Weißes Gold aus Sachsen: Auf den Spuren des Porzellans

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Deutsche Presse-Agentur

In der Porzellan-Manufaktur Meissen können Besucher dabei zusehen, was sich aus dem kostbaren Material alles machen lässt. Nils Hoffmann beugt sich über einen grauen Klumpen.

Mit den Händen formt er eine kleine Schüssel aus dem Rohstoff, streicht die Oberfläche glatt und stellt das Stück auf die Arbeitsplatte. Hoffmann ist Industriekeramiker in der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen. „Wenn man einmal in Meißen gelernt hat, möchte man nie wieder woanders arbeiten - und im Grunde genommen ist man für die Arbeit in einer anderen Manufaktur auch überqualifiziert“, sagt er.

Wertvoll und erlesen ist das Material, mit dem Nils Hoffmann und etwa 400 weitere Porzellanmaler und -gestalter sowie 15 Auszubildende in der weltberühmten Manufaktur in Sachsen arbeiten. Gewonnen wird der Stoff, aus dem nach dem Brennvorgang bei 1450 Grad Celsius das berühmte Porzellan wird, aus Kaolin. Seit fast 250 Jahren wird es im firmeneigenen und rund zwölf Kilometer von Meißen entfernten Bergwerk in Seilitz abgebaut. Zu den 65 Prozent Kaolin-Anteil kommen Quarz und Feldspat. Die Zusammenstellung sowie etwa 10 000 Rezepte zur Farbenherstellung werden im hauseigenen Labor aufbewahrt und unterliegen strengster Geheimhaltung.

Obwohl die Herstellung des Weißen Goldes schon lange nicht mehr der Manufaktur in Meißen oder der im benachbarten Potschappel liegenden Sächsischen Porzellan-Manufaktur Dresden vorbehalten ist, gilt die Gegend um Dresden als die Wiege des europäischen Porzellans, das gut 300 Jahre alt ist: Es war im Jahr 1708, als hier unter der Führung des Alchimisten Johann Friedrich Böttger das erste Stück Porzellan gebrannt wurde. 1709 berichtete Böttger dem sächsischen Kurfürsten August dem Starken über die Erfindung „des weißen und des roten Porzellans“. Im Januar 1710 gab die sächsische Hofkanzlei die Erfindung des Porzellans und Gründung einer Manufaktur bekannt.

Diese wurde sechs Monate später auf der Albrechtsburg in Meißen eingerichtet. Noch im selben Jahr wurde das weiße Porzellan auf der Leipziger Messe vertrieben. Augusts Pläne für ein Porzellanschloss blieben zwar unvollendet, und der Kurfürst hinterließ der Meissner Porzellanmanufaktur nach seinem Tod 1733 rund 48 000 Taler Schulden. Dennoch hat die Stadt Dresden dem umtriebigen Herrscher zwei ihrer bekanntesten Touristenmagnete zu verdanken: das Japanische Palais mit seiner geschwungenen Dachform und dem Giebelrelief „Die porzellanerzeugenden Länder bringen Saxonia ihre Schätze dar“ sowie eine Sammlung von rund 20 000 Porzellanstücken.

Sie werden im Dresdner Zwinger gezeigt. Damit ist diese Sammlung heute das weltweit größte Museum seiner Art, denn hier ist auch das ab dem Jahr 1738 entstandene und aus 1400 Einzelteilen bestehende „Schwanenservice“ zu sehen - das größte und prunkvollste Service, das je eine Porzellanmanufaktur schuf.

Informationen: Dresden-Werbung und Tourismus, Ostra-Allee 11, 01067 Dresden, Telefon: 0351/49 19 21 00; Porzellansammlung Dresden, Telefon: 0351/49 14 20 00; Staatliche Porzellanmanufaktur Meissen, Talstraße 9, 01662 Meißen, Telefon: 03521/46 80; Sächsische Porzellan-Manufaktur Dresden, Carl-Thieme-Straße 16, 01705 Freital-Potschappel, Telefon: 0351/64 71 30

Dresden-Werbung und Tourismus: www.dresden-tourist.de

Porzellansammlung Dresden: www.skd-dresden.de/de/museen/porzellansammlung.html

Staatliche Porzellanmanufaktur Meissen: www.meissen.de

Sächsische Porzellan-Manufaktur Dresden: www.dresdner-porzellan.com

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