunde weniger gängige Sorten aus dem Ausland wieder mit nach Hause bringt und nicht nachweisen kann, dass er sie bei dem Institut „gekauft“ hat, wie die Banker sagen. Ein Rückgaberecht gibt es laut dem DSGV nur dort, wo die Sorten erworben wurden. Daher sollte die Kaufquittung gut aufbewahrt werden.

Überweisung: Kunden gaben früher am Schalter oder an der Kasse Überweisungen ab. Heute gibt es für die Papiere Kästen mit Einwurfschlitz. Wer viele Überweisungsaufträge pro Monat erteilt und sie auf Papier einreicht, muss für die Abwicklung allerdings unter Umständen zahlen: „Es gibt Kontenmodelle, da ist eine bestimmte Zahl von Beleg-Überweisungen pro Monat inklusive. Und es gibt welche, da ist gegen eine pauschale Monatsgebühr alles frei“, sagt Michaela Roth.

Kontoauszüge: Früher gingen Kunden zum Tresen und ließen sich ihre Kontoauszüge vom Bankmitarbeiter aus der großen Kundenkartei heraussuchen. Heute können sie die Kontoumsätze jederzeit selbst online prüfen. Ein- und Ausgänge erscheinen per Knopfdruck auf dem Schirm. Ebenso mühelos und ohne große Wartezeit am Tresen lassen sie sich aus dem Drucker in der Filiale ziehen. Wer längere Zeit nicht am Automaten war, darf sie nicht gegen Gebühr per Post geschickt bekommen, sagt Strube: „Gerichte haben entschieden, dass es das Problem des Kunden ist, wenn der die Auszüge nicht abfordert. Die Bank darf ihm das nicht aufdrängen.“

Immer wieder gibt es Streit um solche und ähnliche Gebühren, wie die Verbraucherschützer in Nordrhein-Westfalen und auch die Stiftung Warentest dokumentiert haben. „Kunden haben einen Anspruch darauf, Auszüge über ihre Kontoumsätze zu bekommen“, sagt Strube. „Wer sie aber zum Beispiel verschludert hat und noch einmal ausgedruckt haben will, muss unter Umständen mit einer Gebühr rechnen.“ Denn was „im Auftrag oder Interesse des Kunden geschieht, darf grundsätzlich bepreist werden“, erklärt Strube. Das sei die Rechtslage. Wie eine Bank oder Sparkasse das in ihrer Preispolitik umsetzt, sei ihr selbst überlassen.

Schließfächer: Einen anderen Trend haben die Sparkassen und Banken jüngst beobachtet: Schließfächer sind bei Kunden wieder beliebter als noch vor einigen Jahren. „Gerade im vergangenen Jahr haben die Buchungen von Schließfächern zugenommen. Infolge der Lehman-Pleite hat offenbar das Sicherheitsbedürfnis zugenommen“, sagt Schlüter. Für Wertsachen seien die Fächer geeignet, sie seien dort besser aufgehoben als im Tresor zu Hause. „Aber das Geld abzuheben und im Schließfach zu parken - das ist Unsinn.“

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