Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“: Junge Menschen sind die Zukunft für Nepal

 Schon seit Längerem konzentriert sich die Arbeit des Vereins „Zukunft für Nepal Ostwürttemberg“ auf den Bau einer Schule und ei
Schon seit Längerem konzentriert sich die Arbeit des Vereins „Zukunft für Nepal Ostwürttemberg“ auf den Bau einer Schule und eines Ausbildungszentrums samt Werkstätten in Dhunibesi nahe der Hauptstadt Kathmandu. Inzwischen ist daraus fast ein kleines Dorf geworden. (Foto: privat)
Redakteur Aalen

Obwohl Corona auch in diesem Jahr Nepal noch einmal schwer getroffen und einen zweiten, harten Lockdown ausgelöst hat, hat der Verein „Zukunft für Nepal Ostwürttemberg“ seine begonnenen Projekte in dem Land fortführen und weiterentwickeln können. Jüngste Überlegung ist, ein bestehendes kleines Gesundheitszentrum mit einem Röntgengerät zu unterstützen.

Dank der unermüdlichen Arbeit der Aalenerin Petra Pachner als Vorsitzende des Vereins und ihres Mannes Herwig Jantschik sowie dank einer vielfältigen finanziellen und logistischen Unterstützung konnte in diesem Jahr der Ausbau des Bildungszentrums in Dhunibesi fortgesetzt werden. Daneben hat der Verein die Bevölkerung dort im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie mit der Lieferung von Sauerstoffkonzentratoren für schwer Erkrankte, von Schutzkleidung und Desinfektionsmitteln unterstützt.

Wenn Petra Pachner erzählt, was sich in diesem Jahr alles in Dhunibesi in der Nähe der Hauptstadt Kathmandu im Zentrum des asiatischen Binnenstaates getan hat, spürt man, mit wie viel Herzblut sie nicht nur an den Projekten des Vereins, sondern vor allem an den Menschen dort hängt. Vor allem an den Kindern und Jugendlichen, die eine gute schulische und berufliche Ausbildung davor bewahren soll, das Land verlassen zu müssen. Sie sollen vielmehr dazu beitragen, Nepals Zukunft zu garantieren.

Der Schulhausneubau in dem Bildungszentrum ist fast fertiggestellt. Jetzt wird an der Innenausstattung der Schule sowie des Wohnhauses für künftige Auszubildende weitergearbeitet. Auch das Hostel zur Unterkunft von Auszubildenden ist fertiggestellt.

Seit Anfang März hat laut Pachner in der Metallhalle wieder die Lehre für 20 Jugendliche zum Schweißer begonnen. Leider habe diese ab dem 26. April wieder unterbrochen werden müssen, weil die indische Variante des Covid-19-Virus Nepal in einen sehr strengen Lockdown zwang. Im Oktober konnte der Schweißerlehrgang aber erfolgreich beendet werden. Elf Jugendliche erhielten ihre offizielle Urkunde. Und alle konnten an Arbeitsplätze in der lokalen Industrie in Nepal mit Unterstützung vermittelt werden.

Inzwischen hat der Verein drei 40-Fuß-Container gekauft, die in Hamburg bei Logwin Air & Ocean eingelagert sind. Emil von Elling, Chef der gleichnamigen Fachwerkhausbau-Firma im niedersächsischen Winsen an der Luhe, hat darin rund 30 Maschinen zur Holzbearbeitung verpackt.

Mit ihnen kann der Verein in Nepal Lehrgänge zum Schreiner und Zimmermann anbieten. Außerdem enthalten die Container die Fachwerkbauteile für eine zweite Holzlehrwerkstatt. Die gefüllten Container werden Ende des Jahres über den See- und Landweg von der Firma Logwin Air & Ocean nach Nepal verbracht.

Der Bau der Bodenplatte für das Fachwerkgestell hat ebenfalls begonnen. Wenn die Bauteile für die zweite Holzwerkstatt angekommen sind, werden sie von Mitarbeitern der Firma Emil von Elling aufgebaut. Danach bekommt das Fachwerk ein Metalldach und die Lücken werden ausgemauert.

In diesem Zusammenhang haben auch Studenten und die Leitung der Hochschule Aalen ein Projekt zur Unterstützung des Bildungszentrums in Dhunibesi gestartet. Weil bei der Holzausbildung sehr viele Holzspäne anfallen, entstand gemeinsam mit den Studenten und der Hochschule die Idee, eine Holzspanpresse entweder zu konstruieren oder alternativ neuwertig zu kaufen.

Damit könnte das Bildungszentrum in Nepal Holzbriketts selbst pressen. Diese können dann zum Kochen oder Heizen verwendet werden. Die Studenten befassten sich einige Zeit mit dem Thema und kamen zum Schluss, es wäre vernünftig, eine solche Presse zu kaufen. Sie fanden einen Hersteller, besuchten diesen und machten Bilder. Inzwischen wurde die Holzbrikettpresse angeschafft und auch sie landete in Winsen an der Luhe im Seecontainer.

Inzwischen läuft in Dhunibesi der dritte Ausbildungslehrgang zum Schweißer. Seit diesem Monat bietet das Bildungszentrum auch die Ausbildung zum Flaschner und Elektriker an. Im kommenden Jahr soll dann die Ausbildung zum Wasserkraftservicetechniker starten.

Dafür benötigt man in Nepal ein entsprechendes Curriculum. Vertreter der lokalen Industrie haben bereits viele Rupien für dieses Projekt zur Verfügung gestellt. Die notwendige technische Ausstattung für diese Ausbildung wurde von verschiedenen Firmen aus Europa gespendet.

Seit geraumer Zeit wird der Verein „Zukunft für Nepal Ostwürttemberg“ von Vertretern der öffentlichen Verwaltung in Dhunibesi gefragt, ob er ein bereits bestehendes sogenanntes Health Post (ein kleines Gesundheitszentrum) in Dhunibesi mit einem Röntgengerät unterstützen könne. Dieses ist notwendig, um Knochenbrüche besser diagnostizieren und auch besser behandeln zu können. Der Kostenpunkt für ein vernünftiges Röntgengerät beträgt rund 23 000 Euro.

„Wir halten die Anschaffung für unbedingt notwendig und möchten diese unterstützen. Allerdings fehlen uns dafür entsprechende Spendengelder“, sagt Petra Pachner. Aus ihrer Sicht ist diese Anschaffung auch für das Bildungszentrum eine wichtige Ergänzung, „weil wir Menschen, die bei uns ausgebildet werden, auch im Bereich Gesundheit besser versorgen möchten“.

Denn: „Bildung und Gesundheit gehören zusammen“, und leider gebe es bislang in Dhunibesi, einer Stadt mit immerhin über 33 000 Einwohnern, kein Krankenhaus. Das nächstgelegene sei nur mit einer Fahrt von zwei bis drei Stunden erreichbar.

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