Weiter Rätselraten um Schicksal der 14 vermissten Katzen

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Im Tierheim Karbach ist bislang keine der 14 vermissten Katzen abgegeben worden.
(Foto: Steppat)
Jan Peter Steppat

Weiterhin Rätselraten herrscht um das Schicksal der 14 im Raum Wangen spurlos verschwundenen Katzen. Mittlerweile gibt es mehrere Besitzeranfragen beim Tierheim Karbach, ob dort Fundkatzen abgegeben worden sind. Die Antwort lautet: „Nein. Wir haben keine Tiere gefunden und auch keine bekommen“, so Mitarbeiterin Brigitte Baumeister.

Wie berichtet, hatte der Tierschutzverein Wangen Anfang dieser Woche Alarm geschlagen. Vorsitzende Irene Weigel kennt keinen Grund, warum die Samtpfoten in dieser Häufung abhanden gekommen sind. Einen – oft vermuteten – Grund schließt sie aber aus: Tierfänger, die die armen Kreaturen an Versuchslabors verschachern. Dies sei „quatsch“, so Weigelt, weil die Pharmaindustrie ihre Versuchstiere selbst züchte. Allein schon, damit keine kranken Tiere die Versuchsergebnisse beeinträchtigten.

„Es wird immer mehr“

Während die 14 Katzen also weiterhin verschwunden sind, sind die Pflegestationen im Tierheim dennoch voll. „Es wird immer mehr“, so Brigitte Baumeister. Gerade jetzt, im Herbst, sind wieder viele Jungtiere geboren worden. Mangelnde Kastrationen gerade wild lebender Katzen geben hier den Ausschlag. Und fehlende Einsicht: „Gerade Bauern sind ja oft immer noch der Meinung, dass kastrierte Katzen nicht mehr mausen“, so Baumeister. Dies stimme nicht. Oder: „Leute füttern Katzen durch, und dann werden sie lästig.“

Gut gefüllt sind daher die sechs Räume, die das Tierheim für jeweils sechs Katzen vorhält. Einer ist mit fünf Tieren belegt, die unter dem so genannten Katzenaids leiden. Besonders sie sind schwer vermittelbar – zumal Impfung und Heilung unmöglich sind. „Diese Katzen können trotzdem 15, 16 oder 17 Jahre alt werden“, so die Tierheim-Angestellte.

Grundsätzlich gibt es aber viele Interessenten, die Katzen aus dem Tierheim ein neues Zuhause geben wollen. „Die Fluktuation ist hoch“, so Baumeister. Gerade Babys gehen weg wie warme Semmeln.“ Selbst alte und kranke Tiere ließen sich vermitteln. „Es gibt Leute, die sie nehmen“, berichtet Baumeister.

Haarsträubende Zustände dagegen beklagt der Tierschutzverein Isny. Mehr als 40 herrenlose Katzen seien dort im vergangenen Jahr aufgegriffen worden, hieß es kürzlich bei der Hauptversammlung des Vereins. Manche Besitzer ließen ihre Vierbeiner etwa bei Umzügen einfach zurück. Der Tierschutzverein fordert angesichts der Katzenschwemme eine Kastrationspflicht.

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